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Mit vier Kindern und einem Tandem durch Norwegen und Schweden

Karl Brodowsky, gefahren 2002-07-07 bis 2002-08-09, geschrieben 2002

Teil 3

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2002-07-21 Weil wir uns vorgenommen hatten, nach Sveg zu fahren, war es jetzt gar nicht mehr so weit und wir kamen schon am Nachmittag an. Unterwegs fuhren wir schon eine lange Strecke an dem Stausee entlang, der etwas oberhalb von Sveg liegt und fanden sogar eine schöne Badestelle. In Sveg hatten wir noch die Gelegenheit, die Wäsche zu waschen und ein schönes Abendbrot zu essen.

2002-07-22 Der nächste Tag sollte ein Ruhetag werden. Eine alte Familientradition sagt, daß wir auf jeder Radtour einmal Minigolf spielen. Das war hier in Sveg. Bernhard und Ulrich sind inzwischen schon recht starke Gegner für Karin und mich geworden, aber auch Heidrun und Christina konnten schon ganz gut mitspielen. Am Nachmittag machten wir eine kleine Kanufahrt. Dummerweise fing es an zu regnen und Christina bekam deshalb plötzlich Angst, daß das Boot vollregnet und untergeht. Es war überhaupt nichts zu machen und so ging sie mit Karin zu Fuß nach Hause, während ich mit den drei Großen zu dem Staudamm fuhr, in dessen See wir gebadet hatten. Nach unserer Rückkehr stellte Christina fest, daß das Boot ja gar nicht untergegangen war und so wollte sie plötzlich doch mit, als Karin auch noch eine Runde in die andere Richtung paddeln wollte, die sogar recht lang wurde. Abends gab es dann noch einen kleinen Ausflug nach Härrö, einer Halbinsel in dem See, die man über eine Brücke erreicht. Die Straße dorthin ließe sich bis Älvdalen weiterfahren und das ist bestimmt für kommende Radtouren einmal eine lohnende Route, sehr ruhig und doch gut genug ausgebaut.

2002-07-23 Natürlich ist einer der Fixpunkte unserer Radtouren oft Mora gewesen und das sollte auch in diesem Jahr so sein. Wir fuhren auf dem Inlandvägen, der in Sveg diese merkwürdige Spitze bildet, in Richtung Süden, vorbei an schönen Seen. Abends kamen wir an der Stelle vorbei, wo wir 2000 gezeltet hatten und auch noch an Noppikoski, wo Karin mit ein paar Speichenbrüchen damals den Bus bis Mora genommen hatte. Diesmal wollten wir alle den ganzen Weg fahren. Kurz hinter Noppikoski, als wir gut die Hälfte des Weges nach Mora geschafft hatten, fanden wir eine schöne Stelle im Wald. Dort gab es sogar einen kleinen Fluß in der Nähe.

2002-07-24 Der restliche Weg nach Mora war von ein paar Steigungen angereichert und es regnete sogar ein bißchen. Wir durchquerten zunächst die Schlucht eines Flusses, der nach Orsa fließt und dessen Tal zwar von der Bahnlinie, nicht aber von der Nationalstraße genutzt wird und kamen wieder auf die Hochebene, was aber den Vorteil hatte, daß wir irgendwann kurz vor Orsa eine sehr schöne Aussicht hatten. Wir fanden einen Laden, wo es geräucherten Fisch zu kaufen gab und der war gleich noch an einer schönen Stelle in der Nähe eines sehr schnell fließenden Flusses angesiedelt. Von hier gab es jetzt mehrere Möglichkeiten für die weitere Fahrt nach Mora. Wir könnten auf der N 45 bleiben, was sicher der schnellste Weg wäre. Aber es war vielleicht auch noch früh genug, um einen kleinen Umweg auf der anderen Seite des Orsa-Sees zu machen, was wir dann auch taten. Kurz vor Mora wechselten wir auch noch auf die andere Seite des Österdalsälven, wo ja der Zeltplatz liegen sollte.

2002-07-25 In Mora blieben wir etwas länger und so wurden es drei Ruhetage. Eigentlich hatten wir den Bärenpark ja schon zweimal gesehen, aber es stellte sich heraus, daß alle außer Christina vor allem dorthin kommen wollten. Dagegen war Tomteland eindeutig auf Platz zwei. Dennoch fuhren wir am ersten Ruhetag zusammen zum Weihnachtsmann, wobei wir unterwegs noch ein bißchen von Sollerön ansahen. Der Eintrittspreis ist ein bißchen absurd, wenn man nicht gerade einen Hintereingang benutzt, aber man gönnt sich ja sonst nichts und man gestand uns auch zu, mit denselben Karten am nächsten Tag noch einmal zu kommen.

2002-07-26 Diesmal wollten wir es wieder wie 2000 machen und so nahm ich morgens Bernhards Fahrrad und Karin fuhr mit den Kindern mit dem Bus dorthin. Immerhin bot das mir die Möglichkeit, Karins Fahrrad zur Reparatur zu bringen, weil das Hinterrad eine leichte Acht bekommen hatte. Und ich sah mir Sollerön noch ein bißchen ausführlicher an. In Tomteland löste ich dann Karin ab, die mit dem MTB am See entlang in Richtung Siljansnäs fuhr, während ich mit den Kindern im Bus zurückfuhr und Karins Fahrrad abholte.

2002-07-27 So ähnlich wollten wir es mit dem Bärenpark in Grönklitt am dritten Ruhetag auch halten, aber leider fuhren an dem Samstag keine Busse dorthin. Um die Sache ein bißchen zu beschleunigen, fuhr Karin mit den Kindern und den Fahrrädern aber bis Orsa mit einem Bus mit, während ich die Alternativstrecke über Karlås ausprobierte, die natürlich sehr schön, aber doch ein bißchen länger als der normale Weg war, jedenfalls wenn man die Höhenmeter berücksichtigt. Wir trafen uns in Orsa und wollten diesmal den richtigen Weg nach Grönklitt nehmen. Der ging irgendwo nördlich von Orsa als kleiner Waldweg von einer Hauptstraße ab und folgte einem Tal mit einem Bach praktisch bis Grönklitt. Als man anfing, die Straßen in dieser Gegend zu asphaltieren, entschloß man sich aber wahrscheinlich, die Straße nach Fryksås als Hauptstraße auszubauen und dann kurz vor Fryksås eine Querverbindung und das letzte Stück der eigentlichen Straße nach Grönklitt zu asphaltieren. So wurde der Weg zwar etwas länger und man muß auch ein bißchen mehr hoch und runter, aber es wurden beim Asphalt vier Kilometer gespart. Jetzt war es natürlich spannend, ob wir wirklich die richtigen Waldwege erwischen und beim Bärenpark landeten, aber das war kein Problem. Wir schoben unsere Fahrräder für die 5 Kilometer und bekamen für den letzten Kilometer ab der Querstraße auch wieder Asphalt zum Fahren. Leider versteckten sich die Tiere diesmal, so daß wir zwar die Bären, auch die ganz kleinen Bärenbabys zu sehen bekamen, aber kein Wölfe, Luchse und Vielfraße. Vielleicht klappt das ja beim nächsten Mal.

[weiter zum Teil 4]

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