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Mit vier Kindern und einem Tandem durch Norwegen und Schweden

Karl Brodowsky, gefahren 2002-07-07 bis 2002-08-09, geschrieben 2002

Teil 5

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2002-08-03 Natürlich gab es in dieser Gegend ganz lange keine Einkaufsmöglichkeiten, dafür war das wieder eine der schönsten Strecken auf der Radtour. Irgendwann kamen wir auf die N 45 oder die N 45 kam auf unsere Straße und bald waren wir in der Nähe von Torsby, das vielleicht ein bißchen so etwas wie eine "Mantafahrer"-Hochburg ist, also jedenfalls eine recht auffällige Minderheit von recht wilden Autofahrern aufwies. Der eigentliche Ort blieb uns aber erspart und wir fuhren auf der Umgehungstraße zu dem 5 Kilometer weiter südlich gelegenen Zeltplatz.

2002-08-04 Der Zeltplatz liegt wunderschön an einem See, der auch noch zur Abwechslung ganz warm war. Karin und ich fuhren nacheinander für die nötigsten Erledigungen in die Stadt, so daß die Kinder den ganzen Tag auf dem Zeltplatz bleiben konnten. Mein Vorderreifen war ein bißchen abgenutzt und die Karkasse schimmerte schon an mehreren Stellen durch. Natürlich verkauft nur das eine Fahrradgeschäft Reifen und an diesem Sonntag hatte es natürlich zu. Aber Karin hatte direkt neben dem Lebensmittelgeschäft einen anderen Laden entdeckt, der zufällig ein paar Fahrradreifen hatte. Tatsächlich konnte ich der Verkäuferin einen Reifen zeigen, der die passende Größe hatte und das gleich noch auf dem Zeltplatz in Ordnung bringen.

2002-08-05 Weil unsere Fähre in Oslo fahren sollte, mußten wir jetzt langsam daran denken, daß sich in Torsby eine der letzten Gelegenheiten bot, ohne zu große Umwege in diese Richtung abzubiegen. Die Nationalstraßenverbindung nach Kongsvinger war vielleicht aus einem Netz von historisch gewachsenen Straßen mit regionaler Bedeutung irgendwann zusammengesetzt worden und führte deshalb über viele Umwege und Abzweigungen, aber sie existierte und war leicht zu finden. Wir wollten in drei Tagen nach Oslo fahren und dann hätten wir noch einen Tag um Oslo anzusehen oder als Reserve, wenn es doch länger gedauert hätte. Wir kamen bald durch ein fast unbewohntes Gebiet mit ein paar kleinen Dörfern in großen Abständen, aber mit vielen Seen und Flüssen und Bergen. Bis zur norwegischen Grenze und auch das erste Stück danach hatten wir einen ziemlichen Anstieg, der aber nicht zu steil war. Wir fuhren dann an einem schönen See vorbei, wo wir natürlich baden wollten, weil es ja wieder zwei Nächte im Wald bleiben würden. Aber wir waren schon fast am See vorbei und es schien keine Badestelle zu geben. So etwas ändert sich natürlich schlagartig, wenn man Einheimische fragt. Die kannten nämlich dann doch einen etwas unwahrscheinlich erscheinenden Weg dorthin, den wir jedoch für eine private Hauseinfahrt gehalten hatten. Zu unserer Überraschung tauchte dann auch noch ein Wegweiser auf, der einen Zeltplatz nach 12 Kilometern ankündigte. Wir überlegten noch, ob der wohl an der Nationalstraße liegen würde, oder ob wir dafür vielleicht kilometerweit in die falsche Richtung fahren müßten. Aber der Zeltplatz kam näher und es tauchte keine solche falsche Abzweigung auf. Nur auf dem letzten Kilometer gab es noch eine Überraschung, weil wir über einen Sandweg schieben mußten. Es wäre inzwischen schon etwas spät gewesen, um eine Stelle im Wald zu suchen. Denn Sonnenuntergänge waren zu dieser späten Sommerzeit und in diesen südlichen Breiten schon etwas, was man ernst nehmen mußte.

2002-08-06 Am nächsten Tag kamen wir noch einmal über Berge mit sehr schöner Aussicht und es kam überraschend früh Kongsvinger am Horizont in Sicht. Das war es wohl tatsächlich, die Abzweigungen häuften sich auch und wir fuhren nacheinander ein Stück auf den Nationalstraßen 200, 20 und 2. Es war unser erklärtes Ziel, nicht den Zeltplatz in Kongsvinger zu besuchen und wir konnten und wollten an diesem Tag auch noch viel weiter fahren. So fuhren wir auf der ruhigeren Südseite des Glåma über die N 175, mit dem Fluß zwischen uns und dem Zeltplatz. Wir kamen erst später auf die bekannte Strecke, die wir auf dem Hinweg genommen hatten. Die Landkarten zeigten irgendwelche Zeltplätze an der N 2 auf dem nördlichen Ufer ankündigten. So fuhren wir über einen Staudamm und viele Kurven und ein paar Kilometer zur N 2 und dann noch einmal ein oder zwei Kilometer auf der N 2 selber. Dann zweigte bald ein kleiner Sandweg ab und führte über etwa einen Kilometer zum Zeltplatz. Der Zeltplatz lag überraschenderweise sehr nahe an dem Staudamm, den wir eine ganze Weile vorher gesehen hatten. Da war nämlich die Badestelle des Zeltplatzes, also fast bei der Brücke über den Glåma.

2002-08-07 Der letzte Tag brachte uns etwas lautere Straßen und wir fuhren auf der N 2 bis Kløfta und dann auf der E 6 oder auf der Straße, die für den Radverkehr diese Funktion erfüllt, bis nach Oslo. Da mußten wir nur noch den Zeltplatz erreichen. Das gelang uns auch über irgendwelche kleinen Straßen, die am Hang durch Wohngebiete steil hoch und runter kletterten.

2002-08-08 Für den Ruhetag in Oslo kauften wir uns solche Tagespässe, die für alle öffentlichen Verkehrsmittel und Museen galten. So konnten wir zu der Museumshalbinsel Bygdøy fahren und das Fram-Museum, das Kontiki-Museum, das Wikinger-Museum und sogar das Freilichtmuseum noch ansehen. Für den Rückweg fuhren wir mit der U-Bahn bis in die Nähe des Zeltplatzes. Zufällig kam kurz hinter der U-Bahn-Station noch ein Linienbus, der noch etwas näher an den Zeltplatz heranfuhr und von dessen Endstation kamen wir auch noch ganz bis zum Zeltplatz.

2002-08-09 Eine kleine Abfahrt und ein Stück auf der E 18 brachten uns dann zum Fährhafen. Wir hatten unterwegs sogar noch Zeit für eine kleine Pause an einem Hafenbecken, wo ein paar Segelschiffe lagen. Die Schiffsfahrt ist auf dem Rückweg vielleicht noch schöner, weil man die Strecke durch den Oslofjord mit vielen Inseln und Blick auf die Küsten am Nachmittag durchfährt. Unsere Kabinen waren diesmal ganz tief unten im Schiff in der Nähe der Schiffsschrauben, wo es sogar noch recht laut war, aber überraschenderweise schliefen wir alle sehr gut.

2002-08-10 In Kiel nahmen wir diesmal einen Tageszug, der ein paar Stunden nach unserer Ankunft fuhr und wir kamen abends ziemlich spät noch nach Schaffhausen.

2002-08-11 Der Sonntag war noch einmal ein Ruhetag, an dem wir ein paar Sachen auspacken konnten, dann ging der Alltag mit Schule, Kindergarten und was es sonst noch so gibt wieder los.

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