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Mit vier Kindern und einem Tandem durch Norwegen und Schweden

Karl Brodowsky, gefahren 2002-07-07 bis 2002-08-09, geschrieben 2002

Teil 1

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Nachdem es nun schon fast eine Familientradition geworden ist, in jedem Sommer zusammen eine große Fahrradtour zu machen, gab es doch dieses Mal einige Neuerungen. Bernhard war 2001 schon auf Gotland mit seinem eigenen Fahrrad gefahren. Aber er sollte nun zum ersten Mal auch über etwas bergigere Strecken fahren, obwohl wir doch eine möglichst "flache" Route wählten. Unser einst so beliebter Startort in Göteborg war langsam in Vergessenheit geraten und wir wollten es diesmal mit Oslo probieren. Das liegt schon etwas weiter nördlich und bietet neue Möglichkeiten. Die Nachteile von Oslo sind die erwarteten Schwierigkeiten, einen guten Weg aus der Stadt und ihren Vororten heraus zu finden und die etwas längere und teurere Schiffsreise. Vorteile sind, daß man vermutlich nach weniger Tagen in Gegenden mit wenig Verkehr kommt und auch ein bißchen von Norwegen sehen kann.

2002-07-06 Die Zugreise vereinfachte sich ein wenig, weil in diesem Jahr der City-Night-Line von Zürich und Basel nach Hamburg Fahrräder mitnahm. Das wurde so rege genutzt, daß es davon fast einen ganzen Wagen voll gab. In Kiel versuchte ich noch Reifen für unseren Anhänger zu kaufen, aber die hätte man in der ganzen Stadt wohl nur per Bestellung bekommen können. Wir kamen gut an Bord des Schiffs, das schon mittags losfuhr. Wir hatten eine schöne Schiffsfahrt, die auch ein Spaß war. Morgens kamen wir um 10:00 aus dem Schiff heraus.

2002-07-07 Es war tatsächlich recht spannend, den Weg durch diese autofreundliche und zugleich fahrradfeindliche Stadt zu finden. Die Straßen, die in unsere Richtung liefen, schienen alle für Radfahrer gesperrt zu sein und man mußte sich für die Benutzung legaler Wege über irgendwelche kurvigen und steigungsreichen Radwege quälen, die immer wieder die Straßenseite wechselten. Irgendwann wurde uns das zu bunt und wir fanden mit der N 159 nach Lillestrøm eine radweglose Parallelstraße, die uns einigermaßen gut in die richtige Richtung brachte. Allerdings war auch hier die Schwierigkeit, daß jede brauchbare Kennzeichung und Wegweiser fehlten oder unbrauchbar waren, was es insbesondere an manchen Verzweigungen extrem erschwerte, den richtigen Weg zu finden. Eine sehr große Hilfe war aber doch die Fahrradkarte von Oslo. Die kann man bei Syklistenes Landsforening (entspricht dem ADFC) bekommen, ich glaube sogar gratis. Der Laden mit dem Büro des Vereins befindet sich in Storgata 23 c (Eingang im überbauten Fußgängerbereich bei der Oper/Operapassasjen).

Von Lillestrøm nach Fetsund am Glåma nahmen wir noch die extrem verkehrsreiche N 22. Dieser Teil des Weges, von Oslo bis Fetsund, schien insgesamt ziemlich viel an Steigungen zu bringen, aber danach sollte es ja wegen des Flußtales für lange Zeit ganz flach sein. Direkt nach der Brücke über diesen Fluß kamen wir auf eine sehr ruhige Straße, die aber zunächst einmal dem Südufer des Flusses folgte, was sie aber nicht daran hinderte, immer wieder mit erheblichen Steigungen ein bißchen am Rand des Tales hochzuklettern. Obwohl der Fluß hier über 200 Meter breit war, gab es erstaunlich viele Brücken und unsere Straße wechselte auch irgendwann die Seite. Wir fanden für die erste Nacht in Norwegen eine schöne Stelle im Wald, die etwas höher als die Straße lag, so daß wir sicher nichts wegen plötzlich kommender Überflutungen durch den Fluß befürchten mußten.

2002-07-08 Nach ein paar weiteren Flußüberquerungen kamen wir zum Zeltplatz von Kongsvinger, der sehr schön neben dem Fluß lag, aber sonst nicht viel zu bieten hatte. Trotzdem machten wir hier einen kleinen Ruhetag.

2002-07-09 Die Reifen für den Anhänger und das Anhängerfahrrad waren recht abgenutzt, und einen davon hatte ich schon in einem Dorfladen ersetzen können, die anderen beiden in zwei verschiedenen Läden in Kongsvinger. Der Reifenkauf gestaltete sich auf dieser Radtour immer so, daß ich die Maße aufschrieb und vom Fahrradhändler den Bescheid bekam, daß man so eine Größe nicht verkaufe. Ich ging dann mit in den Raum, wo die Reifen waren und griff einen passenden Reifen, um zu sagen, daß ich ungefähr so einen wollte. Ein zweiter Blick offenbarte, daß man das "ungefähr" weglassen konnte und ein dritter Blick zeigte, daß das tatsächlich der einzige Reifen mit dieser Größe im ganzen Laden war. Der interessantere Teil von Kongsvinger war aber eigentlich die Festung, die sogar einige unterirdischen Gänge zu bieten hatte.

2002-07-10 Um die Radtour etwas locker anfangen zu lassen, folgten wir auch nördlich von Kongsvinger weiter dem Glåma. Es gab hier auf der Westseite die angeblich ruhigere N 210, die etwa 60 % des Weges bis Elverum führen sollte. Tatsächlich setzte sich die Straße nach dem Ende der N 210 als Hauptstraße fort. Obwohl man so etwas bei norwegischen Hauptstraßen erfahrungsgemäß absolut nicht erwartet, war diese tatsächlich bis Elverum asphaltiert. Wir kamen an lustigen Orten wie "Gotland" oder "Eierholen" vorbei. Der Zeltplatzwart aus Kongsvinger hatte uns für die zweite Nacht bei ihm und auch den darauf folgenden Tag gesagt, daß es leider viel Regen geben werde. Der Regen blieb aus, und es war den ganzen Tag sogar sonnig, aber irgendwie doch sehr feucht, fast dunstig, sozusagen "Sonnenschein mit schlechtem Gewissen". Abends gab es dann so ungefähr um die Zeit, als wir 30 Kilometer vor Elverum den Zeltplatz fanden, ein Gewitter mit einem ganz ordentlichen Regen. So probierten wir zur Abwechslung einmal eine Hütte aus, obwohl die Zelte durchaus auch für den Regen geeignet sind.

2002-07-11 Wie so oft überholten die Autofahrer gelegentlich noch, wenn der Gegenverkehr schon recht nahe war oder wenn eine Kurve oder eine Kuppe die Sicht versperrte. Einmal führte das sogar dazu, daß ein entgegenkommendes Auto durch den Anhänger des Überholers ordentlich gestreift wurde und ein paar Blechteile auf der Straße landeten. Aber der Fahrer mit dem Anhänger verschwand sofort, ohne sich deshalb lange aufzuhalten. Ich habe dem geschädigten Fahrer als Zeuge meine Mobiltelefonnummer gegeben und bin dann auch weitergefahren.

In Elverum fanden wir irgendwie die Läden, um Essen, Gummistiefel und ein paar andere Dinge zu kaufen und mußten dann auch noch einen Reifen reparieren. So war es schon fast 18:00, als wir auf dem Ostufer des Glåma, wo die Hauptstraße bis Rena asphaltiert sein sollte (und war) weiterfuhren. In Rena machten wir auf der Suche nach dem Zeltplatz noch eine kleine Stadtrundfahrt. Dabei hätte es ein kurzes Stück weiter nördlich eine zweite Brücke gegeben, die direkt zum Zeltplatz geführt hätte.

2002-07-12 In Rena blieben wir wieder einmal für zwei Nächte und Karin und ich nutzten die Gelegenheit nacheinander für kleine Ausflüge auf den Straßen, die nach Osten durch Berge und Täler anstiegen. Diese Ausflüge ohne Gepäck lohnen sich auch immer wieder und vor allem bei der Abfahrt hatten wir eine wunderschöne Aussicht. Die Kinder fuhren an diesem Tag gar nicht, aber ich ging mit ihnen ein bißchen baden, was in Rena besonders schön war, weil es eine Bucht des Glåma ohne Strömung und mit einem schönen Strand gab.

2002-07-13 Nördlich von Rena sollte die Hauptstraße auf dem Ostufer des Glåma für ein paar Kilometer ein Sandweg sein, wie übereinstimmende Informationen von verschiedenen Quellen erkennen ließen. So fuhren wir lieber auf der N 3, wo man auch sehr gut fahren konnte und versuchten es irgendwo nördlich noch einmal. Das schien nichts zu werden, denn gleich hinter der Brücke gingen zwei Wege nach links, von denen einer ein Sandweg wurde und einer ganz endete. Das ganze wurde noch erschwert, weil da ein Bahnübergang war und zufällig gerade ein Güterzug kam und wegen eines roten Signals genau auf dem Bahnübergang stehenbleiben mußte. Wir machten erst einmal eine Pause und aßen etwas. Der Weg hinter dem Bahnübergang schien nach Rena zu führen, aber wie sich später herausstellte, konnte man dort ein Stück nach oben kommen und weit oberhalb des Tals die Hauptstraße finden, die von hier bis Koppang wirklich asphaltiert sein sollte. Irgendwann fuhr der Güterzug dann doch wieder weiter und wir hatten fertig gegessen. So versuchten wir es, diese Straße zu benutzen. Vorteilhaft war, daß sie schön ruhig war, aber es war doch der Nachteil, daß es viel mehr Steigungen gab, solange die Bahnlinie zwischen uns und dem Fluß war. Die umgekehrte Anordnung erwies sich als vorteilhafter, aber sie kam seltener vor. Irgendwann kamen wir nach Koppang und wir wußten, daß etwas nördlich davon ein schöner Zeltplatz liegen sollte. Aber es sollte anders kommen, denn bei der letzten Pause gefiel uns die Stelle spontan so gut, daß wir überlegten, dort zu zelten. Ein Stück von der Straße weg fand sich eine wunderbare Stelle etwas oberhalb des rauschenden Glåma, mit Blick auf das gegenüberliegende Ufer und ein paar Inseln.

Teil 2

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2002-07-14 Zwischen wunderschönen Bergen hindurch fuhren wir weiter bis nach Alvdal. Beim Glåma gab es immer wieder ruhigere Abschnitte und dann wieder schneller fließendes Wasser, das aussieht, als wäre es überhaupt nicht tief. Der Zeltplatz von Alvdal war aber am gegenüberliegenden Stadtrand, genaugenommen noch ein Stück weiter und dann noch einmal zwei Kilometer von der N 3 weg an der N 29. Dafür blieben wir aber gleich zwei Nächte.

2002-07-15 Karin und ich machten nacheinander einen kleinen Ausflug auf der N 29 nach Westen und wir grillten auch noch zum Mittag ein bißchen Fisch. Die Platz lag an einem kleinen Zufluß des Glåma, in dem man sogar ein bißchen schwimmen konnte, weil mit ein paar Steinen neben dem Zeltplatz eine Art Becken im Flußbett aufgestaut war, in dem das Wasser etwas tiefer war und etwas langsamer floß.

2002-07-16 Für den folgenden Tag hatten wir uns vorgenommen, bis nach Røros zu fahren, wobei ein kleiner Bonus war, daß der Zeltplatz diesmal schon kurz vor dem Ort liegen sollte. Es hatte sich herausgestellt, daß wir irgendwo auf der anderen Seite des Glåma wieder eine asphaltierte Straße bis Tynset finden könnten und in Tynset machten wir bei einem Kindergarten eine kleine Pause. Die Berge wurden immer höher und es war spannend, wie die Straße und der Fluß wohl ihren weiteren Verlauf zwischen den Bergen nehmen würden, die sich vor uns immer wieder auftürmten.

2002-07-17 In Røros blieben wir für zwei Nächte. Der Zeltplatz hatte sogar eine Geschirrspülmaschine, aber dafür bildete sich einmal wieder zur Abwechslung in der Nacht eine Pfütze unter einem unserer Zelte, die sich aber durch ein bißchen Wühlen im Gras mit einem Abfluß versehen und entschärfen ließ. Wir nutzten die Gelegenheit, um uns die Stadt und die Olovsgruben anzusehen. Røros ist einer der wenigen Orte auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Die Gruben waren ein paar Kilometer außerhalb der Stadt auf etwa 900 Metern Höhe zu finden und es gab eine asphaltierte Nebenstraße, die von der N 31 dorthin führte. Die Gruben in der Gegend dienten dem Kupferbergbau. Es gibt auch heute noch viel Kupfererz. Aber der Abbau wurde eingestellt, als das Lohnniveau und der Weltmarktpreis nicht mehr einen rentablen Betrieb des Bergwerks erlaubte. So hat man sich hier ein kleines norwegisches Ruhrgebiet rechtzeitig erspart. Solche unterirdischen Anlagen sind immer wieder eindrucksvoll. Anschließend sahen wir uns noch ein bißchen die Stadt und das Museum in der ehemaligen Kupferhütte an.

2002-07-18 In der Nähe von Røros fließt der Glåma aus einem Seensystem heraus, auch wenn es irgendeinen Zufluß dieses Seensystems gibt, der als Oberlauf des Glåma angesehen werden kann. Aber da wir den Unterlauf und die Mündung schon verpaßt hatten, sparten wir uns auch hier die weitere Fahrt an dem Flußlauf bis zu den Quellen und wendeten uns auf der N 31, deren erstes Stück wir schon kennengelernt hatten, nach Osten. Das bedeutet zum ersten Mal eine wirkliche Steigung oder sagen wir lieber eine wirklich notwendige Steigung, denn auch im Flußtal hatten wir regelmäßig erhebliche Anstiege zu bewältigen. Das war aber alles irgendwie kein Problem. Wir hatten eine eine der schönsten und ruhigsten Strecken auf der ganzen Tour, wie so oft im schwedisch-norwegischen Grenzgebiet, außer vielleicht auf der E 6 oder E 18 von Schweden nach Oslo. Ein langes Stück fuhren wir neben einem kleinen Fluß entlang. Bei einer Pausenstelle gab es etliche Waldwege und irgendwo sollte auch ein schöner Wasserfall sein. So gingen wir etwas länger spazieren. Diese Bewegung setzte auch der örtlichen Mückenplage gewisse Grenzen, aber wir schafften es nicht, uns dem Wasserfall wirklich von der richtigen Seite zu nähern. Der Spaziergang war trotzdem schön und wir sind auch nicht in den Mooren versunken oder von den Mücken gefressen worden.

Der höchste Punkt war ungefähr an der Grenze zu finden. Angeblich sollte das sogar oberhalb der Baumgrenze sein, aber der Eingang zur Olavsgruva blieb wohl der einzige Punkt auf unser Tour, für den so etwas zutraf. Eigentlich war die Grenze nur durch ein paar Schilder gekennzeichnet, aber ohne Zöllner, Paßkontrolle oder so etwas. Aber irgendwie merkt man doch schnell, daß man in einem anderen Land ist, weil auf der Schwedischen Seite des Gebirges die Landschaft etwas anders aussieht. Vor allem sind die Täler breiter und es ist insgesamt etwas flacher, wenn auch die steilen Berge als Begleiter der Straße noch sichtbar bleiben. Mit der kleinen Nationalstraße mit ihren sanften Bögen zwischen den Büschen und Bäumchen und Gewässern sah die Gegend fast aus wie in einem Park. Bald kamen wir an einen See und es ließ sich erkennen, daß wir am Abend in Fjällnäs einen Zeltplatz finden würden, der auch tatsächlich am nächsten See lag.

2002-07-19 Von hier ab sollte es noch einmal über den Berg zu einem anderen Flußtal gehen, aber das erwies sich als marginal. Natürlich war hier ein riesiges Skigebiet und es gab immer wieder Parkstreifen am Straßenrand und Skiorte, wie man sie wohl auch in den Alpen kennt. Für uns war das ein Glücksfall, denn die Infrastruktur war auf den riesigen Andrang im Winter ausgelegt. Um diese Jahreszeit waren die Straßen doch ziemlich leer. Wir kamen an schönen Seen, Bergen, Flüssen und vor allem Wäldern vorbei. Zum Teil kamen wir über höher gelegene Streckenabschnitte, aber wir folgten doch hauptsächlich der Ljusnan in Richtung Sveg, also stromabwärts. Abends fanden wir eine Stelle im Wald recht weit weg von der Nationalstraße. Ein Zeltplatz tauchte zwar auch neben der Straße auf, aber der war doch gerade stillgelegt worden.

2002-07-20 Zum Glück fanden wir am nächsten Tag eine schöne Badestelle, was gerade sehr angenehm ist, wenn man für ein paar Nächte im Wald zeltet. Auch ein bißchen Kaffee und warmes Essen konnten wir unterwegs bei einem Freilichtmuseum bekommen. Am Abend fanden wir wieder eine Stelle im Wald, wo diesmal die Gegend besonders einsam zu sein schien. Ein ganzes Stück von der Straße entfernt war der Wald mit niedrigen Bäumen bestanden und dazwischen wuchs ganz helles, fast weißliches Moos. Aber auch im Wald ist inzwischen wohl viel los und es kam sogar eine Spaziergängerin mit Hund vorbei.

Teil 3

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2002-07-21 Weil wir uns vorgenommen hatten, nach Sveg zu fahren, war es jetzt gar nicht mehr so weit und wir kamen schon am Nachmittag an. Unterwegs fuhren wir schon eine lange Strecke an dem Stausee entlang, der etwas oberhalb von Sveg liegt und fanden sogar eine schöne Badestelle. In Sveg hatten wir noch die Gelegenheit, die Wäsche zu waschen und ein schönes Abendbrot zu essen.

2002-07-22 Der nächste Tag sollte ein Ruhetag werden. Eine alte Familientradition sagt, daß wir auf jeder Radtour einmal Minigolf spielen. Das war hier in Sveg. Bernhard und Ulrich sind inzwischen schon recht starke Gegner für Karin und mich geworden, aber auch Heidrun und Christina konnten schon ganz gut mitspielen. Am Nachmittag machten wir eine kleine Kanufahrt. Dummerweise fing es an zu regnen und Christina bekam deshalb plötzlich Angst, daß das Boot vollregnet und untergeht. Es war überhaupt nichts zu machen und so ging sie mit Karin zu Fuß nach Hause, während ich mit den drei Großen zu dem Staudamm fuhr, in dessen See wir gebadet hatten. Nach unserer Rückkehr stellte Christina fest, daß das Boot ja gar nicht untergegangen war und so wollte sie plötzlich doch mit, als Karin auch noch eine Runde in die andere Richtung paddeln wollte, die sogar recht lang wurde. Abends gab es dann noch einen kleinen Ausflug nach Härrö, einer Halbinsel in dem See, die man über eine Brücke erreicht. Die Straße dorthin ließe sich bis Älvdalen weiterfahren und das ist bestimmt für kommende Radtouren einmal eine lohnende Route, sehr ruhig und doch gut genug ausgebaut.

2002-07-23 Natürlich ist einer der Fixpunkte unserer Radtouren oft Mora gewesen und das sollte auch in diesem Jahr so sein. Wir fuhren auf dem Inlandvägen, der in Sveg diese merkwürdige Spitze bildet, in Richtung Süden, vorbei an schönen Seen. Abends kamen wir an der Stelle vorbei, wo wir 2000 gezeltet hatten und auch noch an Noppikoski, wo Karin mit ein paar Speichenbrüchen damals den Bus bis Mora genommen hatte. Diesmal wollten wir alle den ganzen Weg fahren. Kurz hinter Noppikoski, als wir gut die Hälfte des Weges nach Mora geschafft hatten, fanden wir eine schöne Stelle im Wald. Dort gab es sogar einen kleinen Fluß in der Nähe.

2002-07-24 Der restliche Weg nach Mora war von ein paar Steigungen angereichert und es regnete sogar ein bißchen. Wir durchquerten zunächst die Schlucht eines Flusses, der nach Orsa fließt und dessen Tal zwar von der Bahnlinie, nicht aber von der Nationalstraße genutzt wird und kamen wieder auf die Hochebene, was aber den Vorteil hatte, daß wir irgendwann kurz vor Orsa eine sehr schöne Aussicht hatten. Wir fanden einen Laden, wo es geräucherten Fisch zu kaufen gab und der war gleich noch an einer schönen Stelle in der Nähe eines sehr schnell fließenden Flusses angesiedelt. Von hier gab es jetzt mehrere Möglichkeiten für die weitere Fahrt nach Mora. Wir könnten auf der N 45 bleiben, was sicher der schnellste Weg wäre. Aber es war vielleicht auch noch früh genug, um einen kleinen Umweg auf der anderen Seite des Orsa-Sees zu machen, was wir dann auch taten. Kurz vor Mora wechselten wir auch noch auf die andere Seite des Österdalsälven, wo ja der Zeltplatz liegen sollte.

2002-07-25 In Mora blieben wir etwas länger und so wurden es drei Ruhetage. Eigentlich hatten wir den Bärenpark ja schon zweimal gesehen, aber es stellte sich heraus, daß alle außer Christina vor allem dorthin kommen wollten. Dagegen war Tomteland eindeutig auf Platz zwei. Dennoch fuhren wir am ersten Ruhetag zusammen zum Weihnachtsmann, wobei wir unterwegs noch ein bißchen von Sollerön ansahen. Der Eintrittspreis ist ein bißchen absurd, wenn man nicht gerade einen Hintereingang benutzt, aber man gönnt sich ja sonst nichts und man gestand uns auch zu, mit denselben Karten am nächsten Tag noch einmal zu kommen.

2002-07-26 Diesmal wollten wir es wieder wie 2000 machen und so nahm ich morgens Bernhards Fahrrad und Karin fuhr mit den Kindern mit dem Bus dorthin. Immerhin bot das mir die Möglichkeit, Karins Fahrrad zur Reparatur zu bringen, weil das Hinterrad eine leichte Acht bekommen hatte. Und ich sah mir Sollerön noch ein bißchen ausführlicher an. In Tomteland löste ich dann Karin ab, die mit dem MTB am See entlang in Richtung Siljansnäs fuhr, während ich mit den Kindern im Bus zurückfuhr und Karins Fahrrad abholte.

2002-07-27 So ähnlich wollten wir es mit dem Bärenpark in Grönklitt am dritten Ruhetag auch halten, aber leider fuhren an dem Samstag keine Busse dorthin. Um die Sache ein bißchen zu beschleunigen, fuhr Karin mit den Kindern und den Fahrrädern aber bis Orsa mit einem Bus mit, während ich die Alternativstrecke über Karlås ausprobierte, die natürlich sehr schön, aber doch ein bißchen länger als der normale Weg war, jedenfalls wenn man die Höhenmeter berücksichtigt. Wir trafen uns in Orsa und wollten diesmal den richtigen Weg nach Grönklitt nehmen. Der ging irgendwo nördlich von Orsa als kleiner Waldweg von einer Hauptstraße ab und folgte einem Tal mit einem Bach praktisch bis Grönklitt. Als man anfing, die Straßen in dieser Gegend zu asphaltieren, entschloß man sich aber wahrscheinlich, die Straße nach Fryksås als Hauptstraße auszubauen und dann kurz vor Fryksås eine Querverbindung und das letzte Stück der eigentlichen Straße nach Grönklitt zu asphaltieren. So wurde der Weg zwar etwas länger und man muß auch ein bißchen mehr hoch und runter, aber es wurden beim Asphalt vier Kilometer gespart. Jetzt war es natürlich spannend, ob wir wirklich die richtigen Waldwege erwischen und beim Bärenpark landeten, aber das war kein Problem. Wir schoben unsere Fahrräder für die 5 Kilometer und bekamen für den letzten Kilometer ab der Querstraße auch wieder Asphalt zum Fahren. Leider versteckten sich die Tiere diesmal, so daß wir zwar die Bären, auch die ganz kleinen Bärenbabys zu sehen bekamen, aber kein Wölfe, Luchse und Vielfraße. Vielleicht klappt das ja beim nächsten Mal.

Teil 4

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2002-07-28 Eine andere kleine Tradition ist es schon fast, die Wege zwischen Mora und dem Klarälven zu befahren. Diesmal wollten wir die Ecke über Trysil abschneiden und direkt nach Höljes fahren. Das liegt etwas südlich des Sees, der in Schweden kurz hinter der norwegischen Grenze aufgestaut ist. Außerdem wollten wir doch noch einmal den Weg über Lövnäs probieren, der 1994 noch nicht zu brauchen war. Zumindest hatten wir doch die Gewißheit, daß es eine Alternativstrecke nördlich davon geben würde, wenn der Weg immer noch nicht asphaltiert sein sollte. So fuhren wir erst einmal auf dem Westufer des Österdalsälven an vielen Stauseen vorbei nach Älvdalen. Nördlich von Älvdalen war die N 70 plötzlich sehr gut ausgebaut und sehr verkehrsarm, wobei zumindest die zweite Eigenschaft erhalten blieb. Ausgeschildert war sie nach Röros (norwegisch: Røros) und das wäre in der Tat ein etwas kürzerer Weg nach Mora gewesen als der von uns gefahrene Weg über Sveg. Dafür wäre das wohl auch etwas bergiger gewesen, so daß wir vielleicht fast die gleiche Zeit benötigt hätten. Die Strecke ist aber sicher ein lohnendes Teilstück, wenn uns in Zukunft einmal wieder eine Radtour durch Mora und Røros (schwedisch: Röros) führen sollte. Abends fanden wir kurz hinter einem Staudamm eine wunderbare Stelle zum Zelten, die direkt am See lag, aber doch hoch genug über der Wasserlinie, um die Schwimmfähigkeit der Zelte nicht testen zu müssen.

2002-07-29 Morgens konnten wir dann alle schwimmen gehen, wobei ich noch einmal mit Stöcken überprüfte, ob die Strömung in Richtung des Staudammes gefährlich sein könnte. Der See war aber doch mehrere Kilometer breit und der Staudamm auch mehr als einen halben Kilometer entfernt, so daß die Gefahr einer Besichtigung der Turbinen von innen nicht bestand. Ein kleines Feuerchen zum Wärmen des Kaffeewassers gönnten wir uns auch, weil es ja genug Löschwasser gab und Feuer in diesem Sommer unter gewissen Bedingungen erlaubt war.

Die weitere Fahrt auf der N 70 war durch mehr und mehr Steigungen geprägt. Natürlich war es sehr heiß und wir wurden langsam durstig. Eine Pausenstelle am Rande eines Moores tauchte plötzlich auf und wir fanden zu unserer Überraschung einen Hinweis auf Trinkwasser. Ein Pfad aus schmalen Brettern ging ins Moor und mitten drin war so ein Deckel den man aufklappen konnte und darunter war glasklares Wasser, ohne die typische Moorfarbe. Das muß wohl die Quelle sein, die dieses Moor mit Wasser speist. Jedenfalls hat uns das Wasser nichts ausgemacht. Kurz danach kam die Abzweigung nach Lövnäs. Wir waren jetzt auf einer Hochebene und kamen durch einsame Wälder und Moore, bis wir tatsächlich Lövnäs erreichten und natürlich war der direkte Weg nach Fulunäs immer noch ein Sandweg. So fuhren wir einfach nach Norden weiter bis wir nach Nornäs kamen, wo eine Parallelstraße existieren sollte. Leider war Bernhards Schaltzug gerissen und wir hielten in einem kleinen Dorf an, um das zu reparieren. Zum Glück konnten wir in dem Dorf noch spezielle Werkzeuge ausleihen, die wir nicht dabei hatten. Etwas später kamen wir auf die gesuchte Parallelstraße und fanden auch bald eine Stelle im Wald für unser Zelt.

2002-07-30 In der Nacht hörten wir recht viele Aktivitäten von Tieren in unserer Umgebung und ich sah auch ein Eichhörnchen. Leider hatte das dabei einen Ortliebsack ordentlich angenagt, aber zum Glück hatten wir das passende Flickzeug dabei, um die Löcher alle zu reparieren. Ein paar Kilometer weiter kamen wir auf die Nationalstraße, die in diesem Jahr nicht mehr N 297, sondern N 311 hieß, und da fand sich ein Ort mit einem Laden, einer Badestelle und sogar einem Zeltplatz. Der Zeltplatz war aber in keinem Verzeichnis eingetragen. Etwas später kamen wir nach Fulunäs, wo wir schon 1994 gewesen waren, aber diesmal von Norden. Wir bogen in Richtung Norwegen ab und folgten ab Grundforsen der N 71 in Richtung Süden ein Stück. Es gab ziemlich viel Regen und da wollten wir uns eine warme Mahlzeit gönnen. Auf der Innenseite einer Flußbiegung ließ sich ziemlich gefahrlos eine Feuerstelle anlegen und irgendwie schafften wir es auch trotz des leicht regnerischen Wetters, ein schönes Feuer zu machen, um uns einen Eintopf zu kochen. Abends bauten wir unser Zelt natürlich wieder im Wald auf.

2002-07-31 Auf der einen oder anderen Straße kamen wir nach Rörbäcksnäs, wo es wieder einen Laden gab und wo wir schon 1999 gewesen waren. Nun kürzten wir aber die Ecke über Trysil ab und fuhren direkt von Rörbäcksnäs zu der Gegend der norwegisch-schwedischen Grenze am Klarälven, was uns nur für ein paar Kilometer durch Norwegen führte. Nach einer kleinen Badepause im Stausee fuhren wir dann weiter nach Höljes, wo uns die Zeltplatzbesitzerin noch von 1994 und 1999 kannte, als wären wir am Tag zuvor dort gewesen. Die enorme Infrastruktur in diesem kleinen Ort war ein bißchen heruntergekommen. Der Laden war gut sortiert wie immer, aber die Touristeninformation war verschwunden, weil das Gebäude baufällig war. Bank, Hotel, Jugendherberge schienen auch nicht mehr das zu sein, was sie einmal waren. Zum Glück war der Zeltplatz noch da.

2002-08-01 Für den Ruhetag in Höljes machte ich eine kleine Mountainbikerunde mit Bernhards Fahrrad. Erst fuhr ich zum Staudamm des Höljessees und dann ein Stück am östlichen Seeufer entlang. Dort könnte man problemlos bis nach Dalarna fahren oder auch einen Bogen fahren und südlich von Höljes wieder auf die Nationalstraße kommen, aber ich machte nur eine kurze Runde und fuhr auf dem Rückweg über den Staudamm und zu der Stelle an der Nationalstraße, wo etwas nördlich von Höljes die Höljån überquert wird. Die Waldwegenetze sind in Schweden etwas anders gestaltet als in Deutschland oder in der Schweiz. Es gibt weniger Wege, weil die Forstwirtschaft mit großen Maschinen arbeitet, die zum "Ernten" des Holzes mühelos querfeldein durch den Wald fahren. Die Waldwege sind oft Sackgassen mit Wendeplätzen für 60-Tonner an den Enden. Man hofft, daß sich die Holzdiebe so weniger leicht trauen, etwas mitzunehmen, weil sie auf dem Rückweg wieder an derselben Stelle vorbeikommen müssen. Aber es gibt auch Waldwege, die wie dieser schon seit längerer Zeit eine Art Verkehrsverbindung (Nebenstraße) darstellen und da kann man dann hoffen, nicht irgendwo auf einem Wendeplatz zu enden, wenn man nur bei den Verzweigungen immer die richtige Fortsetzung errät.

2002-08-02 Weil zwischen Likenäs und Stöllet eine schlimme Baustelle sein sollte und weil wir einmal eine neue Strecke ausprobieren wollten, bogen wir kurz vor Sysslebäck von der Nationalstraße in Richtung Flisa ab und fuhren auf der Hochebene statt im Flußtal nach Süden. Der Anstieg war ganz schön heftig, aber wir wurden mit einer schönen Pausenstelle am Letten-Stausee belohnt. Ab hier ging es so eben, wie Hochebenen eben üblicherweise sind, weiter nach Süden. Wir fanden eine Nebenstraße in den Wald und von dieser zweigte ein Waldweg ab, an dem wir unsere Zelte aufbauten.

Teil 5

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2002-08-03 Natürlich gab es in dieser Gegend ganz lange keine Einkaufsmöglichkeiten, dafür war das wieder eine der schönsten Strecken auf der Radtour. Irgendwann kamen wir auf die N 45 oder die N 45 kam auf unsere Straße und bald waren wir in der Nähe von Torsby, das vielleicht ein bißchen so etwas wie eine "Mantafahrer"-Hochburg ist, also jedenfalls eine recht auffällige Minderheit von recht wilden Autofahrern aufwies. Der eigentliche Ort blieb uns aber erspart und wir fuhren auf der Umgehungstraße zu dem 5 Kilometer weiter südlich gelegenen Zeltplatz.

2002-08-04 Der Zeltplatz liegt wunderschön an einem See, der auch noch zur Abwechslung ganz warm war. Karin und ich fuhren nacheinander für die nötigsten Erledigungen in die Stadt, so daß die Kinder den ganzen Tag auf dem Zeltplatz bleiben konnten. Mein Vorderreifen war ein bißchen abgenutzt und die Karkasse schimmerte schon an mehreren Stellen durch. Natürlich verkauft nur das eine Fahrradgeschäft Reifen und an diesem Sonntag hatte es natürlich zu. Aber Karin hatte direkt neben dem Lebensmittelgeschäft einen anderen Laden entdeckt, der zufällig ein paar Fahrradreifen hatte. Tatsächlich konnte ich der Verkäuferin einen Reifen zeigen, der die passende Größe hatte und das gleich noch auf dem Zeltplatz in Ordnung bringen.

2002-08-05 Weil unsere Fähre in Oslo fahren sollte, mußten wir jetzt langsam daran denken, daß sich in Torsby eine der letzten Gelegenheiten bot, ohne zu große Umwege in diese Richtung abzubiegen. Die Nationalstraßenverbindung nach Kongsvinger war vielleicht aus einem Netz von historisch gewachsenen Straßen mit regionaler Bedeutung irgendwann zusammengesetzt worden und führte deshalb über viele Umwege und Abzweigungen, aber sie existierte und war leicht zu finden. Wir wollten in drei Tagen nach Oslo fahren und dann hätten wir noch einen Tag um Oslo anzusehen oder als Reserve, wenn es doch länger gedauert hätte. Wir kamen bald durch ein fast unbewohntes Gebiet mit ein paar kleinen Dörfern in großen Abständen, aber mit vielen Seen und Flüssen und Bergen. Bis zur norwegischen Grenze und auch das erste Stück danach hatten wir einen ziemlichen Anstieg, der aber nicht zu steil war. Wir fuhren dann an einem schönen See vorbei, wo wir natürlich baden wollten, weil es ja wieder zwei Nächte im Wald bleiben würden. Aber wir waren schon fast am See vorbei und es schien keine Badestelle zu geben. So etwas ändert sich natürlich schlagartig, wenn man Einheimische fragt. Die kannten nämlich dann doch einen etwas unwahrscheinlich erscheinenden Weg dorthin, den wir jedoch für eine private Hauseinfahrt gehalten hatten. Zu unserer Überraschung tauchte dann auch noch ein Wegweiser auf, der einen Zeltplatz nach 12 Kilometern ankündigte. Wir überlegten noch, ob der wohl an der Nationalstraße liegen würde, oder ob wir dafür vielleicht kilometerweit in die falsche Richtung fahren müßten. Aber der Zeltplatz kam näher und es tauchte keine solche falsche Abzweigung auf. Nur auf dem letzten Kilometer gab es noch eine Überraschung, weil wir über einen Sandweg schieben mußten. Es wäre inzwischen schon etwas spät gewesen, um eine Stelle im Wald zu suchen. Denn Sonnenuntergänge waren zu dieser späten Sommerzeit und in diesen südlichen Breiten schon etwas, was man ernst nehmen mußte.

2002-08-06 Am nächsten Tag kamen wir noch einmal über Berge mit sehr schöner Aussicht und es kam überraschend früh Kongsvinger am Horizont in Sicht. Das war es wohl tatsächlich, die Abzweigungen häuften sich auch und wir fuhren nacheinander ein Stück auf den Nationalstraßen 200, 20 und 2. Es war unser erklärtes Ziel, nicht den Zeltplatz in Kongsvinger zu besuchen und wir konnten und wollten an diesem Tag auch noch viel weiter fahren. So fuhren wir auf der ruhigeren Südseite des Glåma über die N 175, mit dem Fluß zwischen uns und dem Zeltplatz. Wir kamen erst später auf die bekannte Strecke, die wir auf dem Hinweg genommen hatten. Die Landkarten zeigten irgendwelche Zeltplätze an der N 2 auf dem nördlichen Ufer ankündigten. So fuhren wir über einen Staudamm und viele Kurven und ein paar Kilometer zur N 2 und dann noch einmal ein oder zwei Kilometer auf der N 2 selber. Dann zweigte bald ein kleiner Sandweg ab und führte über etwa einen Kilometer zum Zeltplatz. Der Zeltplatz lag überraschenderweise sehr nahe an dem Staudamm, den wir eine ganze Weile vorher gesehen hatten. Da war nämlich die Badestelle des Zeltplatzes, also fast bei der Brücke über den Glåma.

2002-08-07 Der letzte Tag brachte uns etwas lautere Straßen und wir fuhren auf der N 2 bis Kløfta und dann auf der E 6 oder auf der Straße, die für den Radverkehr diese Funktion erfüllt, bis nach Oslo. Da mußten wir nur noch den Zeltplatz erreichen. Das gelang uns auch über irgendwelche kleinen Straßen, die am Hang durch Wohngebiete steil hoch und runter kletterten.

2002-08-08 Für den Ruhetag in Oslo kauften wir uns solche Tagespässe, die für alle öffentlichen Verkehrsmittel und Museen galten. So konnten wir zu der Museumshalbinsel Bygdøy fahren und das Fram-Museum, das Kontiki-Museum, das Wikinger-Museum und sogar das Freilichtmuseum noch ansehen. Für den Rückweg fuhren wir mit der U-Bahn bis in die Nähe des Zeltplatzes. Zufällig kam kurz hinter der U-Bahn-Station noch ein Linienbus, der noch etwas näher an den Zeltplatz heranfuhr und von dessen Endstation kamen wir auch noch ganz bis zum Zeltplatz.

2002-08-09 Eine kleine Abfahrt und ein Stück auf der E 18 brachten uns dann zum Fährhafen. Wir hatten unterwegs sogar noch Zeit für eine kleine Pause an einem Hafenbecken, wo ein paar Segelschiffe lagen. Die Schiffsfahrt ist auf dem Rückweg vielleicht noch schöner, weil man die Strecke durch den Oslofjord mit vielen Inseln und Blick auf die Küsten am Nachmittag durchfährt. Unsere Kabinen waren diesmal ganz tief unten im Schiff in der Nähe der Schiffsschrauben, wo es sogar noch recht laut war, aber überraschenderweise schliefen wir alle sehr gut.

2002-08-10 In Kiel nahmen wir diesmal einen Tageszug, der ein paar Stunden nach unserer Ankunft fuhr und wir kamen abends ziemlich spät noch nach Schaffhausen.

2002-08-11 Der Sonntag war noch einmal ein Ruhetag, an dem wir ein paar Sachen auspacken konnten, dann ging der Alltag mit Schule, Kindergarten und was es sonst noch so gibt wieder los.

Tabelle

[Anfang] [Ende]

Diese Tabelle soll einen gewissen Überblick geben, wie weit und wie schnell und wo wir gefahren sind. Wir haben drei Messungen gemacht, aber hier muß ein Wert reichen. Geklammerte Entfernungsangaben sind Tagesausflüge, die zum selben Zeltplatz zurückführten. Diese werden auch nicht in die Gesamtstrecke eingerechnet. Die Straßen mit grünen oder weißen Nummern in Norwegen und mit blauen Nummern in Schweden nenne ich Nationalstraßen (N), Fylkesvei in Norwegen und Länsväg in Schweden ohne deutlich sichtbare Nummern nenne ich Hauptstraßen (X) und andere Straßen Nebenstraßen (Y).

Datum Weg Ziel Tages-
strecke
Gesamt-
strecke
Durch-
schnitt
Maximum
2002-07-06 (6) KielNorwegenkai(7.56)010.923.9
2002-07-07 (7) E 18 (Norwegen) - E 6 - N 159 Lillestrøm N 22 Fetsund N 172 - N 171 - N 173Wald55.3555.359.6032.6
2002-07-08 (1) N 173 - X - N 175 - X - N 2Kongsvinger57.58112.9311.7843.4
2002-07-09 (2) N 2 Kongsvinger N 2Kongsvinger(8.78) 9.3141.4
2002-07-10 (3) N 2 - N 210 - XBraskerud69.58182.5113.5540.5
2002-07-11 (4) X Elverum XRena64.16246.6712.2150.5
2002-07-12 (5) N 215 / YRena(36.76 / 46.69) 18.91 / 14.2047.0 / 36.6
2002-07-13 (6) N 3 - X Koppang N 3Wald66.18312.8512.2244.2
2002-07-14 (7) N 3 - N 29Alvdal76.45389.3011.7544.6
2002-07-15 (1) N 29Alvdal(27.91 / 21.49) 21.01 / 15.4745.5 / 37.8
2002-07-16 (2) N 29 - N 3 - X Tynset N 30Røros78.10467.4012.8140.8
2002-07-17 (3) N 30 - N 31 - Y Olavsgruva Y - N 31 - N 30Røros(32.39) 10.6749.3
2002-07-18 (4) N 30 - N 31 - N 84 (Schweden)Fjällnäs56.16523.5610.7042.8
2002-07-19 (5) N 84Wald63.64587.2012.0247.6
2002-07-20 (6) N 84Wald54.12641.3212.8037.4
2002-07-21 (7) N 84Sveg39.81681.1313.3339.3
2002-07-22 (1) XSveg(27.88) 19.8545.1
2002-07-23 (2) N 45Wald76.15757.2812.4542.8
2002-07-24 (3) N 45 - X - N 70 - XMora72.86830.1412.3346.9
2002-07-25 (4) N 45/N 64 - X Sollerön X Gesundaberget X - N 45/N 64Mora(40.96) 13.1940.9
2002-07-26 (5) N 45/N 64 - X Sollerön X Gesundaberget X Siljansnäs X - N 45/N 64Mora(24.37/90.92) 17.4638
2002-07-27 (6) N 45 - X Karlås X Orsa X - Y Grönklitt Y - X - N 45Mora(66.74) 11.6551.5
2002-07-28 (7) X Älvdalen N 70Wald60.99891.1311.7638.6
2002-07-29 (1) N 70 - X Lövnäs XWald43.96935.0910.2741.3
2002-07-30 (2) X - N 311 Fulunäs X - N 71 - XWald43.10978.1910.1841.6
2002-07-31 (3) X Rörbäcksnäs X - X (Norwegen) - N 26 - N 62 (Schweden)Höljes55.191033.3812.6245.3
2002-08-01 (4) X Höljessee X - N 62Höljes(37.88) 14.4035.0
2002-08-02 (5) N 62 X Letten XWald62.481095.8610.6944.7
2002-08-03 (6) X - N 45Torsby Zeltplatz52.321148.1814.4144.2
2002-08-04 (7) N 45 Torsby Stadt XTorsby Zeltplatz(16.42 / 11.56) d16.95 / 15.1040.5 / 27.9
2002-08-05 (1) N 45 - N 239 - N 200 (Norwegen)Zeltplatz55.811203.9910.7941.7
2002-08-06 (2) N 200 - N 20 - N 2 Kongsvinger N 175 - X - N 2Zeltplatz72.601276.5912.3338.8
2002-08-07 (3) N 2 - E 6 - E 6/N 22 - E 6/N 4 - E 6/N 190 - E 6 - YOslo66.241342.8310.6146.10
2002-08-08 (4) -Oslo-   
2002-08-09 (5) Y - E 18Oslo Fähre13.021355.8512.1538.8
2002-08-10 (6) KielBahnhof
2002-08-11 (7) -Schaffhausen-   

Was sieht man an diese Zahlen besonderes? Die Durchschnittsgeschwindigkeiten und Entfernungen zeigen, daß wir bei einigermaßen ebenem Gelände an einem Tag etwa 75 km fahren konnten, bei bergigerem Gelände eher 50 km. Bernhard konnte gut mithalten und es bereitete uns nicht mehr so große Mühe wie 1999, die Berge hochzufahren. Insgesamt sind wir 1355 km mit dem vollen Gepäck gefahren. Dazu kamen noch 327 km (ich) bzw. 393 km (Karin) bzw. ca. 130 km (Bernhard) für Tagesausflüge mit leichterem Gepäck.

Im nächsten Jahr wird wahrscheinlich Ulrich zum ersten Mal selber fahren und wir werden eine Strecke aussuchen, die nicht zu schwierig ist. Danach können wir viele Jahre lang alles so lassen, wenn wir nur irgendwann ein zweites Tandem kaufen, damit Karin und ich mit je einer der beiden Mädchen zusammen fahren. So interessante Reiseziele wie Kirkenes oder das südnorwegische Fjordland müssen sich also noch ein bißchen gedulden, bis wir uns so etwas vornehmen können. Aber inzwischen sind die auch besucht worden, z.B.: