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Radtour in Nordnorwegen: Lofoten & Vesterålen

Karl Brodowsky, gefahren 2012-06-30 bis 2012-08-19, geschrieben 2012

Einleitung

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Die Teilnehmer dieser Radtour waren diesmal alle ohne Altersangaben.

Norwegen hat ungefähr die Form einer schrägen und etwas verbogenen Sanduhr, in der Mitte ist es recht schmal, im Südwesten und im Nordosten breiter. Auf der E 6 und der N 886 (norwegisch: R 886 *) sind es ungefähr 2700 km von Svinesund an der schwedischen Grenze nach Grense Jakobselv bei Kirkenes an der russischen Grenze. Man kann auch Vardø als nordöstlichen Eckpunkt und Lindesnes oder Kornsjø als südwestlichen Eckpunkt nehmen, aber es läuft immer ungefähr auf diese 2700 km hinaus, wenn man nicht kürzere Wege durch Schweden und Finnland zulässt. Die Linie Fauske - Bodø stellt dabei ungefähr die Mitte von Norwegen dar, was diese Längenausdehnung auf dem Straßenweg betrifft. Von dort sind es etwa 1350 km zur russischen Grenze im Nordosten und zur schwedischen Grenze im Südwesten. Man glaubt es nicht, denn Bodø liegt nun schon deutlich nördlich des Polarkreises und die Provinz (norwegisch Fylke) Nordland und damit Nordnorwegen fängt schon irgendwo auf halbem Weg zwischen Trondheim und Bodø an. Und Bodø ist bereits die nördliche Endstation der Bahnstrecke nach Nordnorwegen. Aber entfernungsmäßig kommt nördlich und nordöstlich davon noch etwa die Hälfte von Norwegen, immer unter der Annahme, dass vom Festlandssockel entfernte Inseln und Inselgruppen wie Spitzbergen nicht mitgezählt werden. Flächenmäßig ist es wohl weniger als die Hälfte, was da noch kommt, weil der südliche Teil doch noch etwas breiter ist als Finnmark im Norden, vielleicht kommt so auch der viel südlicher als Bodø und Fauske gelegene Ort Mosjøen dazu, sich Mitte Norwegens zu nennen.

Aber wir haben uns auf unseren vielen Radtouren in Norwegen nur in der südlichen Hälfte des Landes bewegt, wenn man von einem Ausflug nach Narvik 1987 absieht. Das waren immerhin schon die ersten 250 von den 1350 Kilometern in den Norden und seither war es immer geplant, "bald" einmal noch weiter nach Norden zu fahren.

Das war jetzt, 2012, also nur 25 Jahre später, so weit. Nun ist der Norden in Norwegen ein riesiges Gebiet, selbst wenn man das straßenmäßig fast nicht erschlossene Spitzbergen, das allein etwa die anderthalbfache Fläche der Schweiz hat, ausklammert. Allgemein sagt man ja sogar, dass die südliche Hälfte Norwegens interessanter sei als die nördliche, aber nur wenn man die Lofoten vergisst, die eindeutig zu den schönsten Gegenden in ganz Norwegen gehören und schon so gerade in der nördlichen Hälfte liegen. Und direkt daneben sind noch die Vesterålen, noch so eine schöne Inselgruppe. Dorthin sollte die Reise also diesmal gehen. Übrigens ist das "en" am Schluss von "Lofoten" eigentlich kein Plural, sondern die bestimmte Form, also eigentlich müsste man sagen "der Lofoten" oder "der Lo foten", wobei "Lo" das schwedische, nicht das norwegische Wort für Luchs ist und "fot" das Wort für Fuß bzw. "foten" für "der Fuß". Aber es hat sich nun einmal eingebürgert, auf deutsch von "den Lofoten" zu sprechen und dabei werde ich es hier wohl auch belassen.

Hier viel über die Lofoten zu schreiben, spare ich mir, denn darüber gibt es genug hervorragende deutschsprachige Informationen im Web, z.B. Johannes Steinbrücks Seite, Wikipedia und das offizielle Touristenportal.

Die Komplexität der Planung war diesmal noch etwas höher als sonst, weil wir es schafften, mit sechs Personen fünf verschiedene Reisepläne zu haben, die uns nur in den mittleren knapp zwei Wochen zusammenführten. Die Ferientermine waren verschieden und wenn man in diesem Jahr zufällig einmal lange Ferien hat, lohnt es sich ja wohl, die lange Anreise auch auszunutzen und etwas länger in der Gegend zu sein.

Wir bevorzugen aus verschiedenen Gründen die Anreise mit Schiff und Bahn. Vor allem ist das umweltfreundlicher. Außerdem ist die Fahrradmitnahme unkomplizierter als beim Flugzeug und bis vor kurzem fuhren unsere Kinder in Bahn und Schiff noch sehr günstig mit, während beim Flugzeug schon lange der Erwachsenenpreis oder doch 2/3 davon fällig gewesen wären, abgesehen von den Aufpreisen für die Fahrräder. Die Zeitersparnis mit dem Flugzeug relativiert sich auch. Letztlich kostet es einen ganzen Tag und durch Hinzunehmen der Nächte vorher und hinterher für Zugfahrt und Schiffsfahrt sind wir da auch ohne Flugzeug zumindest schon in Oslo oder Göteborg. Dieses Jahr waren wir aber teilweise weit nördlich der Bahnverbindungen unterwegs, wo eine Anreise auch mit drei Nächten plus zwei Tagen schon nicht mehr möglich war. Mit Schiff und Bus kommt man natürlich auch nördlich der Bahnverbindungen noch ans Ziel, wenn man möchte. Aber wir wir schauten uns diesmal die Anreise auf dem Luftweg an. Mit den Flugkarten für 39 EUR wurde es natürlich nichts, das bekommen nur andere hin. Die Preise entsprachen eher einer Reise nach Ostasien, aber das kommt wohl dabei heraus, wenn man unflexibel ist, was das Reisedatum betrifft und auch noch als Zielort relativ kleine Orte mit kleinen Flughäfen aussucht.

Teil 1

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Den Anfang der Reise machte ich diesmal allein. Mit Finnair sollte es nach Rovaniemi gehen, das in Finnland etwa auf dem Polarkreis liegt. Es war billiger, einen Hin- und Rückflug als nur den von mir benötigten Hinweg zu buchen. Das Fahrrad musste man telefonisch anmelden, wobei es die Gelegenheit gab, ausführlich die Musik in der Warteschleife des Callcenters zu hören. Nachher stimmte dann doch irgendwas nicht, weil die genauen Maße des Fahrrads benötigt wurden, um das anzumelden. Bezahlen müsste ich den Aufpreis dann bei der Abreise. Und ja, ich wollte das Fahrrad nur auf dem Hinweg mitnehmen. Man sagte mir noch, dass man den Lenker verdrehen, die Pedale umdrehen und die Luft rauslassen muss. Aus Freude an meinem Fahrrad packte ich es aber noch ein wenig in Pappe und Plastik ein.

Samstag: Morgens ging es am 30. Juni um 7:07 mit dem Zug nach Bülach, von wo wir die letzten paar Kilometer noch mit dem Fahrrad fuhren. Ja, den Weg zum Flughafen machte ich noch nicht alleine. Wir waren fast drei Stunden vor dem Abflug da und das war wohl auch gut so. Entgegen den telefonischen Angaben von Finnair wollte man das Fahrrad in der Form nicht annehmen. Also gut, das Problem ließ sich lösen, weil es dort einen Verpackungsservice gab. Der nette Herr zerlegte gegen Bezahlung das Fahrrad und packte es fachgerecht in einen stabilen Pappkarton. Fotografiert mit dem Mobiltelefon die kritischen Schraubverbindungen, bevor das Fahrrad zerlegt wird, sonst ist der Aufwand beim Zusammensetzen nachher unnötig groß. Dieser Karton wurde nun problemlos angenommen. Beim Verpackungsservice wurden auch noch gleich drei Packtaschen verbunden, die vierte nahm ich ins Handgepäck. Den Rucksack, wo Zelt, Schlafsäcke und noch ein paar andere Sachen drin sein sollten und der auf den hinteren Gepäckträger kam, konnte ich als Übergepäck am Vorabend anmelden, so dass sich der Aufpreis dafür in Grenzen hielt. Zu viel von der Ausrüstung, die sich später auf sechs Personen verteilte, brauchte ich halt schon in der ersten Zeit, wo ich noch alleine unterwegs war. Wir meldeten beim Bezahlen des Übergepäcks und des Fahrrades gleich noch die Fahrräder für die späteren Flüge an. Wir hatten noch Zeit für einen Kaffee, dann musste ich schon los und in dem Teil des Flughafens verschwinden, wo man nur noch mit gültiger Flugkarte unterwegs sein darf.

In Helsinki gab es eine Zwischenlandung, aber diesmal wurde mein Gepäck und mein Fahrrad ohne mein Zutun richtig umgeladen und ich musste mich nicht darum kümmern. Man konnte dort etwas zu Essen kaufen. Das war wesentlich teurer als in der Schweiz und der erste Laden nahm mir meinen Einkauf an der Kasse gleich wieder ab, weil ich keine internationale Flugkarte für die Weiterreise zeigen konnte. Die Zeit und sogar das Geld reichte gerade noch für einen zweiten Laden. Natürlich gab es dort kostenloses WLAN, um mit dem Mobiltelefon ohne Roaming-Gebühren EMails zu verwenden, was noch nützlich war, weil man uns inzwischen mitgeteilt hatte, dass einige der Fahrräder wohl erst ein paar Tage nach den Reisenden ankommen würden. Nach Weiterleitung von ein paar Bestätigungs-EMails und ein paar Telefonaten ließ sich das immerhin so weit entschärfen, dass für den Hinweg die Ankunft der Fahrräder am selben Tag zugesagt wurde und nur auf dem Rückweg eine Verspätung des Fahrradtransports in Aussicht gestellt wurde.

Polarkreis

Abends kam ich dann in Rovaniemi an. Irgendwie gelang es mir das Fahrrad zusammenzusetzen, alles Gepäck daran zu befestigen und loszufahren, obwohl es mir wohl nach dem Flug nicht besonders gut ging. Nun war es Samstag Abend und ob die Läden am Sonntag offen haben, ist in Finnland nicht so klar. Außerdem war es nach Norden weit bis zum nächsten Ort und um das Übergepäck nicht zu schwer zu machen, hatte ich natürlich nichts zum Essen mit. Auch am Samstag sagte man mir, wären um die Zeit die Läden schon zu und noch vom Flughafen in die falsche Richtung nach Rovaniemi zu fahren, hatte ich auch keine Lust. Es gab aber einen kleinen Ort in der Nähe des Flughafens, der jeden Pessimismus Lügen strafte. Es war kein großer Umweg und der Laden war noch offen. Und ich konnte trotz der für mich schlecht verständlichen finnischen Sprache die Dinge kaufen, die ich haben wollte. Ein anderer Kunde gehörte sogar zur schwedischsprachigen Minderheit in Finnland, so dass ich mich nicht mehr ganz so sprachlos fühlte. Bei einer Tankstelle beim Polarkreis konnte ich noch den Druck meiner beim Flughafen nur halbherzig aufgepumpten Reifen korrigieren. Dann ging es richtig los in Richtung Norden.

Schon nach etwa zehn Kilometer gab es den ersten Zeltplatz, direkt an einem schönen See gelegen. Die anderen Gäste und auch der Inhaber waren alle aus Russland und ich konnte in einem stillgelegten Gewächshaus auf dem Sofa oder auf dem Boden schlafen. Mit der Folie, die ich immer unter den Zeltboden lege der und Isomatte darauf war der Boden gut genug. Am nächsten Morgen gab es sogar einen See zum Baden, wenn auch die Dusche nicht verfügbar war. Die anderen Gäste waren morgens schon wieder am Grillen und ich machte mich auf den Weg.

Sonntag: Der Weg war sehr schön, Finnland wie im Bilderbuch. Es gab Seen, Flüsse, Wälder und Moore. Die Felsen am Straßenrand waren oft rötlich. Westlich der Straße war sogar ein Naturschutzgebiet (Ilmakkiaapa), bei dem man auf einem schmalen Steg aus zwei Brettern über das Moor laufen konnte. Die Europastraße war sehr verkehrsarm, aber noch recht gut ausgebaut, ein paar Kilometer waren sogar vierspurig. 1987 war in Finnland das Essen besonders gut und auch diesmal bekam ich die Gelegenheit, in Sodankylä sehr gutes Mittag zu essen. Aber die Orte wurden schon seltener und es gab durchaus schon Werbung für Einkaufszentren, die 135 km entfernt waren. Zeitweise waren neben der Straße Stauseen mit langen Dämmen, so dass die Straße für viele Kilometer unter dem Wasserspiegel lag. Der Radweg war hier sogar recht brauchbar und verlief auf dem Damm, so dass die Aussicht auf den See viel besser war. Nach etwa 210 Kilometern suchte ich mir eine Stelle im Wald, um mein Zelt aufzubauen.

vierspurige leere Straße Naturschutzgebiet Naturschutzgebiet Naturschutzgebiet Naturschutzgebiet

Montag: Diese Gegend war mal ein Zielgebiet für Goldsucher. In den Flüssen kann man immer noch etwas Gold finden, wenn man genug sucht, aber es scheint sich für die heutigen Goldsucher nicht zu lohnen. Ein Goldsuchermuseum in Tankaavara erinnert aber noch an die vergangenen Tage und zeigt die Methoden, wie man früher und auch heute nach diesem glänzenden Edelmetall gesucht hat. Wer genug Zeit hat, kann es wohl sogar selber ausprobieren. Auf der weiteren Fahrt wird der Wald schon dünner, Nadelbäume werden seltener und es gibt hauptsächlich Birken. Bei der Überquerung der Wasserscheide zwischen Ostsee und Barentssee wird ein kleiner Höhenzug überquert, der knapp über die Baumgrenze reicht. In Ivalo, dieser magischen Kleinstadt, die schon fast 300 Kilometer vorher auf den Wegweisern steht, kann man nach Murmansk abbiegen, wenn man ein russisches Visum hat. Das habe ich leider nicht, aber die Fahrt nach Norden zum Inarisee ist auch schön und ich finde auch einen ganz tollen Zeltplatz ?  in dem Ort Inari am Seeufer.

Inarisee Inarisee Inarisee Inarisee

Dienstag: Von Inari kann man in drei Richtungen nach Norwegen weiterfahren. Eine Straße führt nach Nordosten über Neiden nach Kirkenes, eine führt nach Nordwesten über Karasjok zum Nordkap und die N 4/E 75 führt nach Norden nach Vardø und Utsjoki. Es gibt einen sehr langsamen, kaum spürbaren Anstieg. Die Vegetation besteht fast nur noch aus Birkenwäldern und ausgedehnten Mooren, irgendwo wird dann ein kleiner Höhenzug als Sehenswürdigkeit angepriesen, weil dort der nördlichste Kiefernwald Finnlands steht, den man mit viel Mühe angepflanzt hat. Etwas später am Nachmittag ist die Wasserscheide zwischen Inarisee und Tana (norwegisch: Tanaelva / finnisch: Tenojoki / nordsamisch: Deatnu) schon überquert und es geht in einem schmalen und relativ steilen und tief eingeschnittenen Tal weiter nach Norden. Auf der linken Seite ist der Kevo-Nationalpark, wo man mit einem kleinen Spaziergang eine tolle Schlucht sehen kann. Eine lange Holztreppe führt nach oben und dort gibt es dann einen markierten Weg. So kurz ist der Spaziergang nicht, es sind sicher einige Stunden bis zu der Schlucht und die Finnen, die ich treffe, empfehlen alle eine mehrtägige Wanderung, um durch die ganze Schlucht zu gehen, aber ich begnüge mich damit, den Anfang zu sehen. Es ist wirklich toll, auch der Weg dorthin, vor allem, wenn man kein schweres Gepäck tragen muss. Natürlich hatte ich auf der ganzen Wanderung überall sehr guten Empfang mit dem Mobiltelefon. Ich war ja in Finnland. Dafür ist es dann auch spät geworden und ich musste mir nach diesem kleinen Spaziergang bald eine Stelle im Wald für mein Zelt suchen. Musste ist natürlich grob übertrieben, denn diese Gegend war ja weit nördlich des Polarkreises und zu dieser Zeit war es nicht nur die ganze Nacht hell, sondern es gab auch Mitternachtssonne, wenn nur das Wetter in der Nacht gut genug war.

Nationalpark Nationalpark Nationalpark Nationalpark Nationalpark Nationalpark Nationalpark Nationalpark Nationalpark

Mittwoch: Nun war ich so weit nördlich, dass Schweden schon vorbei war und Finnland ging auch seinem nördlichen Ende entgegen. Bald kam ich nach Utsjoki, wo der Grenzfluss Tana überquert werden kann, aber es gab Straßen auf beiden Ufern des Flusses. Natürlich rieten mir alle Finnen, auf der finnischen Seite zu fahren. Da ist alles besser und man kann auch billiger einkaufen. Das sollte wohl nicht mehr nötig werden, da ich mich in Utsjoki schon vorbeugend für die astronomischen Preise in Nordnorwegen eingedeckt hatte, aber eine Fischsuppe zum Mittag war auch nicht schlecht. Der Fluss Tana ist hier riesig und überall stehen Angler und fangen ganz viele ganz tolle Lachse. Es soll einer der besten Lachsflüsse in Norwegen oder gar in Europa sein. Für mich reichte es, dass das ein toller Fluss zum Baden war. An diesem Tag kam mir eine Finnin entgegen, die meinte, dass sie bei -20° C keine Probleme beim Radfahren habe, aber bei -30° C wird die Kette schwergängig. Bald kam Nuorgam, der nördlichste Punkt in Finnland und dann hieß es plötzlich Finnmark und gehörte zu Norwegen. Das nächste Ziel hieß Kirkenes. Die E6 führte mal in der Nähe der Küste entlang und dann mal wieder weiter im Inland. Die Vegetation war hier so im Übergang zwischen Taiga und Tundra, es gab nur noch Büsche, keine richtigen Bäume mehr. An einem besonders schönen Küstenabschnitt konnte ich das Zelt in einer Mulde mit Blick auf das Meer aufbauen. Und das Wetter war gut, das heißt, dass die ganze Nacht über die Sonne schien.

Tana Varangerfjord

Donnerstag: Das östliche Finnmark ist bergig, wie ganz Norwegen, es gibt Fjorde, aber die Berge sind doch nur 500 Meter hoch und vielleicht auch etwas weniger steil als in anderen Gegenden Norwegens. So kommen die Straßen ganz ohne Tunnel aus und es gibt auch kaum Serpentinen zur Bewältigung von Steigungen. Die Höhenmeter hat man trotzdem, es geht halt etwas häufiger und genauso steil wie anderswo in Norwegen auf und ab, nur sind die einzelnen Anstiege kürzer. Eine weitere Besonderheit ist das Wetter. Während Norwegen allgemein dafür bekannt ist, dass es viel regnet, aber sich die Winde eher in Maßen halten, ist Finnmark dafür bekannt, dass dort sehr starke Winde auftreten. Windstärken 7-8 sind häufig anzutreffen und selbst Rückenwind ist nicht immer hilfreich, denn die Straße, die Berge und die Winde ändern die Richtung häufig, so dass auch bei allgemeinem Rückenwind einige sehr mühsame und zeitaufwendige Passagen mit starkem Gegenwind zu erwarten sind. Radfahrer und Radfahrerinnen, die mir entgegenkamen, meinten, dass es zeitweise zu starker Wind zum Fahren war und man schieben musste. Oder Motorradfahrer erzählten mir, dass sie wegen des Seitenwinds fast von der Straße geblasen wurden. Ach ja, Motorradfahrer haben mir auch erzählt, dass es so wenige Tankstellen gebe, dass sie einmal einen 120 Kilometer langen Abstecher machen mussten, um tanken zu können. Zum Glück nicht mein Problem, aber die Lebensmittelvorräte mussten natürlich immer großzügig und leider auch schwer sein. Und mit dem Gegenwind hatte ich tatsächlich in diesen Tagen zu kämpfen, aber es war immerhin noch gut möglich, zu fahren.

Ganz im Norden der Finnmark gibt es Permafrostboden und Tundra, sogar auf Meereshöhe, aber man kommt doch schnell wieder ein Stück nach Süden in den Bereich, wo es noch Birken gibt. So war es auch nach dieser Nacht. Die Straße führte nun etwas mehr durch das Landesinnere an schönen Seen und Flüssen entlang. Immer wieder wurde doch eine Fjordspitze umrundet. In Neiden gibt es einen schönen Wasserfall des gleichnamigen Flusses und natürlich wieder viele Lachse für die Leute mit Angel und Angelschein. Zu dem magischen Ort Kirkenes oder zumindest zu seinem Zeltplatz war es nicht mehr so weit und ich kam so am frühen Abend dort an, früh genug, um noch einen kleinen Ausflug auf der Straße in Richtung Pasvikdalen und Nyrud zu machen. Dort sieht man riesige Abraumhalden einer Erzmine und es gibt sogar eine Bahnstrecke von der Mine zum Hafen in Kirkenes.

Tana Tana

Freitag: Kirkenes ist an sich schon einer dieser magischen Orte, weil dort die E 6, die Hurtigrute und die nördlichste Bahnstrecke in Norwegen enden. Aber gleich daneben gibt es noch Grense Jakobselv. Das ist der Ort, wo die norwegisch-russische Grenze ans Meer kommt. In Norwegen (und auch Schweden) sind seit etwa 20 Jahren alle Nationalstraßen (*) asphaltiert. Alle? Nicht ganz. Auf der N 886 (norwegisch: R 886 /*) von Kirkenes nach Grense Jakobselv und auf der N 258 (gamle Strynfjellveien) fehlen noch jeweils 10 km, im einen Fall, weil man das schick findet, im anderen Fall angeblich, weil das Geld knapp ist. Die Straße nach Grense Jakobselv war also zunächst schön asphaltiert und führte zum einzigen Grenzübergang nach Russland. Angeblich bekommt man in Kirkenes unkompliziert ein Tagesvisum. Aber ich begnügte mich damit, die norwegische Seite anzuschauen. Vorbei am ältesten Fjell in Norwegen führte die Nationalstraße dann zu einem kleinen Grenzfluss, der vielleicht 15 Meter breit ist. Die Straße wurde für die letzten 10 km eine holperige Sandpiste (norwegisch "grusvei"). In dieser Gegend galten strenge Regeln bezüglich der Grenze, die auf entsprechenden Hinweisschildern genau erklärt waren. Man durfte die Grenze nicht überqueren, nicht einmal schwimmend, nicht mit Personen auf der anderen Seite in Kontakt treten und schon gar nicht mit einem Objektiv mit mehr als 200 mm Brennweite fotografieren. Mit meinem Zoom musste ich also bei jedem Foto aufpassen, dass ich eine erlaubte Brennweite einstelle. An der Küste fächerte sich der Fluss zu einer kleinen Trichtermündung auf und es gibt auf der linken Seite eine kleine Kirche, die aber verschlossen war. Ein paar Kilometer weiter gab es dann noch einen wunderbaren Sandstrand, angeblich den schönsten in Norwegen, aber das ist vielleicht übertrieben. Aber ja, Badeurlaub in Finnmark bietet sich an. Es gibt wirklich menschenleere Strände und sauberes Wasser. Und warm genug zum Baden ist das Wasser wegen des Golfstroms auch, angeblich sogar im Winter. Nach dem Baden konnte ich noch ein paar Weißwale (Belugawale) im Meer sehen, vielleicht weil mich ein paar andere Touristen, die zufällig auch in der Gegend waren, darauf aufmerksam machten. Leider fing es an, recht stark zu regnen, deshalb gibt es keine Fotos davon. Der Rückweg zum Zeltplatz war etwas verregnet. Kurz vor Kirkenes traf ich ein Paar aus Russland, die eine Wochenendradtour nach Kirkenes machten und jetzt einen Ort für ihr Zelt suchten.

Kirkenes - Grense Jakobselv Kirkenes - Grense Jakobselv Kirkenes - Grense Jakobselv Kirkenes - Grense Jakobselv Kirkenes - Grense Jakobselv Kirkenes - Grense Jakobselv Kirkenes - Grense Jakobselv

Teil 2

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Samstag: Nun ging es wirklich nach Kirkenes. Das ist eine Kleinstadt mit einem großen Hafen und wohl noch Potential, diesen noch viel größer zu machen, wenn sich Russland oder Finnland dort mit einer Bahnstrecke anbinden wollen. In der Stadt traf ich das russische Pärchen vom vorigen Tag wieder und überhaupt sieht man dort wohl recht viele Russen.

Für viele gehört zu einer Norwegenreise eine Fahrt mit der Hurtigroute einfach dazu. Das haben wir bisher nie so gehalten, aber diemal bot es sich doch an, um den Varangerfjord nach Vardø zu überqueren. Auf dieser Radtour würde ich ja viele Straßen zweimal befahren, aber hier vermied ich es einmal. So um die Mittagszeit fuhr das Schiff los. Die meisten Fahrgäste waren deutsche Touristen, die in zwei Wochen von Bergen nach Kirkenes und gleich wieder zurück fuhren. Nach ein paar Stunden war ich in Vardø und schaute mir den Ort ein wenig an, dann ging es durch den Tunnel auf das Festland. Die Straße nach Hamningberg nach Norden soll auch schön sein, aber ich probierte sie nur für ein paar Kilometer aus und kehrte dann um, um der Nordküste des Varangerfjords zu folgen. Die Landschaft war hier echte Tundra und es gab keine Büsche und Zwergbäume mehr. Eine breite Flussmündung hatte auf einem etwa fünf Kilometer breiten Küstenstreifen viel Sand abgelagert und da ließ sich eine Stelle für das Zelt zwischen den Dünen finden. Nachts kamen dann ein paar Schafe zu Besuch, die mich dann aber doch nicht weiter störten. Nur zur Erinnerung, es war immer noch die Zeit der Mitternachtssonne, also eine recht helle Nacht.

Vardø vom Festland

Sonntag: Morgens konnte ich auf der anderen Straßenseite zu einem wunderschönen breiten Sandstrand am Meer gelangen und vor dem Frühstück schwimmen gehen. Die Fahrt ging dann durch Vadsø, die Hauptstadt der Finnmark immer an der Küste entlang. Die war hier nicht so steil, sondern meistens eher ein sanfter Anstieg oder zumindest gab es einen flachen Bereich, auf dem die Straße verlief und der eigentlich Anstieg kam erst weiter im Landesinnern. Zunächst war die Landschaft noch eine baumlose Tundra, nur gab es erstaunlicherweise hier und da Gärten, die dann doch Bäume hatten. Unterwegs traf ich einen österreichischen Radfahrer, der an seinem Fahrrad noch mehr Gepäck hatte als ich. Dazu kam noch ein Rucksach und ein recht hoch beladener Anhänger. Das faszinierende war aber, dass sich im Gepäck ein zerlegbares Kanu befand, das groß genug ist, um Fahrrad, Gepäck, Anhänger und 1-2 Personen aufzunehmen, so dass es mit einem gewissen Zeitaufwand möglich ist, zwischen der Fortbewegung auf dem Wasser und auf der Straße zu wechseln. Eine voll amphibische Radtour also.

Etwa ab Vadsø gab es auch mehr und mehr Büsche und dann auch Bäume in der Nähe der Straße, zumindest auf Meershöhe. Dass die Baumgrenze recht niedrig blieb, ist natürlich klar. Irgendwann brach mir mal plötzlich eine Speiche. Zum Glück hatte ich ein paar Ersatzspeichen am Rahmen festgeklebt und es war nicht so schwierig, die auszutauschen, weil ich eine Rohloff-Nabe habe, so dass es keine Schwierigkeiten mit dem Zahnkranz gab. Nur das Zentrieren war etwas mühsam, ist mir aber doch immerhin so gut gelungen, dass der nächste Fahrradhändler, dem ich das Hinterrad zeigte, meinte, dass er es auch nicht besser zentriert hätte.

Das letzte Stück am Abend fuhr ich dieselbe Straße wie auf dem Weg nach Kirkenes, um zur Tanabrücke zu kommen. Kurz vorher fand ich einen Zeltplatz in Skiippagurra. Es war wieder einmal schade, dass ich noch so wenig Russisch konnte, denn das hätte mir beim Einchecken sehr viel mehr geholfen als Norwegisch. Überhaupt war es erstaunlich, wie oft man an Orten wie Zeltplatzrezeptionen in Nordnorwegen Leute antrifft, die kein Norwegisch können oder so wenig, dass sie es nicht gerne sprechen wollen. Eine Finnin erzählte mir auf dem Zeltplatz, dass sie mit ihren Kindern einen wilden Fuchs gesehen habe, der sich auf ein paar Meter herangetraut habe, aber natürlich haben sie trotzdem von dem Wildtier noch einen gewissen Mindestabstand gehalten.

Varangerhalbinsel Max Varangerhalbinsel

Montag: Ein Stück musste ich der Tana noch nach Norden folgen, dann kam die Brücke und der kleine Ort Tanabru. Nun machte die E 6 einen merkwürdigen Bogen nach Süden entlang der Tana, aber es gab auch die direktere N 98, die parallel zur Küste verlaufen sollte. Erst ging es noch recht lange am Westufer der Tana nach Norden, dann bog meine Straße nach links ab und wurde bald ein ganz kleines Sträßchen. Und ja, alle National- und Europastraßen in Norwegen bis auf 10 km lange Ausnahmen sind asphaltiert. Nur gibt es noch ein weiteres, gerne vergessenes Problem. Auf Schwedisch heißt das "vägarbeidsområde", auf Norwegisch vielleicht "angleggsarbeid". Man sieht es, wenn man da ist, mit einem schönen Schild und einer Längenangabe von vielen Kilometern, ich meine, durchaus oft zweistellig, manchmal 70 km lang. Bei diesen Baustellen wird oft die Straße gründlich renoviert, also der alte Asphalt abgetragen, die unteren Schichten neu aufgebaut und danach dann wieder eine Asphaltschicht eingebaut. Man hat also vorübergehend mal recht lange und recht grobe Schotterpisten zu bewältigen, obwohl die Straße ja eigentlich längst asphaltiert war und dann demnächst auch wieder sein wird. So war es auch hier, nur fehlte der Asphalt immer nur auf wenigen kurzen Stücken. Dass die Straße parallel zur Küste lief, hatte den interessanten Effekt, dass man immer wieder auf die Berge oder zumindest in die höher gelegenen Täler hochfahren musste, dann ging es wieder herunter, um eine Fjordspitze zu umrunden. Die Flüsse flossen meistens nach Norden und auch deren Täler mussten ab und zu überquert werden. Alles blieb aber in der ersten Tageshälfte im Rahmen.

Später am Tag war dann die Küste etwas weiter weg und ein sogenanntes Fjell zu überqueren, das nur 377 m hoch sein sollte, also auch nicht besonders hoch. An einem Rastplatz traf auch ich einen Fuchs, der sich bis einen Meter herantraute, aber beim kleinsten Verdacht sofort flüchtete und dann nach ein paar Minuten wieder vorsichtig angeschlichen kam. Die Straße führte durch eine sehr schöne Berggegend. Es gab immer wieder große Flüsse, denen die Straße auch mal ein Stück folgte, aber die flossen letztlich von Süden nach Norden, aber die Straße sollte nach Westen führen. So waren die Höhenmeter trotz der geringen Maximalhöhe nicht zu knapp. Gegen Abend kam dann noch einmal eine Baustelle. Diesmal war wirklich für 12 km grober Schotter angesagt und es wurde auch aktiv gearbeitet. Ich zog mir so eine orange Reflexweste an, die ich dabei hatte, um in langen Tunneln besser sichtbar zu sein. So wurde ich vielleicht von den Bauarbeitern für einen Kollegen gehalten und lieber mit entsprechend großem Abstand von Baufahrzeugen und Lastwagen überholt. Wegen der labilen Speiche zog ich es vor, das Fahrrad zu schieben. Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt. :-( Eindrucksvoll war immerhin, was dabei entstand. Ein Stück war schon fertig. Die renovierte Straße war dann durchgängig zweispurig und verlief auf einem mindestens 5 m hohen Damm, meistens viel mehr. Dadurch sollte die Winterfestigkeit verbessert werden, unter anderem weil der typische heftige Wind dann den Schnee von der Straße herunterbläst und die Schneewehen nur selten über die Straße gehen, so dass überhaupt eine Chance zur Schneeräumung besteht. "Helårsveien" (Ganzjahresstraße) hieß das Bauprojekt. Heute gibt es wohl noch eine Wintersperre.

Relativ spät kam ich dann auf dem Zeltplatz in Ifjord an. Aber die Zeiten waren ja egal, man wird nur irgendwann müde. Ich hätte ja auch meinen Tagesrhythmus völlig beliebig verschieben können, aber immerhin gibt es doch zwei Aspekte, die man beachten sollte. Gerade in dünn besiedelten Gegenden möchte man bei den wenigen Läden, wo man Essen kaufen könnte, nicht dauernd außerhalb der Öffnungszeiten vorbeikommen und es kann theoretisch tagsüber im Zelt zu warm werden, wobei ich diese Gefahr in Finnmark als nicht so groß ansehe.

Tana - Ifjord Fuchs (Tana - Ifjord) Fuchs (Tana - Ifjord) Fuchs (Tana - Ifjord) Fuchs (Tana - Ifjord) Fuchs (Tana - Ifjord) Fuchs (Tana - Ifjord) Fuchs (Tana - Ifjord) Fuchs (Tana - Ifjord) Fuchs (Tana - Ifjord) Fuchs (Tana - Ifjord) Fuchs (Tana - Ifjord) Fuchs (Tana - Ifjord) Baustelle (Tana - Ifjord)

Dienstag: Ein anderer Radfahrer war gerade von der Nordkinnhalbinsel gekommen und hatte trotz Rückenwind auf dem größten Teil der Strecke mit den Gegenwindabschnitten so sehr zu kämpfen, dass es eine der anstrengensten Tagesetappen war, die er je gefahren ist. Das war also für diesen Tag meine Route. Es gab natürlich ganz ordentlichen Gegenwind, aber irgendwie kam ich schon voran. Bis Mehamn zu fahren, erschien aber mehr und mehr als recht ehrgeiziges Ziel für den Tag. Irgendwo gab es einen Straßenabschnitt mit "Kolonnkørning", das bedeutet, dass die Straße im Winter bei viel Schnee gesperrt ist und nur zu bestimmten Zeiten direkt in Begleitung eines Räumfahrzeugs befahren werden darf. Mich würde mal interessieren, wie man das als Radfahrer handhabt. Immerhin gab es dort ein Wartehaus, in dem man die Stunden bis zu dem Kolonnentermin verbringen könnte und wo ich sogar die Gelegenheit zu einem kurzen Mittagsschlaf hatte. Danach ging das Fahren wieder viel besser.

Die Straße stieg jetzt an auf das Hochland im südlichen Teil der Nordkinnhalbinsel. Dieses war immer wieder von tiefen Tälern durchbrochen, wo Flüsse nach Osten oder Westen dem Meer entgegenströmten. So war ein häufiger Wechsel der Richtung, der Steigung und natürlich des Winds gewährleistet. Abends kam ich dann durch ein schmales Tal herunter zum Wasser nach Hopseidet. Das ist kaum ein Ort, aber ein paar Häuser gibt es da schon. Und zwei Fjorde, der Hopsfjord von Osten und der Eidsfjord von Westen treffen sich dort. Die Landenge zwischen den beiden Fjordspitzen ist nur wenige hundert Meter breit und nur wenige Meter hoch. Auf der anderen Seite ging es wieder steil hoch, dann folgte aber ein flacheres, höchsten hügeliges Gelände, bei dem man fast von einer Hochebene sprechen konnte. Dieser nördliche Teil der Nordkinnhalbinsel bot sehr gute Fernsicht, aber es war kaum möglich, neben der Straße zu zelten. Bäume fehlten ganz und es gab immer wieder größere Flächen, wo nur grober Schotter und Felsen mit sehr wenigen Pflanzen neben der Straße zu sehen waren, dann gab es wieder Moore und Seen, aber keinen tragfähigen Boden, der eben genug für ein Zelt war. Die Straße verlief auch hier auf einem etwa drei Meter hohen Damm und die Rastplätze waren so gestaltet, dass man sich je nach Windrichtung auf einer anderen Seite von geschwungenen Windschutzwänden aufhalten konnte. Die Mülleimer waren, wie in Finnmark üblich, mit großen Steinen beschwert oder hatten Deckel mit recht starken Magneten. Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, wird recht schnell vom Winde verweht.

Abends kurz vor Mehamn wurde das Gelände etwas flacher. Die Straße verlief durch ein breites Tal mit Tundravegetation und da ließ sich dann auch das Zelt aufbauen. Es gab sogar einen Pfosten, um das Fahrrad über Nacht anzulehnen. Nachts kamen diesmal Rentiere vorbei, wobei das Leittier recht laute Geräusche von sich gab, die etwas an das Quaken einer Ente erinnerten. Es waren viele Rentiere. Zum Glück haben alle Tiere die Fähigkeit, Hindernisse möglichst verlustfrei zu umgehen und so haben sie auch mein Zelt nicht über den Haufen gerannt, nicht einmal die Abspannseile.

Ifjord - Mehamn Ifjord - Mehamn Ifjord - Mehamn Ifjord - Mehamn

Mittwoch: Das Nordkinn auf der Nordkinnhalbinsel ist ein Berg etwas nordwestlich von Mehamn und die nördlichste Spitze des europäischen Festlands befindet sich gleich unterhalb dieses Bergs und heißt Kinnarodden. Man sagte mir, dass diese nicht leicht zugänglich seien. Der Weg ist natürlich nicht markiert, aber mit Landkarte und Kompass könnte ich das natürlich trotzdem finden, wobei ein GPS-Gerät (oder mein Mobiltelefon) sicher bei Nebel noch hilfreich wäre. Dann sind es aber von der Straße etwa 25 km pro Richtung, so dass man die Wanderung nur in 2-3 Tagen schaffen kann, weshalb man Zelt und Schlafsack mitschleppen muss. Und zu allem Überfluss soll es noch ein alpin anspruchsvolle Route sein, die nur für erfahrene Bergwanderer mit richtig guten Wanderschuhen geeignet ist. Normale Radfahrer ohne entsprechendes Gepäck und ohne Reiseführer müssen sich also ein Ausweichziel suchen. Wie wäre es mit dem nördlichsten Punkt auf dem europäischen Festland, der auf der Straße erreichbar ist? Das ist Gamvik oder besser noch Slettnes, ein Leuchtturm in der Nähe von Gamvik. Man muss nur von Mehamn auf einer kleinen asphaltierten Straße parallel zur Küste 20-25 km nach Osten fahren, dann ist man schon da.

So eine parallel zur Küste verlaufende Straße bedeutet natürlich, dass man viele Höhenmeter hat, weil die Straße immer wieder die Fjordspitzen umrundet und ansonsten etwas über höher gelegenes und unebenes Gelände abkürzt. Ach ja, windig war es natürlich auch, überwiegend Gegenwind. Es gab also viele schöne Seen und Flüsse und ein paar Fjorde, aber natürlich kaum Bäume oder auch nur Büsche. Der Permafrostboden ist schon ziemlich dominierend in der Gegend. Jedenfalls dauerte die Fahrt nach Gamvik doch recht lange, aber ich fuhr dann noch nach Norden bis zum Leuchtturm von Slettnes.

Mein Zelt hatte ich stehen gelassen und sammelte es auf dem Rückweg nach einem kurzen Mittagsschlaf ein. Nun ging es wieder zurück über die Hochebene nach Hopseidet. In dem schmalen Tal, das den ersten Anstieg südlich von Hopseidet enthielt, war der Wind sogar auf der Hälfte des Anstiegs starker Rückenwind und auf der anderen Hälfte starker Gegenwind. Man konnte den Wind sogar hören, weil er in den Leitplanken Töne erzeugte. Eines der Quertäler enthielt dann schon Laubwald und am Abend konnte ich etwa 20 km vor Ifjord auch kurz über Meereshöhe einen niedrigen Wald finden, um mein Zelt aufzubauen.

Slettnes / Gamvik / Nordkinnhalbinsel Nordkinnhalbinsel Nordkinnhalbinsel Nordkinnhalbinsel Nordkinnhalbinsel Nordkinnhalbinsel Nordkinnhalbinsel Nordkinnhalbinsel Nordkinnhalbinsel Nordkinnhalbinsel Nordkinnhalbinsel Nordkinnhalbinsel

Donnerstag: Auf dem Zeltplatz in Ifjord machte ich noch eine kurze Pause, um etwas Kaffee und eine warme Waffel zu essen. Dann ging es steil bergauf, um weiter in Richtung Westen zu fahren. So hoch war der Anstieg diesmal nicht aber es folgte wieder so eine parallel zur Küste verlaufende Strecke mit für norwegische Verhältnisse relativ niedrigen Anstiegen, die beim Abschneiden einer Halbinsel jeweils auftraten. Dann wurde aber plötzlich alles anders. Es kam eine Flussmündung und die Straße folgte dem breiten Tal des Flusses. Der Anstieg auf knapp 200 Meter erfolgte so sanft, dass man ihn kaum merkte. Das Tal war so breit, dass man dort problemlos eine Hochgeschwindigkeitsstrecke für ICEs ohne Tunnel hätte bauen können. Entsprechend wurde die Straße auch eine Hochgeschwindigkeitsstraße, die für 90 km/h zugelassen war. In einem kleinen Ort konnte ich Essen einkaufen und sogar noch etwas Kaffee trinken. Das einzige warme Essen, das der Laden hatte, waren frisch gebackene Waffeln, aber daran gewöhnt man sich ja gerne.

Am Abend überquerte ich dann die Passhöhe, deren Anstieg ich kaum bemerkt hatte. Auf der anderen Seite war es dann steiler. Ein Fluss durchquerte eine Schlucht, die man wohl von beiden Seiten anschauen konnte. Die Straße musste diesen Engpass natürlich umgehen. Dann wurde das Tal wieder breiter. Bis hier bestanden die Wälder nur aus Birken und vielleicht Espen, aber nun wurde der nördlichste Kiefernbestand der Welt als Besonderheit am Straßenrand angepriesen. Es ging also wieder in südliche Gefilde, nicht mehr weit bis zu den Palmen. Bald kam auch wieder das Meer in Gestalt des Porsangerfjords in Sicht und irgendwo in der Nähe des Wassers fand sich auch ein Wald aus niedrigen Birken, wo mein Zelt aufgebaut werden konnte. Ein bisschen problematisch war, dass nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche schon Wasser kam, was bei einem starken Regen das ganze Gebiet in eine riesige Pfütze verwandeln könnte, aber dieser Regen ist nicht gekommen.

Ifjord - Porsangerfjord Ifjord - Porsangerfjord Ifjord - Porsangerfjord Ifjord - Porsangerfjord Ifjord - Porsangerfjord Ifjord - Porsangerfjord Ifjord - Porsangerfjord Ifjord - Porsangerfjord Ifjord - Porsangerfjord

Freitag: Morgens könnte man im Meer baden, das war ja nur ein paar Meter vom Zelt entfernt. Aber nur bei Hochwasser. Gezeiten gibt es nicht nur an der deutschen Nordseeküste, sondern auch recht oft an flacheren Küstenabschnitten in Norwegen, vor allem in Nordnorwegen. Durch den Schlick bis zum Wasser zu laufen, wäre auch nicht so einfach gewesen.

Wenige Kilometer weiter gab es einen Naturlehrpfad, der einige interessante Besonderheiten der Landschaft zeigte. So gab es Steine, die das Wellenmuster des Bodens aus uralten Zeiten versteinert hatten und vor allem gab es eine Bucht, in der man die Strandlinien verschiedener Zeiten erkennen konnte, da sich ja Skandinavien seit der Eiszeit um viele Meter gehoben hat. Irgendwo gab es da dann auch eine gute Badestelle, wo das Wasser direkt tief genug war, unabhängig von den Gezeiten.

Lakselv war ein kleiner Ort, wo man immerhin mal wieder etwas zu Essen einkaufen konnte. Nun war ich wieder auf der E 6 und es waren Narvik, Alta, Hammerfest und das Nordkap als Ziele auf den Entfernungstafeln angegeben. Ich bewegte mich also wieder in gängigen Gefilden, was Norwegenurlaub betrifft. Zum Glück war es nicht so gängig, wie ich befürchtet hatte, denn der Verkehr mit Wohnmobilen, Motorrädern und Autos blieb gering. Immerhin kamen mir jetzt etwas öfter am Tag andere Reiseradler entgegen. Wie sich wohl bereits erkennen ließ, ist das Nordkap für mich unter diesen magischen Punkten in Nordnorwegen nicht so wichtig wie Kirkenes, Grense Jakobselv, Vardø oder Slettnes. Aber die Landschaft in der Umgebung ist doch wieder anders als sonst, denn so viel Tundra gibt es in Norwegen auch nicht, zumindest nicht auf Meereshöhe. Außerdem ist immer noch ein gewisses Risiko, dass fahrradfeindliche Verkehrsplaner auf die Idee kommen, da Fahrradverbote einzuführen. Heute ist Finnmark die mit Abstand fahrradfreundlichste Region in Norwegen, denn ich gehe davon aus, dass es in ganz Finnmark kein einziges Fahrradverbot auf Straßen gibt. Das ist etwa das Qualitätsniveau wie es Gotland als fahrradfreundlichste Region in Schweden hat. Da die Zeit noch reichen sollte, fuhr ich also doch in die nächste 130 km lange Sackgasse in Richtung Nordkap. Für den Rückweg könnte ich ja den Bus nehmen, wenn die Zeit knapp wird oder wenn es zu windig würde.

Den ganzen Tag folgte die Straße dem Porsangerfjord. Wie schon gesagt gibt es in Finnmark fast keine Tunnel. Das sollte sich jetzt schlagartig ändern. Die E 69 als Straße zum Nordkap verläuft oft an steileren Küstenabschnitten des Porsangerfjords und so gab es den einen oder anderen Tunnel, um eine steile Halbinsel zu queren. Bis zum Nordkap sind es etwa 15 km im Tunnel. Am Abend fand ich dann einen Platz für mein Zelt in der Tundra etwas abseits der Straße, wo es sogar einen größeren Stein gab, an den ich mein Fahrrad anlehnen konnte.

Am Porsangerfjord Am Porsangerfjord Am Porsangerfjord Am Porsangerfjord Am Porsangerfjord Am Porsangerfjord Am Porsangerfjord Am Porsangerfjord Am Porsangerfjord Am Porsangerfjord Am Porsangerfjord

Teil 3

[Anfang] [Ende]

Samstag: Morgens konnte ich auf der anderen Straßenseite über ein paar Felsstufen zum Meer gelangen und vor dem Frühstück baden. Nun ging es weiter am Wasser entlang und die Küste war jetzt nicht mehr ganz so steil, dafür fuhr man mal näher am Wasser und mal wieder etwas weiter oberhalb. Insgesamt war es aber sicher eine für Norwegen ausgesprochen flache Strecke, wenn auch kaum windstill. Bald kam ein wunderbarer breiter Sandstrand, der etwas unterhalb der Straße lag. Die Straße machte einen Bogen vom Wasser weg nach oben und man fuhr für ein paar Kilometer fast in der entgegengesetzten Richtung bis zu dem ehemaligen Fähranleger für die Fahrt nach Magerøya, der Nordkapinsel. Diese Fähre braucht man heute nicht mehr, denn ein paar Kilometer weiter fing dann ein etwa 7 km langer Tunnel an, der unter dem Wasser hindurchführt. Es ging über 200 m unter den Meeresspiegel nach unten, was sich in weniger als 5 Minuten schaffen ließ. Dann kam der Anstieg, nicht höher als andere, aber der brauchte natürlich etwas länger. Außer bei untermeerischen Tunneln ist fast immer der höchste Punkt irgendwo im Tunnel, so dass das Wasser über die Straße oder besser über den Straßenrand ohne Hilfe ablaufen kann. Im Tunnel war es sehr kalt. Vielleicht ist das normal, weil man ja durch Permafrostboden fährt? Für den Winter gab es Tore an den beiden Enden, um die Kälte im Tunnel nicht überhand nehmen zu lassen. Aber wie gesagt, den größten Teil der Zeit verbringt man auf der zweiten Hälfte des Tunnels beim Bergauffahren und da ist es sicher nicht zu kalt gewesen.

Auf der anderen Seite war dann Magerøya. Die Straße kurvte um Seen und Buchten herum. Der Wind wurde heftiger und unruhiger. Selten habe ich mich über einen Tunnel so gefreut wie über den 4.5 km langen Tunnel vor Honningsvåg. Honningsvåg kam direkt danach und da lief die Straße in etwas geschützteren Lagen durch Talkessel, zumindest bei der Windrichtung, die an diesem Tag vorherrschte. Honningsvåg ist Anlaufpunkt von sehr vielen Kreuzfahrtschiffen und gilt heute als die nördlichste Stadt in Europa. Immerhin gab es dort Gelegenheit, etwas Essen zu kaufen und in Erfahrung zu bringen, wo die nächsten Zeltplätze sind. Etwa 10 km weiter kam ein sehr schöner Zeltplatz. Angeblich windgeschützt gelegen, aber trotzdem musste man schon sehr aufpassen beim Aufbauen des Zelts, dass es nicht weggeweht wird. Es war noch relativ früh am Tag und das Wetter war einigermaßen gut. Windig, wolkig, aber trocken.

Nach einer kleinen Pause machte ich mich dann am Abend auf den Weg zum Nordkap. Das waren nur noch 23 km. Nur mit minimalem Gepäck. Doch jetzt regnete es. Das ist das Pech der meisten Nordkapbesucher, dass es dort regnet oder dichter Nebel die Sicht erschwert. Auf den letzten Kilometern wurde die Straße bergiger. Es ging weg von der Ostküste der Insel auf das Hochland in der Mitte und dann wieder etwas herunter in die Nähe eines Fjords im Westen der Insel. Dann kam man wieder in höheres Gelände. Die Straße war sehr gut ausgebaut und führt wieder nach unten zum Ort Skarsvåg. Kurz vorher zweigte ein winziges Sträßchen nach links ab, das zum Nordkap führen sollte. Natürlich wurde es jetzt noch steiler, ging dann aber noch einmal herunter, bis der ultimative Anstieg zum Hochplateau ein paar Kilometer vor dem Nordkap kam.

Das Nordkap auf Magerøya ist ja schon bei vernünftigen Zählweisen nicht der nördlichste Punkt in Europa. Wenn es auf einer Insel sein darf, liegt das Nordkap auf Spitzbergen (ja es heißt auch so) viel nördlicher und wenn es Festland sein soll, dann muss man wohl eher an Kinnarodden denken. Aber selbst wenn es nur der nördlichste Punkt auf Magerøya sein soll, der einen zu einer Reise von Spanien, Frankreich, Süditalien oder der Schweiz in diese Gegend bringt, dann ist eigentlich die Halbinselspitze Knivskjellodden das richtige Ziel. Es gab dann auch einen Rastplatz, wo der Wanderweg dorthin abzweigte und man konnte ihn einigermaßen gut erkennen. Natürlich soll das dann später anders werden und man braucht eine gute Karte, einen Kompass und am besten ein GPS-fähiges Mobiltelefon mit "offline-Navigation". Ansonsten ist der Weg aber nur 8 km für eine Richtung, so dass es sich an einem Tag machen lässt, ohne das Zelt mitzuschleppen. Vielleicht mache ich das mal, wenn ich mal wieder in die Gegend komme. Diesmal wohl nicht. Die Straße stieg nun nur noch leicht an und war ansonsten norwegerflach: Es ging immer wieder hoch und runter. Plötzlich kam die Zahlstelle für das Nordkap. Ich weiß nicht, was die Motorfreunde dort bezahlen, aber für Radfahrer und Wanderer war es gratis. Es folgte ein riesiger Parkplatz mit etwa hundert Bussen, davor ein noch größerer Parkplatz mit hunderten von Wohnmobilen und Autos.

Mit dem Eintritt war dann aber alles abgegolten. Man durfte in dem Gelände herumlaufen, auch wenn das vielleicht für manche Autofahrer zu stressig war, man konnte im Nordkapgebäude einen Film schauen und vor allem die Erdkugel aus Eisenstäben anschauen. Und das Wetter wurde auch plötzlich wieder gut und es gab strahlenden Sonnenschein. Knivskjellodden konnte man sehr gut sehen. Es musste das sein, denn die Weitsicht war mindestens 14 km und bis zum Rastplatz waren es vielleicht 6 km. Und es gab weit und breit nichts, was weiter von der Küste herausragte. Was aber viel faszinierender war, ist, dass man in der anderen Richtung bis zum Nordkinn schauen konnte. Luftlinie ist das etwa 67 km vom Nordkap weg, auch wenn es auf der Straße über 400 km wären, wenn man mal die letzten 25 km zum Nordkinn vergisst. Da das Nordkap ja über 300 m hoch ist und das Nordkinn auch einige wenige 100 m haben dürfte, reicht die Weitsicht bezüglich der Erdkrümmung tatsächlich aus, um so weit zu sehen und das Wetter war plötzlich auch gut genug dafür.

Magerøya & Nordkap: noch Festland Magerøya & Nordkap: Strand auf dem Festland Magerøya & Nordkap: noch Festland Magerøya & Nordkap: noch Festland Magerøya & Nordkap: Nordkaptunnel nach Magerøya Magerøya & Nordkap: Schiffe in Honningsvåg Magerøya & Nordkap: Straße zum Nordkap Magerøya & Nordkap: Knivskjellodden Magerøya & Nordkap: Nordkap-Globus Magerøya & Nordkap: Knivskjellodden Magerøya & Nordkap: Nordkap-Globus Magerøya & Nordkap: Blick zum Nordkinn Magerøya & Nordkap: Nordkap-Globus Magerøya & Nordkap: Rückfahrt vom Nordkap Magerøya & Nordkap: Rückfahrt vom Nordkap Magerøya & Nordkap: Rückfahrt vom Nordkap Magerøya & Nordkap: Rückfahrt vom Nordkap Magerøya & Nordkap: Rückfahrt vom Nordkap

Sonntag: Eigentlich wollte ich kurz da bleiben und dann zurückfahren, aber irgendwie blieb ich dann doch bis Mitternacht. Die Mitternachtssonne beim Nordkap wurde allerdings durch einen kleinen Rest von Wolken verdeckt, die im Norden über dem Horizont zu sehen waren, aber kurz danach gab es wieder strahlenden Sonnenschein, als ich mich bei Windstärke 7-8 auf den Rückweg machte. Besonders aufpassen muss man da, wenn bei Seitenwind Busse überholen und kurz einen Windschatten hervorrufen. Insofern war die Zeit etwas ungünstig gewählt, weil alle Busse kurz nach Mitternacht zurückfuhren. Ganze Kreuzfahrtschiffe und auch das tägliche Hurtigroutenschiff hatten ja den Ausflug zum Nordkap von Honningsvåg aus im Angebot.

Irgendwann um halb drei oder so kam ich zum Zeltplatz zurück, aber das war ja egal. Am nächsten Morgen (oder am selben Morgen) musste ich ja nicht speziell früh aufstehen. Ich hatte mich über die Zeiten der Busse informiert, aber erstmal fuhr ich einfach los. Der Linienbus zurück nach Oderfjord fuhr am Sonntag erst am Nachmittag und da hätte ich noch viel später die Chance, ein Stück mitzufahren. Eigentlich ist die Strecke ja auch schön und so fuhr ich erst einmal selber. Nach dem Tunnel, als ich wieder auf dem Festland war, gab es diesen kurzen Abschnitt, wo man den Wind aus der entgegengesetzten Richtung hat. Ich hatte Rückewind, was ärgerlich war, da dann auf den 80 Kilometer bis Olderfjord Gegenwind angesagt sein würde. Ich traf noch ein Radfahrerpaar aus Spanien, die mich noch vorwarnten, da sie ja schönen Rückenwind gehabt hatten.

Aber auf den paar Kilometern drehte der Wind plötzlich um 180 Grad und ich musste mich gegen heftigen Gegenwind durchkämpfen. Noch nie habe ich mich so über Gegenwind gefreut. Dann kam die 135-Grad-Kurve und es ging mit Rückenwind bergab. Der Rückenwind blieb bis Olderfjord überwiegend bestehen, mit Ausnahme einiger kurzer Abschnitte. So kam ich gut voran und interessierte mich nicht mehr für die Busvariante. Das Wetter war immer noch sonnig, aber am Himmel entstanden doch recht wilde Wolken, die sich im Laufe des Tages verdichteten. Am späten Nachmittag gab es dann noch einen ganz ordentlichen Regen. Irgendwo war sogar ein Gewitter zu sehen, aber das war nicht bei mir in der unmittelbaren Nähe. Typisch für die Gegen waren solche Holzgestelle, wo Fische zum Trocknen aufgehängt wurden. Die Gestelle hatten etwa die Form von Häuserdächern, also von Dachstühlen ohne das eigentlich Dach. Darüber waren Netze gespannt, damit sich die Vögel nicht übermäßig bedienen.

Nach Olderfjord kam ich wieder auf die E 6 und es folgte ein Anstieg vom Wasser weg. Etwa auf der Passhöhe fand ich einen Platz für mein Zelt und leider zum ersten Mal seit längerer Zeit auch recht viele Mücken. Hier gab es auch schon wieder Wald.

E69: Honningsvåg - Olderfjord E69: Honningsvåg - Olderfjord E69: Honningsvåg - Olderfjord Birkensterben in Finnmark

Montag: Unten im Tal war die Abzweigung nach Hammerfest, dann führte die Straße wieder durch höhergelegenes Gebiet. Dort traf ich einen entgegenkommenden Reiseradler und bald waren noch etliche anderer Reiseradler stehengeblieben. Eine Niederländerin sagte, dass sie immer erst gegen 16:00 losfahre, um die etwas windärmere Zeit in der Nacht besser auszunutzen. Ja, es war noch ein bisschen windig, aber nicht mehr so schlimm. Die Straße führte über eine größere baumlose Hochebene. Man sah gelegentlich Zelte von Samen (deutsch auch: Lappen, norwegisch Samer) am Straßenrand oder in der Ferne. Und ich traf zwei Norwegerinnen, die mit riesigen Rucksäcken zu Fuß auf dem Weg zum Nordkap waren. Normalerweise wollten sie über die Fjellwege gehen, aber da ihnen die Mücken dort zu nervig geworden waren, wichen sie an diesem Tag auf die Europastraße aus. Aber in 1-2 Wochen würden sie es schaffen bis zum Nordkap und sicher auch bis zum Knivskjellodden.

Samendorf Schnell oder langsam? Birkensterben in Finnmark Fluss zwischen Olderfjord und Alta

Am frühen Abend kam ich nach Alta. Für einen echten Ruhetag sollte es nicht mehr reichen, aber ein Tag mit einer etwas kürzeren Fahrstrecke war ja zumindest mal fällig. Der Zeltplatz war recht groß und die Stadt Alta war auch für nordnorwegische Verhältnisse recht groß. Ich traf viele Reiseradler, irgendwie hatte ich das Gefühl, dass außer einem Schweizer Wanderer neben mir fast nur Reiseradler auf dem Zeltplatz waren. Man sah zwar auch ein paar Wohnmobile und Autos, aber kaum deren Insassen. Ein Australier, der sehr gut Norwegisch und Deutsch konnte, hatte vor, zum Nordkap zu fahren und nun waren ihm fünf Speichen auf einmal gerissen. Und alle Fahrradmechaniker in Alta hatten zufällig gerade gleichzeitig Ferien. Zusammen mit ein paar anderen Radfahrern überlegten wir, was er machen könnte. Der Schweizer wollte mit dem Bus nach Vadsø fahren und dort wandern und hoffte, dass eine bestimmte Straße nicht asphaltiert ist. Viele Radfahrer hatten dieselbe Idee, die letzten 20 km zum Nordkap ohne großes Gepäck zu fahren, aber zwei Radfahrer aus Serbien wollten das ganze Gepäck dabei haben und vor der Erdkugel beim Nordkap ein Foto mit dem ganzen Gepäck auf den Fahrrädern machen. Einige waren auch einfach nicht auf die Idee gekommen. Ein Radfahrer machte sich Sorgen, weil die E 6 in Alta recht viel Verkehr hat, aber ich konnte ihn beruhigen. Spätestens etwa 30 km südlich und nördlich von Alta ist der Verkehr wieder sehr wenig, die meisten Autofahrten sind ja nur Kurzstreckenverkehr.

Alta ist nun nur 250 km von Magerøya entfernt, aber da es so geschützt liegt, hat es ein ungewöhnlich mildes Klima. Die Palmen habe ich zwar nicht gesehen, aber es gab doch Wälder mit allen möglichen Nadelbäumen und Bodenvegetation, wie man sie sonst nur sehr viel weiter südlich in Skandinavien findet. Von Alta aus kann man die ganze Zeit die große Bucht sehen, aber wegen einiger Inseln und Halbinseln nicht das offene Meer. Da ich meine Wäsche mal wieder waschen konnte, wurde es diesmal doch trotz der frühen Ankunft recht spät.

Dienstag: In Alta gibt es die besten Felsritzungen in ganz Europa und ein Museum drumherum. So kam ich erst einmal nicht sehr weit und schaute mir das in Ruhe an. Ich hatte Glück, weil eine Busreisegruppe gerade dort war und deren Reiseführer eine Führung machte, der ich mich anschließen durfte. Nun ging es überwiegend am Wasser entlang, immer wieder mal um einen Seitenfjord herum oder über eine kleine Landenge. Zum Teil gab es auch Brücken, die einen Seitenfjord überquerten, in einem Fall wurden Tunnel und Brücken für eine größere Abkürzung gerade gebaut, dafür kam ich auf dem noch erforderlichen Umweg an einem sehr schönen See vorbei, der wieder so aussah, als wäre er 1000 km weiter südlich gelegen. Auf den Entfernungstafeln stand jetzt gelegentlich schon Tromsø drauf, aber mit zwei verschiedenen Angaben, weil die 130 km kürzere Route über zwei Fähren führt, die sich auf der längeren Route umfahren lassen. Am Ende des Langfjorden, einem westlichen Seitenarm des Altafjords, fand ich am Abend einen Zeltplatz. Das war der letzte in Finnmark.

Felsritzungen in Alta Seitenarm des Altafjords

Mittwoch: Morgens konnte ich die Landenge zwischen zwei Fjorden überqueren und kam dann auch aus Finnmark in die Region (norwegisch Fylke) Troms. Im Prinzip fuhr ich jetzt auf der E 6 weit weg von der eigentlichen, durch Inseln und Halbinseln gebildeten Küstenlinie. Meistens verlief die Straße an Fjordküsten, aber immer wieder waren Halbinseln und Landengen zu überqueren. Auf einem der höher gelegenen Abschnitte fand ich wieder so ein Samendorf, wo man Souvenirs, Eis und Kaffee kaufen konnte. Etwas später gab es dann an einem kleinen See eine schöne Stelle im Wald für das Zelt.

Elche und Rentiere schöner Fjord

Donnerstag: Nun ging es weiter an Fjordarmen entlang. In Olderdal blieb ich auf der E 6 und schlug den längeren, fährenfreien Weg nach Tromsø ein. Das zwang mich zunächst einmal, einen größeren Fjord, der nach Südosten ragt, zu umrunden und ich kam so am frühen Nachmittag nach Skibotn. Dort konnte ich schönes warmes Mittag bekommen. Skibotn ist wie Alta ein durch die Lage klimatisch bevorzugter Ort, der relativ hohe Durchschnittstemperaturen und im Durchschnitt wenige Niederschläge hat. Nur fielen an diesem Tag halt Niederschlagsmengen, die dort eher für ein ganzes Jahr als für einen Tag typisch sind. So viel war es nun auch wieder nicht, aber für verwöhnte Einwohner von Skibotn schon. Dieser wirklich kleine Ort war wohl in Diskussion für den Bau eines großen Hafens und einer Bahnstrecke nach Finnland, statt der Variante nach Kirkenes, aber das soll angeblich nicht mehr aktuell sein. So bleibt es ein verschlafenes Nest mit wenig Verkehr, aber immerhin der Abzweigung der E 8 nach Finnland.

Ich fuhr jetzt weiter nach Süden bis zum Ende des Fjords und dann zum nächsten Fjord bei Nordkjosbotn. Unterwegs brach mir eine weitere Speiche. Das war etwas beunruhigend, denn wenn die Speichen so oft brechen, ist wohl die Felge nicht mehr sehr gut und die Ersatzspeichen sind eventuell schneller aufgebraucht, als mir lieb ist. Aber erst einmal konnte ich in Nordkjosbotn auf dem Zeltplatz übernachten.

Skibotn

Freitag: Weil ich erst am Samstag Mittag in Tromsø sein musste, konnte ich am nächsten Tag dort einen Ruhetag einlegen oder besser noch eine kleine Runde fahren und das Zelt dort für zwei Nächte stehen lassen. Die E 6 nach Süden hatte nun wirklich einigermaßen viel Verkehr. Auch das wird weiter im Süden weniger, aber es scheint doch ein für norwegische Verhältnisse relativ dicht besiedeltes Gebiet sich von Tromsø entlang der Europastraßen bis etwa 70 km südlich von Nordkjosbotn entlangzuziehen. Ich fand schon wieder so ein samisches Souvenirdorf. Diesmal gab es gutes Essen und guten Kaffee. Und danach eine sehr ruhige Straße nach Südosten, die an einem schönen See entlangführte. Irgendwann kam ich auf die parallel zur E 6 verlaufende, aber sehr verkehrsarme N 87, auf der ich nach Norden zurück in die Nähe von Nordkjosbotn fahren wollte. Es ging durch eine einsame Berglandschaft und man konnte schneebedeckte Berge auf beiden Seiten der Straße sehen. Das letzte Stück nach Nordkjosbotn war wieder auf der Straße, die ich am Vortag schon gefahren war. Ein Buschauffeur erzählte mir noch, was für schöne Straßen von Nordkjosbotn nach Tromsø es so gebe.

See südlich Nordkjosbotn

Teil 4

[Anfang] [Ende]

Samstag: Ich fuhr recht früh los, weil ich am frühen Nachmittag in Tromsø sein wollte. Das waren noch gut 70 km und sowieso nicht unbedingt flach und an diesem Tag auch mit etwas Gegenwind. Ich nahm da lieber die etwas verkehrsreiche E 8 statt der längeren und schöneren Strecke. Diese verlief größtenteils etwa 50 Höhenmeter oberhalb des Fjords, um die vielen kleinen Orte in der Nähe des Wassers zu umgehen, aber blieb doch jeweils für längere Strecken einigermaßen gleichmäßig auf der Höhe. So hatte ich eine schöne Aussicht. Abschnittsweise verlief die Straße dann auch wieder direkt am Wasser oder überquerte sogar mit einem Damm eine ehemalige flache Bucht.

Ich kam tatsächlich kurz nach dem Mittag in Tromsø an und kaufte erst einmal recht ordentlich ein. Mit ein bisschen Übung ließen sich die vielen Tüten dann noch auf dem Gepäck befestigen und ich konnte auch noch irgendwie zum Zeltplatz fahren. Der war schon recht voll und man bat mich, lieber erst zu bezahlen, wenn ich das Zelt aufgebaut habe. Das klappte aber und der Zeltplatz war sogar recht schön, weil der Zeltbereich nur über eine schmale Brücke erreichbar war, die man wohl mit einem Fahrrad, aber kaum mit einem größeren Fahrzeug überqueren könnte. Auf der anderen Seite ist wirklich ein kleiner Wald, in dem man die Zelte aufbauen kann. Und der Fluss ist sogar stellenweise tief genug, um zu baden.

Nach einer kleinen Pause machte ich mich auf den Weg zum Flughafen. Tromsø ist eine phantastisch autofreundliche Stadt. Es gibt ein Netz von unterirdischen Straßen, das schnell überall hinführt, wo an der Oberfläche zu viel Verkehr zum schnellen Fahren ist. So ist es von der Innenstadt zum Flughafen mit dem Auto nur 3 km. Für Radfahrer, die Fahrradverbote beachten, aber über 10 km oder etwas weniger, aber dafür über einen recht hohen Berg.

Ich war jedenfalls beim Flughafen, als die erste Gruppe ankam. Wir bauten die Fahrräder wieder zusammen. Die Kartons wollten wir irgendwo beim Flughafen deponieren, aber das wollte man nicht, weil es angeblich keinen Platz dafür gab. So versteckten wir sie unter einer Treppe in der Tiefgarage, wo es niemanden stören sollte.

Dann fuhren wir zusammen über die lange und flache Strecke zur Innenstadt und zum Zeltplatz, wo ja das Zelt schon aufgebaut war. Ich konnte sogar noch meine Wäsche waschen. Ein paar Zeltplatzbesucher hatten die brillante Idee, in der Küche des Zeltplatzes nicht die dafür vorgesehenen Herdplatten zu verwenden, sondern lieber ihre Benzin und Gaskocher auf dem Tisch aufzustellen und zu betreiben. Dadurch stellten sie sicher, dass es nie zu leise wurde, da es dort recht wirksame Rauchmelder gab.

Sonntag: Ein Ruhetag in Tromsø war angesagt. Wir wollten uns abhängig vom Wetter eher draußen aufhalten oder Museen anschauen. Also wurden es natürlich Museen, denn im Gegensatz zu Alta und Skibotn hat Tromsø eher ein regenreiches Mikroklima, das sich auch an diesem Tag teilweise zu erkennen gab. Es gibt einige Museen und andere Radfahrer auf dem Zeltplatz hatten uns das Polaria empfohlen. Dort gab es nicht nur Ausstellungen über die Natur in der Polarregion, sondern auch ein Aquarium und Seehunde. Am Nachmittag wurde das Wetter besser und wir schauten uns den botanischen Garten an, der übrigens sehr schön gestaltet war und bevorzugt Pflanzen aus Subpolarregionen und Gebirgsregionen von allen Kontinenten zeigte.

Regenbogen über Tromsø

Montag: Dieser Tag war noch ein Ruhetag, jedenfalls teilweise. Christina fand ihren Schlafsack nicht warm genug für diese nördlichen Regionen, so dass wir einen wärmeren kaufen wollten. Meine Felge war mir nicht mehr stabil genug und ich wollte sie wechseln lassen. Und wir ließen noch die Pedale bei einem Fahrrad austauschen. Das mit der Felge hat übrigens nicht geklappt, weil kein Fahrradhändler so viele Speichen vorrätig hat, um das zu machen. Stattdessen wollte er mein Hinterrad so gut es geht zentrieren und dann etwa ein Drittel der Speichen mit Locktight festkleben.

Wir schauten uns das Polarmuseum an, das hauptsächlich über das Leben der Menschen und insbesondere der Polarforscher in den nördlichen und südlichen Regionen der Erde handelte. Auf dem Weg zum Flughafen schauten wir uns noch das Tromsø-Museum an, das von der Universität betreut wurde und sich im Nachhinein als das lohnendste herausstellte. Am Flughafen warteten wir dann auf die Ankunft von Bernhard, Heidrun und Ulrich und bauten die Fahrräder zusammen. Das zweite Zelt hatte Christina schon aufgebaut, während ich beim Fahrradhändler war. Während ich ein überzähliges Gepäckstück hatte, konnten Bernhard, Ulrich und Heidrun außer den Fahrrädern und dem Handgepäck alle Packtaschen zu einem Gepäckstück bündeln, es wurde also das Freigepäck nicht einmal ausgenutzt. Die in der Tiefgarage zwei Tage zuvor deponierten Kartons waren schon weg, aber diesmal schrieben wir etwas drauf.

Tromsø

Dienstag: Jetzt ging es endlich los. Wieder fuhren wir über die hohe Brücke vom Zeltplatz zur Innenstadt, dann den Weg bis zum Flughafen südlich um die Insel herum, auf der die Innenstadt und der Flughafen liegen. Nach dem Flughafen kam noch einmal eine Hochbrücke auf die nächste Insel. Der Seitenwind auf der Brücke war so etwa Windstärke 8. Danach wurde der Wind etwas schwächer, aber wir hatten doch eine Menge Gegenwind. Trotzdem kamen wir gut genug voran, um am Abend die Fähre um 19:00 nach Senja zu erwischen. Dort gab es dann einen Zeltplatz, zu dem wir allerdings einen kleinen Abstecher machen mussten. Der Zeltplatz war schön am Meer gelegen.

Kvaløya

Mittwoch: Senja war die Insel des Tages. Diese Insel gehört noch nicht zu den Lofoten oder Vesterålen, aber sie hat auch eine der 18 Touristenstraßen in Norwegen. Diese verläuft entlang der Westküste und da fuhren wir jetzt. Wirklich schön, aber vor allem bei sonnigem Wetter und weniger Wind. Etwas Gegenwind hatten wir schon. Aber wir wollten die knapp 80 km zur Fähre nach Andenes noch bis 19:00 schaffen. Ähnlich wie am Vortag. Es sah auch zunächst ganz gut aus.

Leider brach dann doch noch eine weitere Speiche bei mir. Hat das Locktight, das mir der Fahrradhändler eingebaut hat, doch nichts geholfen? Oder war die Speiche schon vorher aufgebraucht? Ich musste sie jedenfalls tauschen, zum Glück war diese gebrochene Speiche nicht angeklebt. Relativ schnell hatte ich das wieder flott, aber jetzt war das Damoklesschwert mit den Speichen wieder da. So lieh ich mir für Tagestouren an den nächsten Ruhetagen immer nach Möglichkeit ein Fahrrad von einem meiner Kinder, um die Lebensdauer meiner Speichen zu schonen. Wir werden sehen. Jedenfalls riss uns die Speiche für diesen Tag nicht besonders herein. Etwas später hörten wir ein Donnern, wie bei einem Gewitter. Es war ein größeres Felsstück, das sich gelöst hatte und nun in Richtung Straße herunterfiel. Wir blieben irgendwo weit genug vorher oder hinterher stehen und der Felsen blieb im Hang hängen, ohne die Straße zu erreichen.

Etwas ärgerlicher als das mit der Speiche war, dass bei Bernhard noch der Lenker brach. Das Gute daran ist, dass Lenker immer bei langsamer Fahrt brechen und deshalb fast nie schlimmen Stürze auslösen. Bergauf zieht man mit viel mehr Kraft am Lenker. Das Schlechte daran ist, dass es natürlich auf Senja weit und breit keinen Fahrradhändler gab. Aber wir fanden dafür eine gute Lösung. So musste es eine mechanische Werkstatt tun. Die Leute hatten zwar gerade Urlaub, aber einer war doch noch in den Ferien zuhause und schloss für uns die Werkstatt auf. So etwas findet sich in einem kleinen Ort in Norwegen, weil die Anwohner sich gegenseitig kennen. Er konnte Aluminiumschweißen und nach einer halben Stunde war der Lenker wieder in Ordnung, aber er empfahl uns sicherheitshalber, ihn bei nächster Gelegenheit zu ersetzen. Wahrscheinlich hätte die Schweißnaht aber noch ein paar Jahre gehalten, wenn wir es nicht getauscht hätten, aber es lohnt sich nicht, den Ärger einmal irgendwo zu haben, wo man niemanden findet, der Alu schweißen kann und will.

Nun war es schon nicht mehr so klar, ob wir es zu der Fähre schaffen, aber immer noch möglich, bis wir kurz davor waren. Die Strecke war übrigens wirklich schön, wir fuhren meistens an der Küste entlang, ab und zu wurde mal ein Fjord umrundet oder eine Abkürzung zwischen zwei Fjorden ging etwas mehr durch das Landesinnere. Wir hatten jedenfalls nur noch 10 km und eigentlich noch gerade genug Zeit, um bis zur Fähre zu kommen. Da gab es dann so eine Bergklinge von vielleicht 150 Metern die wir überqueren mussten, dann wurde ein Fjord umrundet und dann kam die Fähre. Da war es dann doch schon 19:30. Dabei war der Tunnel unter dem Höhenzug schon in Bau und auch gleich noch eine Brücke über den Fjord. Nur wenn wir darauf gewartet hätten, wäre die Fähre wohl auch schon weg gewesen. Das war alles nicht so schlimm, weil es dort einen Zeltplatz gab, nur 3 km weit weg vom Fährhafen. Allerdings mussten wir über die entsprechende Bergklinge auf der anderen Seite des Fjords überqueren. Der Zeltplatz lag dann am nächsten Fjord direkt am Wasser.

Senja

Donnerstag: An diesem Tag fuhr die Fähre um 11:00. Wir waren früh genug da und stellten dann fest, dass es an diesem Tag erst um 11:40 losging, weil fast 50 Niederländer mit Motorrädern mitwollten und das Verstauen und Befestigen so vieler Motorräder anscheinend lange dauerte. In Andenes wollten wir einmal eine Übernachtung im Rorbu, einer Hütte, de auf Holzstelzen über dem Wasser steht, ausprobieren und eine Walsafari mitmachen. Weil man das alles mit Karte bezahlen kann, muss man nicht darauf achten, wie teuer das ist.

Die Wahlsafari war jedenfalls toll. Wir haben wirklich einige Pottwale und sogar Orcas gesehen. Das war eindeutig einer der Höhepunkte der Reise.

Die Idee mit dem Rorbu war dagegen nicht gut, weil wir schon so an das Schlafen im Zelt gewöhnt waren und dort dann nicht so gut schlafen konnten. Einen Fahrradladen gab es in Andenes und der war auch recht gut. Wir bekamen einen neuen Lenker und ich füllte meinen Speichenvorrat wieder auf. Und ich fragte nach einem Gepäckanhänger, worauf mir dann ein Bob Yak verkauft wurde, der wohl schon eine Weile im Keller herumlag. Das sollte das Hinterrad und die Speichen etwas entlasten und zuhause sollte er dann für mein vollgefedertes Mountainbike die Möglichkeit bieten, auch mal ein Zelt mitzunehmen. Also ließ ich mir diesen Anhänger gerne andrehen und abgesehen vom Ein- und Aussteigen bei Zugfahrten habe ich ihn gerne benutzt.

Trotz der 3 km langen Fahrt vom Zeltplatz zur Fähre war dieser Tag eigentlich ein Ruhetag, an dem wir nicht wirklich Entfernungen gefahren sind.

Wal Wal Wal Wal Wal Wal Wal Wal Wal Wal Wal

Freitag: Wir wollten an diesem Tag bis Sortland fahren, was uns schon dort den nächsten Ruhetag ermöglicht hätte. Das Wetter war sehr sonnig und es gab keinen nennenswerten Gegenwind. Nun gab es auf Andøya zwei Straßen, die Nationalstraße am Ostufer und eine Hauptstraße am Westufer. Von entgegenkommenden Radfahrern erfuhren wir, dass die Hauptstraße relativ flach, vollständig asphaltiert, sehr verkehrsarm und sehr schön sein sollte, aber dafür 10 km länger als die N 82. Es war sogar schon wieder so eine dieser 18 Touristenstraßen und wirklich wunderschön, zumal das Wetter auch passend war. Zwei Reifenpannen hatten wir noch, eine beim Anhänger und eine bei Ulrichs Fahrrad. Ulrichs Reifen hatte ein Loch, durch das man durchschauen konnte, deshalb klebte ich da noch von innen einen Flicken drauf, um das vorläufig zu schließen. Beim nächsten Ort wollten wir an einer Tankstelle den Reifendruck noch überprüfen, aber da gab es keine Pumpe. Die Verkäuferin im Laden wusste aber sofort, wer eine solche Pumpe hat und fragte denjenigen danach. Er war zufällig gerade im Laden beim Einkaufen oder beim Kaffeetrinken und fuhr dann die 2 km zu seiner Werkstatt, wo wir den Luftdruck korrigieren konnten.

Später kamen wir bei einer alten Eisenzeitsiedlung vorbei. Mit einer Brücke wieder auf der N 82 kamen wir von Andøya auf die nächste Insel Hinnøya, deren westlicher Küste wir jetzt folgten. Recht lange vorher war die Hochbrücke über den Meeresarm zur Insel Langøya und insbesondere nach Sortland zu sehen. Ich hatte schon herausbekommen, wo der Zeltplatz ungefähr liegen soll und Bernhard fuhr jetzt vor, um ihn zu suchen. Tatsächlich gab es nach der Brücke noch keine Wegweiser zum Zeltplatz, aber wenn man da nur einmal richtig abbog, war er nicht mehr zu verfehlen. Ausnahmsweise lag der Zeltplatz relativ hoch über dem Ort und hatte kein Gewässer zum Baden, dafür aber eine schöne Aussicht auf den Meeresarm mit der Brücke.

Andenes-Sortland Andenes-Sortland Andenes-Sortland Andenes-Sortland

Teil 5

[Anfang] [Ende]

Samstag: Ich wollte eine kleine Runde fahren und gleich noch Ulrichs Reifen wechseln, also fuhr ich gerade mit seinem Fahrrad los. Das Wetter war an diesem Tag wieder nicht so gut, aber die Strecke war natürlich schön. Ich fuhr in die Nähe von Lødingen. Meistens war die Straße sehr ruhig, auch wenn es auf dem östlichen Teil des Weges eine Europastraße war.

Sonntag: An diesem Tag hatten wir wieder die Wahl. Entweder konnten wir von Sortland die kleinere Hauptstraße am Westufer der Insel oder die N 82 am Ostufer fahren. In jedem Fall kam vor Stokmarknes eine Brücke auf die nächste Insel. Diesmal entschieden wir uns für die Nationalstraße, weil sie sehr viel kürzer und auch flacher zu sein versprach. Wir kamen alle recht gut voran, aber als wir die Brücke überquert hatten, stellte sich eine ähnliche Frage noch einmal für das letzte Stück bis Melbu. Die westliche Route schien diesmal nur geringfügig länger zu sein, aber dafür flacher und schöner und verkehrsärmer. Wir riefen unsere Kinder an, aber die waren alle schon auf der östlichen Route über die Nationalstraße unterwegs und schon fast in Melbu. So fuhren wir zu zweit die schönere Strecke am Westufer.

Als wir in Melbu ankamen, hatten unsere Kinder schon etwas zu Essen für das Mittag gekauft und eine Fähre wegfahren lassen. Die nächste fuhr gleich und wir schafften sie so gerade noch. Auf der anderen Seite kamen wir dann auf die E 10. Es war strahlender Sonnenschein und die Straße führte an einem wunderschönen Fjord mit glasklarem Wasser entlang. Die tollste Badestelle lag gerade an einem Rastplatz. So toll war sie dann doch nicht, weil man auf Krebse, Muscheln und vor allem Seeigel achten musste, aber wir kamen alle heil ins Wasser und auch wieder heraus.

Dem Fjord folgten wir bis zu seinem Ende und bald nach dem Ende kamen wir wieder an die Südküste und nach Svolvær. Danach fuhren wir meistens ein paar Kilometer nördlich der Küste, aber doch noch einigermaßen flach. Ab und zu reichten Buchten bis zur Straße. Einen Höhenzug, der zum Wasser führte, konnten wir mit einem Tunnel unterqueren, aber man sah noch den alten Straßenverlauf, der die Höhe überquerte. Dann kam ein See und erneut eine Bucht. Mit ein paar Brücken, von denen eine wieder recht hoch war, kamen wir auf die nächste Insel. Wir verließen jetzt die E 10 und fuhren auf der N 815 direkt an der Küste entlang. Gut zu merken, Nationalstraße 0-8-15. Es sollte dort mehrere Zeltplätze geben und relativ spät am Abend tauchte tatsächlich einer davon auf. Einen anderen gibt es wohl doch nicht.

Sortland - Lofoten Sortland - Lofoten Sortland - Lofoten Sortland - Lofoten Sortland - Lofoten Sortland - Lofoten Sortland - Lofoten Sortland - Lofoten

Montag: Das Südende der Lofoten war nun schon erreichbar. Wir wollten schauen, wie weit wir kommen und das möglichst vorher schon abschätzen. Doch mehr dazu später. Wir fuhren also weiter an der Küste entlang nach Westen, bis wir zu der Straßen von Stamsund nach Leknes kamen. Leknes wirkte noch viel größer als Svolvær und hatte ein riesiges Einkaufszentrum mit einer guten Touristeninformation. So konnten wir überprüfen, ob es die angestrebten Zeltplätze wirklich gab. Und ja, wir hatten die Wahl zwischen Flakstad, das 40 km vor Å lag und Moskenes in der Nähe von Å. In Å ist das Südwestende der Straße, aber die Lofoteninsel selbst geht noch ein paar Kilometer weiter, für geübte Wanderer und Bootsfahrer angeblich durchaus realistisch. Wir rechneten also Flakstad zuzüglich der 80 km ohne Gepäck als realistisch, sonst wären wir nur bis Moskenes gefahren, also 40 km mehr mit Gepäck, aber dafür 40 km weniger insgesamt an dem Tag.

Bald nach Leknes kam der Nappstraumtunnel unter dem Meer hindurch von Vestvågøya nach Flakstadøya. Über einen relativ niedrigen Pass wechselten wir von der Südküste der Insel zur Nordküste, wo wir noch einen Fjord umrunden mussten, dann waren wir schon recht früh am Tag beim Zeltplatz. Wir bauten noch schnell die Zelte auf, dann ging es los, um die letzten 40 km nach Å am Südwestende zu fahren. Nur Bernhard und Ulrich kamen mit.

Wir fuhren zunächst weiter am Nordufer und dann an dem Meeresarm entlang, der Flakstadøya von Moskenesøya trennt. Das Wetter wurde jetzt plötzlich ganz sonnig und wir hatten die Bilderbuchbilder der Lofoten vor uns, wie man sie nur aus Bildbänden kennt und nicht glaubt, wenn man nicht selber da war. Mit einer Brücke kamen wir nun nach Moskenesøya und jetzt ging es wieder an der Südküste entlang, bis nach Å. Bei ein paar Tunneln hatte man die Wahl, ob man sie umfährt oder durchfährt und wir konnten beide Varianten ausprobieren, wobei wir bei dem guten Wetter auf dem Hinweg die Umfahrung wählten.

Kurz vor Reine war dann noch ein kleiner Fjord zu queren. Das war unglaublich schön, man kam mit ein paar relativ kurzen Brücken über Inseln auf die andere Seite und dort standen wunderbare Fischerdörfer mit Holzhäusern, zum großen Teil aufgeständert am Ufer (Rorbuer). Vor allem Reine war sehr schön und lag auf einer parallel zur Küste verlaufenden Halbinsel zwischen der Straße und dem offenen Meer. Bald kam dann auch schon Moskenes, wo die Fähre nach Bodø ablegt, und Å. Die E 10 wurde ein ganz kleines Tempo-30-Sträßchen und hörte dann bald auf. Mit dem Fahrrad konnte man noch ein Stück weiter und zu Fuß noch ein Stück und da hatte auch einige Radfahrer ihre Zelte aufgebaut.

Der Rückweg war auch ganz schön und wir kamen abends wieder zum Zeltplatz zurück.

Flakstad Moskenes Å (Lofoten) Flakstad Moskenes Å (Lofoten) Flakstad Moskenes Å (Lofoten) Flakstad Moskenes Å (Lofoten) Flakstad Moskenes Å (Lofoten) Flakstad Moskenes Å (Lofoten) Flakstad Moskenes Å (Lofoten) Flakstad Moskenes Å (Lofoten)

Dienstag: Dieser Tag sollte ein Ruhetag auf dem kleinen Zeltplatz mit seinem schönen Strand werden. Nusfjord ist tatsächlich ein normales Dorf, das gleichzeitig Freilichtmuseum ist, deshalb muss man als Besucher am Eingang des Dorfes eine Eintrittskarte kaufen und kann dann dort alles anschauen, die Museumsgebäude sind dann über des ganze Dorf verstreut. Alle anderen machten einen echten Ruhetag.

Nusfjord (Lofoten) Flakstad (Lofoten) Flakstad (Lofoten) Flakstad (Lofoten) Flakstad (Lofoten)

Mittwoch: Wir fuhren wieder um den Fjord herum und dann über den kleinen Pass mit der schönen Aussicht zu dem Meeresarm, der Flakstadøya von Vestvågøya trennt. Es gab wieder den Tunnel und danach waren wir auch schon bald in Leknes, wo wir gutes Mittag bekommen konnten. Dann ging es diesmal auf der E 10 weiter, die teilweise durch das Landesinnere führte. Es gab dadurch natürlich einige Steigungen, aber doch weniger als man vielleicht erwarten würde. Am nachmittag kamen wir zu dem Wikingermuseum Lofotr. Sie hatten die Mehrsprachigkeit dort gut gelöst, indem es Kopfhörer mit speziellen MP3-Spielern gab, auf denen man sich zu jedem Objekt die Erklärung in der eingestellten Sprache anhören konnte. Auch einen Film gab es, dessen Ton wir aus diesen Kopfhörern bekamen. An dieser Stelle stand vor etwa 1000 Jahren ein riesiges Hofgebäude, wohl eines der größten überhaupt aus der Wikingerzeit, und das hatte man als Teil des Museum nachgebaut, direkt neben den alten Fundamentresten des Originals.

Abends fuhren wir dann auf der E 10 weiter bis zu dem Meeresarm, der Vestvågøya von Austvågøya und Gimsøya trennt und an diesem Meeresarm entlang nach Süden bis zu der Brücke und der Abzweigung der Nationalstraße 0-8-15, die wir auf dem Hinweg genommen hatten. Über die erste Brücke kamen wir nach Gimsøya, wo wir einen lustigen Skinhead-Autofahrer trafen, der recht aggressiv herumgebrüllt hat, weil er es doof fand, dass wir seine Straße mit Fahrrädern befahren. Er hatte sogar genug Zeit, uns ein paar Male zu überholen und wieder auf uns zu warten. Das wäre sicher ein schöner Youtube-Film geworden, aber wir wollen ja nicht die Persönlichkeitsrechte dieses armen Autisten verletzen.

Die zweite Brücke führte wieder nach Austvågøya und wir kamen dort wieder in die Nähe der Südküste. Bald nach dem Tunnel unter dem kleinen Höhenzug kam auch schon Kabelvåg, wo wir einen der Zeltplätze aufsuchten, um wieder für zwei Nächte zu bleiben.

Lofoten Lofoten Lofoten

Donnerstag: In Kabelvåg machten wir wieder einen Ruhetag. Alle die wollten, konnten sich das Aquarium anschauen und wenn wir noch mehr Zeit gehabt hätten, wären wir glatt noch nach Henningsvær gefahren oder hätten auch noch das Museum angeschaut. Aber für den nächsten Tag hatten wir doch eine ordentliche Etappe geplant und da war es vielleicht gut, diesen Tag etwas lockerer anzugehen.

Kabelvåg / Lofoten

Freitag: Nicht zu spät machten wir uns auf den Weg. Am folgenden Samstag sollte Bernhard in Harstad das Schiff nach Tromsø nehmen, um von dort die Rückreise anzutreten. Und Harstad war noch weit. Idealerweise wollten wir bis dort kommen und dort dann wieder zwei Nächte bleiben. Realistisch war aber, nah genug an Harstad heranzukommen, damit wir sicher vor 15:00 dort sind, wenn das Schiff abfährt. Es waren ja so etwa 175 km, wenn man der empfohlenen fährenfreien Route folgt und immerhin noch 155 km auf einer Route mit einer Fähre. Die Fähre hat den Nachteil, dass man recht lange warten muss, bis sie fährt und dass vor allem abends die letzte Fähre des Tages irgendwann weg ist. So planten wir einfach, die zweitletzte Fähre zu nehmen.

Wir kamen auf der sogenannten Lofast-Verbindung recht gut voran. Man kann seit einigen Jahren von Å bis auf das Festland ohne Fähren durchkommen, weil man die E 10 über längere Strecken komplett mit Brücken und Tunneln neu gebaut hat und an anderen Stellen nur Brücken und Tunnel zur Querung der Meeresarme zwischen den Inseln ergänzt hat. So kamen wir über 40 km durch fast unbewohntes Gebiet, wo bis vor kurzem noch keine durchgängige Straße existiert hat, während ja auf den Lofoten doch immer wieder eine gewisse Besiedlung in Küstennähe zu bemerken war. Es kam also mal ein Tunnel unter dem Fjord hindurch, dem wir vorher etliche Kilometer weit gefolgt waren. Andere Meerengen wurden dann mit Brücken überquert und es kam noch ein 6.4 km langer Tunnel, kurz bevor wir auf die alte E 10 (heutige N 85 von Sortland nach Lødingen stießen). Damit waren wir wieder im bewohnten, wenn auch sehr dünn besiedelten Gebiet gelandet. Die Wegweiser empfahlen uns nun, nach rechts abzubiegen und die 20 km längere Route (zur Innenstadt sogar 30 km länger) ohne Fähren zu wählen, was eigentlich eine vernünftige Idee ist. Aber wir bogen nach links ab in Richtung Sortland und irgendwann kam dann eine zweite Chance, doch noch nach Harstad zu kommen, die sogar mit Wegweisern gekennzeichnet war.

Wir erwischten sogar die drittletzte Fähre und kamen auf der anderen Seite in ein einigermaßen dicht genutztes landwirtschaftliches Gebiet. Die Ufer des Fjords waren relativ flach und die Straße verlief ein wenig oberhalb der Küstenlinie zwischen den ganzen Bauernhöfen hindurch, die dort in lockerer Bebauungsdichte zu sehen waren. Es war aber alles Viehwirtschaft, kein Ackerbau, obwohl sogar das so hoch im Norden möglich wäre. Eine sehr neue Brücke verband eine Insel im Fjord mit dem Festland und wir freuten uns schon, einfach so weiter an der Küste bis Harstad zu fahren, aber dann kam doch eine Spitzkehre und die N 83 fuhr schräg den Hang hinauf und damit recht steil nach oben, während ein anderes Sträßchen weiter am Fjord entlang führte. Der Anstieg ging immer weiter, nachher nicht mehr sehr steil, aber wir waren nun auch schon etwas müde. Auf der anderen Seite ging es herunter und dann kamen schon die ersten Randgebiete von Harstad. Der Zeltplatz selbst lag leider genau auf der anderen Seite der Stadt und so mussten wir noch komplett durch die ganze Stadt und ihre Ausläufer hindurchfahren, bis wir endlich da waren.

Kabelvåg / Lofoten - Harstad

Samstag: Um 15:00 fuhr Bernhards Schiff nach Tromsø. Wir kauften unterwegs noch etwas Verpackungsmaterial und hatten auch noch genug Zeit, zusammen zu essen, bevor das Schiff losfuhr. In nur 3 Stunden kommt man damit nach Tromsø. Weil wir beide Zelte noch brauchten, hatte Bernhard dort auf dem Zeltplatz eine Hütte reserviert. Er würde dann Sonntag früh zum Flughafen fahren und die Rückreise antreten.

Wir hatten nun noch die Möglichkeit, uns Harstad anzuschauen. Im Westen der Stadt gab es ein schönes Museum, die mittelalterliche Kirche von Trondenes und einen schönen Kulturwanderweg, der an einigen in freier Natur erkennbaren Spuren früherer Besiedlung vorbeiführte.

Harstad Harstad

Teil 6

[Anfang] [Ende]

Sonntag: Für die Weiterfahrt waren wir nun schon auf der richtigen Seite der Stadt. Wir hatten noch eine knappe Woche Zeit, um bis Tromsø zu kommen und da entschieden wir uns, diesmal mehr auf dem Festland zu fahren. Auf der N 83 fuhren wir erst einmal weiter von Harstad weg und dann an dem Meeresarm, der Hinnøya, die Insel, auf der wir noch waren, im Osten vom Festland trennt, nach Süden. Irgendwann tauchte eine riesige Brücke auf, die die Meerenge überquert und da fuhren wir auch rüber. Auf der anderen Seite verließen wir die Europastraße in Richtung Narvik & Luleå wieder und folgten demselben Meeresarm wieder nach Norden, bis die Straße an einem Fjord nach Osten führte. Mit ein paar abgeschnittenen Halbinseln kamen wir zum Ende des Fjords und nun mussten wir nur noch einen Anstieg zur E 6 bewältigen, die an dieser Stelle nicht zur Fjordspitze herunterkam, sondern weit oberhalb davon von Südwesten nach Nordosten verlief. In dieser Gegend war die E 6 wieder sehr verkehrsarm. Ein Zeltplatz in der Nähe eines schönen Sees ließ sich auch finden und recht spät am Abend hatten wir unsere Zelte aufgebaut. Es wurde schon etwas dunkel, die Zeiten der durchgängig hellen Nächte waren auch so weit im Norden inzwischen vorbei.

Harstad - E6

Montag: Für den Ruhetag bot es sich an, einen kleinen Ausflug nach Schweden zu machen, zumal ja fast alle Norweger, die die Chance dazu haben, in Schweden einkaufen gehen, weil es dort sehr viel billiger sein soll. Von unserem Zeltplatz waren es nur etwa 70 km bis nach Schweden und wenn der Einkaufstourismus so beliebt ist, sollte es die Marktwirtschaft automatisch geschafft haben, gleich hinter der Grenze Läden zu errichten.

So machte ich mich auf den Weg und fuhr zunächst relativ weit oberhalb der Fjordspitze, die wir am vorigen Tag passiert hatten, nach Süden, natürlich immer mit leichten Steigungen, wie sich das in Norwegen gehört. Das Meer war dann wieder weit weg, dafür gab es einen schönen See direkt neben der Straße. In Bjerkvik vereinigte sich die E 6 mit der E 10 und der Verkehr wurde auch etwas mehr, vielleicht war es hauptsächlich der Verkehr zwischen Narvik und dem relativ dicht besiedelten Gebiet auf Hinnøya mit Harstad und dessen Umgebung. Bald kam die Brücke über den Rombaksfjord. Ich blieb aber auf der Nordseite des kleinen Fjords und fuhr weiter in Richtung Kiruna und Luleå. Gegenüber auf der anderen Seite des Wassers konnte man erkennen, dass die Bahnstrecke die Länge des Fjords zum Anstieg nutzte und irgendwo auf halber Höhe des Hangs verlief.

Man sagt, dass diese Bahnstrecke zur Zeit ausgebaut wird, um mehr und längere und schwerere Güterzüge zu ermöglichen. Die Erzgruben in Nordschweden und bald auch in Nordfinnland, die vor ein paar Jahren noch davon bedroht waren, zu Subventionsempfängern zu werden oder stillgelegt zu werden, erleben zur Zeit einen Boom, weil die Nachfrage nach Erz massiv gestiegen ist. So will man die Kapazität der Strecke durch längere und eventuell sogar mehr Ausweichstellen erhöhen und hat dies auch schon teilweise umgesetzt. Ein kompletter zweigleisiger Ausbau ist aber wohl aktuell nicht vorgesehen und wegen des bergigen Geländes zumindest im norwegischen Streckenabschnitt auch nicht einfach umzusetzen.

Der Anstieg führte in das Bjørnfjell, ein felsiges Gebiet mit vielen Seen und wenigen Büschen, das nicht einmal sehr hoch über dem Meer liegt, aber doch schon über den Baumgrenze reicht. Die Grenze liegt etwa auf der Passhöhe, aber wie es sich für einen Pass in Norwegen gehört, war der Anstieg nicht kontinuierlich, sondern immer wieder durch kleine Abfahrten unterbrochen, damit man genug Höhenmeter hat, wenn man am Ziel ist. Die Seen bildeten natürlich eine Kette, die durch Flüsse und zum Teil durch Kraftwerke verbunden war. Einer der Seen war auch noch als Trinkwasserreservoir ausgewiesen und hatte natürlich ein Badeverbot. Weiter oberhalb waren dann nur noch stark schwankende Wasserstände der Grund der Warnung, aber anscheinend reicht die Selbstreinigung des Wassers zwischen den weiter oben gelegenen Seen und dem Trinkwassersee aus.

In Schweden kam gleich nach der Grenze ein Skiort. Dort gab es alles, Hotel, Läden, Bahnhof u.s.w., aber es war alles mehr oder weniger zu, keine Chance da etwas zu kaufen. Ein paar Kilometer weiter kam dann aber tatsächlich ein sehr kleiner Ort mit einem sehr großen Laden. So konnte ich uns vor allem mit Produkten eindecken, die in Schweden besser erhältlich sind als in Norwegen. Und ich konnte die schwedischen Prepaid-SIM-Karten bei Laune halten, damit wir 2013 nicht wieder neue kaufen müssen.

Auf dem Rückweg gab es kurz hinter Bjerkvik einen riesigen Stau, an dem man schlecht vorbeikommen konnte, weil da so viele Lastwagen drin standen. Ein Lastwagen, der in den Graben gefahren war, war wohl die Ursache.

Etwa dort, wo man links in der Ferne die Fjordspitze sehen konnte, fand ich ein Stück der alten, stillgelegten E 6. Sie war etwas kurviger, etwas flacher und ansonsten noch gut asphaltiert, aber autofrei. Man durfte sie "auf eigene Gefahr" noch befahren.

Runde ab Lapphaugen Runde ab Lapphaugen Runde ab Lapphaugen Runde ab Lapphaugen Runde ab Lapphaugen Runde ab Lapphaugen

Dienstag: Wir fuhren erstmal weiter nach Norden und runter in ein Flusstal, dem wir zum nächsten Fjord bei Tennevoll folgten. Ähnlich wie in Finnmark ging die Straße immer von Fjordspitze zu Fjordspitze, aber dazwischen dann immer wieder durch das Landesinnere, wo wir auch an sehr schönen Seen vorbeikamen. Das Zwischenziel war ein kleiner Ort Sørreisa. Ab da konnten wir dann am Wasser entlang bis kurz vor Finnsnes fahren und einen schönen Zeltplatz ?  finden.

Lapphaugen - Finnsnes Lapphaugen - Finnsnes Lapphaugen - Finnsnes

Mittwoch: Wir hatten wieder einen Ruhetag und Ulrich und ich beschlossen, Senja zu umrunden. Kurz nach den Lofoten waren wir ja die schöne Küste von Senja entlanggefahren, die einige der wenigen Touristenstraßen ist, weil sie so schön sein soll, aber Wind und Wetter haben uns damals den Blick für die Schönheit etwas verstellt. Wir wollten nun die Insel Senja umrunden und dabei diese Straße an der Nordwestküste andersherum fahren. Und siehe da, das Wetter war etwas besser und schon sah alles viel besser aus. Ganz umrunden geht nicht so gut, weil im Südwesten der Insel keine durchgängigen Straßen existieren und weil man sowieso immer wieder mal zwischen zwei Fjordspitzen eine Ecke abschneidet. Aber diese Runde, die man fahren konnte, war sowieso mehr als genug für einen Tag. Zuerst durchquerten wir die Insel in einem breiten Tal. Bei höherem Wasserstand waren das vielleicht mal zwei verschiedene Inseln, die erst heute miteinander verbunden sind, weil der Wasserspiegel nach der Eiszeit gesunken ist oder genauer das Land sich gehoben hat. Die Straße an der Nordwestküste war wirklich toll, aber wegen der vielen Berge auch anstrengend. Wir fuhren dann gleich den Bogen nach Südosten und kamen auch an dem Zeltplatz vorbei, wo wir etwa zwei Wochen zuvor übernachtet hatten. Der Rest der Strecke war dann eher flach, wir mussten nur noch ein paar wenige Halbinseln überqueren, die aber jeweils nicht sehr hoch waren und die Straße übertrieb es auch beim küstennahen Verlauf nicht mit Steigungen. So kamen wir recht schnell voran und noch rechtzeitig zum Abendessen zurück zum Zeltplatz.

Finnsnes Senjarunde ab Finnsnes Finnsnes Senjarunde ab Finnsnes Finnsnes Senjarunde ab Finnsnes

Donnerstag: Dieser Tag sollte jetzt etwas gemütlicher werden. Wir fuhren mehr oder weniger auf dem kürzesten Weg nach Osten zur E 6 und dann auf dieser weiter nach Osten, bis wir zu dem samischen Zeltdorf kamen, wo ich drei Wochen zuvor so gutes Essen und guten Kaffee bekommen hatte. Das gab es auch diesmal.

Nach Nordkjosbotn fuhren wir einen kleine Umweg auf einer Regionalstraße nördlich an einem See vorbei. Leute, die wir fragten, hatten sehr verschiedene Meinungen dazu, ob das eine Sand- oder Asphaltstraße ist, aber letztlich war die glaubwürdigste Antwort, auf die wir uns am Schluss verlassen haben, auch zutreffend. Das letzte Stück bis Nordkjosbotn hätte man auch auf der alten E 6 fahren können, aber das haben wir erst hinterher gemerkt und wir fuhren stattdessen zu der weit über dem Fjord liegenden Trasse der neuen E 6 hinauf. Abends kamen wir auf denselben Zeltplatz, auf dem ich drei Wochen davor schon war.

Finnsnes - Nordkjosbotn Finnsnes - Nordkjosbotn Finnsnes - Nordkjosbotn

Freitag: Von Nordkjosbotn nach Tromsø fuhren wir diesmal weitgehend auf der alten E 8. Das sparte uns den Anstieg zu der Trasse, die doch so 50 Höhenmeter oberhalb des Fjords verlief, brachte aber auch ein paar Umwege ein. Einen mehrere Kilometer langen Fjord mussten wir ziemlich komplett umrunden und es kam dann schon langsam die Frage auf, warum dort keine Brücke gebaut wird. Wie sich inzwischen herausgestellt hat, wird dort aber doch eine Brücke geplant, nur konnten wir mal wieder mit unserer Ungeduld nicht auf deren Fertigstellung warten.

Nordkjosbotn - Tromsø

Samstag früh: Das Flugzeug für einige von uns sollte schon um 8:30 abfliegen. So mussten wir um 6:30 dort sein, schon weil das Zerlegen und Verpacken der Fahrräder ja lange dauert. So standen wir schon um 5:00 auf und aßen nur etwas Kuchen beim Zeltabbauen. Dann ging es schon los und in Tromsø sparten wir uns die 10 km Umweg und fuhren durch den 2 km langen Tunnel zum Flughafen. So waren wir sehr schnell da und dort gab es dann durchaus noch Kaffee und mehr zu essen. Wir verpackten alle Fahrräder in Folien, so gut es ging, Kartons konnten wir leider nicht bekommen. Der Rückflug klappte gut und so gegen Mitternacht waren sie zu Hause. Die Anschlüsse in Oslo und Kopenhagen waren nicht so gut.

Teil 7

[Anfang] [Ende]

Samstag: Ulrich und ich fuhren zu dem von der Universität betreuten Museum am Südende der Stadt, das wir jetzt in Ruhe einigermaßen vollständig anschauen konnten. So gegen 15:00 fuhr dann unser Schiff nach Harstad, genau dieselbe Verbindung, die Bernhard eine Woche zuvor genommen hatte, nur in der umgekehrten Richtung. Wir fanden sogar noch den Lkw-Reifen beim Anleger, den wir eine Woche vorher etwas verschoben hatten, um für alle eine Sitzgelegenheit für das Abschiedsessen zu haben.

Die Fahrt ging auch erst einmal genauso, wie eine Woche vorher, nur dass wir bei der Brücke von Hinnøya auf das Festland nicht rüberfuhren, sondern auf der Insel blieben und auf der E 10 in Richtung Lødingen und Lofoten weiterfuhren. Abends fanden wir einen Zeltplatz, der nirgendwo eingezeichnet war und wo auch sonst keine Zelte standen. Es war ein wunderschön auf einer kleinen Halbinsel gelegenes Hotel auf dem Gelände eines ehemaligen Bauernhofs oder Gutshofs. Dieses bot zusätzlich noch die Rasenfläche des Geländes zum Zelten an und hatte wohl Duschen, aber keine Küche. So konnten wir doch noch mal den Spirituskocher verwenden, den wir wochenlang fast umsonst mitgeschleppt hatten. In Norwegen stört man sich wohl weniger als in Deutschland daran, dass den feinen Hotelgästen das Gesindel mit Zelt auf der Wiese zugemutet wird.

Tromsø Zeltplatz: Baden morgens um 6:00 Harstad - Lødingen

Sonntag: Der Wind war wieder nicht unser bester Freund. Wir fuhren weitgehend an dem Meeresarm zwischen Hinnøya und dem Festland entlang und kamen irgendwann nach Lødingen. Dort hatten wir Glück und die Fähre über den Tysfjord fuhr gerade. Auf der anderen Seite kamen wir auf die E 6, die hier wieder sehr verkehrsarm war. Die Fähre über den Tysfjord wirkt etwas dämpfend und die Gegend zwischen Fauske und Narvik ist auch sehr dünn besiedelt. Außerdem waren wir schon in den letzten Wochen der Sommersaison gelandet, so dass die Touristen auch nicht mehr erwähnenswerten zusätzlichen Verkehr brachten. Dafür war die Strecke hier sehr schön, wenn auch recht wild mit den Steigungen, weil es irgendwie quer zu den Tälern ging, wie auch schon 1987.

Abends fanden wir einen Zeltplatz und hatten Glück, da wir die letzten Gäste in dem Jahr waren. Die Rezeption wurde danach geschlossen und der Zeltplatzinhaber reiste mit seiner Familie ab. So hatten wir wieder keine Küche, aber immerhin doch den Waschraum mit Dusche und vor allem einen schönen See in der Nähe zur Verfügung. Der Zeltplatz lag sehr schön an einem Fluss, der ein paar 100 m weiter unten in einen See mündete und ein paar Meter weiter oberhalb einen Wasserfall hatte. Ein Teil des Wassers konnte durch eine alte Mühle geleitet werden, die man zumindest durch das Fenster anschauen konnte. Und genug Platz hatten wir auch, um unser Zelt aufzubauen.

Harstad - Lødingen - Bognes - Fauske Wassermühle beim Zeltplatz

Montag: Mit recht vielen Steigungen kamen wir wieder zu einer Fjordspitze. Die nächste Fjordspitze musste man noch bis Mitte der 80er Jahre mit einer Fähre überqueren. Dann hat man Teile der Trasse der Bahnstrecke von Fauske nach Kirkenes, von der nur ein paar Tunnel und Trassenabschnitte je fertiggestellt wurden, für die Straße verwendet und eine Umfahrung gebaut. Wir fuhren auf der alten E 6 zu der Stelle, wo früher die Fähre fuhr. Wir hatten auf 30 km fast keine anderen Fahrzeuge, außer einem Traktor, der uns immer wieder überholte und dann wieder irgendwo an einem Seitenweg stand. Auf der neue E 6 wäre es natürlich kürzer und flacher und damit viel schneller gewesen und auch dort wäre ja der Verkehr recht wenig gewesen. Aber diese alte Strecke war sehr schön und führte durch ein Flusstal zu einem hochgelegenen See und dann auf der anderen Seite wieder herunter. Nun hatte man die Wahl, nach Westen weiter im Tal zum Fjord zu fahren, was aber eine Sackgasse war. Also mussten wir über noch einen kleinen Pass und kamen nach Osten zum Fjordufer und konnten diesen umrunden. Auf dem Südufer war das eine neue Straße, die angeblich Teile der angefangenen Bahnstrecke integriert.

Die Bahnstrecke, die heute von Trondheim nach Bodø führt und damit etwa die südliche Hälfte von Norwegen mit Bahnverkehr ausstattet, sollte in den 20-er Jahren einmal bis Kirkenes gebaut werden. Im zweiten Weltkrieg sind diese Pläne aufgegriffen worden und der Bau der damals noch nicht vollständigen Strecke bis Fauske und Bodø sowie nördlich davon weiter in Richtung Narvik wurde beschleunigt vorangetrieben. Dabei sind auch nördlich von Fauske schon einige Tunnel und Trassierungen entstanden. Bis heute gibt es immer wieder Bestrebungen, zumindest von Fauske bis Tromsø und Harstad eine Bahnverbindung zu bauen, diese sind aber jeweils vom Parlament auf eine unbestimmte Zeit in der Zukunft verschoben oder schlicht abgelehnt worden. Der Abschnitt von Tromsø bis Kirkenes und Vardø hat heute definitiv keine Chance mehr, weil die Gegend in Finnmark sehr dünn besiedelt ist und bereits vollständig durch Straßen, Schiffsverbindungen und Flughäfen angebunden ist.

Spannend ist vor allem, wie der Tysfjord überwunden werden soll. Er stellt ja ein großes Hindernis für Verkehrswege dar. Die E 6 hat dort noch eine Fähre, die man trotz der Bereitschaft für diese Straße große Investitionssummen zu bewilligen, nicht durch eine Brücke, einen Tunnel oder einen Umfahrung des Fjords ersetzt hat. Für die Bahnstrecke gab es auch die Idee, dort eine Fähre zu betreiben oder sie mit hohem Tunnelanteil in der Nähe des Fjords um diesen herumzuführen oder eine Strecke weit oberhalb des Meeresniveaus in der Nähe der schwedischen Grenze zu bauen.

Auf der anderen Seite dieses kleinen Fjords sollte es einen Zeltplatz geben, wo wir 1992 auch schon einmal waren. Irgendwie hat der sich aber nicht glaubwürdig genug zu erkennen gegeben und sah so aus, als wollte er heute nur noch Hüttenbewohner als Gäste sehen. So dachten wir, dass der echte Zeltplatz noch kommt und fragten nicht einmal, ob Besucher mit Zelt nicht doch noch möglich wären. Etwas später kamen wir an einen See, wo schon ein Zelt stand. Wir stellten unseres dazu und im Laufe des Abends kam auch noch ein drittes Zelt.

Felsritzungen Bognes - Fauske Bognes - Fauske Bognes - Fauske

Dienstag: Wir waren nun schon kurz vor Fauske. Ein bisschen Probleme machte mein Schaltzug und ein Fahrradhändler versuchte, da etwas zu reparieren, aber das brachte nicht so furchtbar viel, weil das wieder so ein Sportgeschäft war, das nebenbei noch ein paar Fahrräder verkauft und wo einer der Verkäufer sehr nebenbei noch versucht, Fahrräder zu reparieren. So hatte ich nur noch wenige Gänge zur Verfügung, um nach Bodø zu fahren.

Diese Straße nach Bodø hatte für nordnorwegische Verhältnisse relativ viel Verkehr und sie wurde auch lange vor dem Zentrum von Bodø schon vierspurig. Wir fuhren von Fauske bis Bodø ganz überwiegend am Wasser entlang. Der Zeltplatz war schön am Meer gelegen.

Fauske - Bodø

Mittwoch: Morgens machte ich mich auf den Weg zu einem besseren Fahrradhändler und Ulrich schaute sich eine als Hauptsehenswürdigkeit geltende Kirche an, die in der Nähe des Zeltplatzes lag. Bei Sykkelhuset wurde ich fündig. Dieser Fahrradmechaniker war wirklich ein echter Profi, der sich auch zutraute, Dinge zu reparieren, die er vorher noch nie in der Hand gehabt hat. Er nahm die Nabe behutsam auseinander und fertigte dabei eine Zeichnung an, um sie später wieder zusammenzusetzen. Der Defekt war die Befestigung der Schaltzüge in der Nabe. Die Drähte waren dort angerissen und deshalb verklemmt und blockiert. Das Ersatzteil hätte man bestellen können, aber letztlich musste ich ja schon bald die Heimreise antreten. So entschieden wir uns für eine provisorische Reparatur, die es ermöglichte, vorsichtig noch ein paar Schaltvorgänge zu machen und vielleicht bis zum Schluss der Reise damit durchzuhalten.

Ich traf mich mit Ulrich, wir besorgten uns Mittag und kauften noch ein paar Vorräte ein. Dann nahmen wir wieder einen Katamaran und fuhren zu dem kleinen Ort Ørnes, der in der Luftline 54 km und auf der Straße 118 km südlich liegt. Dort fuhr gleich im Anschluss eine Fähre nach Vassdalsvik. Diese Fähre kann man auf der N 17 umfahren und die Umfahrung ist sogar schöner, weil man dort den einzigen Gletscher auf dem europäischen Festland sieht, der (noch) fast bis zum Meeresniveau herunterreicht. Aber diese Strecke braucht doch mehr Zeit, wenn man nicht auf die Fähre warten muss, weil sie etliche Kilometer länger ist. Und die Sicht war wegen Nebel so schlecht, dass wir den Gletscher sicher nicht gesehen hätten. Leider mussten wir auch schon ein bisschen auf die Zeit achten, weil ich zu einer bestimmten Zeit meinen Zug für die Heimfahrt erwischen musste.

So fuhren wir nun von Vassdalsvik auf der alten N 17 in einer S-Form erst um eine Halbinseln und dann um einen Fjord herum, wobei am Anfang und am Schluss ein bisschen über höher gelegenes Gelände abgekürzt wurde. Dieselbe Straße waren wir 2009 gefahren und allgemein folgten wir jetzt mit dem sogenannten Kystriksveien (der N 17) weitgehend der damaligen Tour, wenn man mal von den Abkürzungen mit den Katamaranen absieht, die wir teilweise nehmen mussten.

In Furøy gingen wir auf denselben Zeltplatz wie drei Jahre zuvor und wir waren früh genug um dort noch unsere Wäsche waschen zu können.

Bodø Bodø Marder auf der Festung in Bodø

Donnerstag: Wir hatten uns die Fahrpläne für alle Fähren besorgt und nahmen uns morgens vor, eine bestimmte Fähre nach Agskardet zu erwischen. Wie meistens kommt direkt nach der Fähre ein Anstieg, mit dem man hier auf höher gelegenes Gelände kommt, um eine sehr weit nach Westen ragende Halbinsel zu überqueren. Danach hatten wir eine sehr schöne Strecke, die oft in der Nähe des Wassers verlief, aber man sah nicht das offene Meer, sondern unzählige vorgelagerte Inseln. Eine zweite ähnlich geformte Halbinsel wurde mit einem langen Tunnel durchquert.

In Jektvik fuhr die Fähre um diese Zeit nur wenige Male am Tag, aber wir hatten auch hier eine bestimmte Abfahrtszeit angepeilt. Tatsächlich waren wir etwas zu früh da und deshalb konnten wir noch bei dem Dorfladen etwas essen und etwas einkaufen. Die Fähre selbst überquerte dann mit uns den Polarkreis, leider wieder bei eher nebligem Wetter.

Als wir in Kilboghamn ankamen, wurde es aber wieder besser. Wir hatten jetzt noch genug Zeit bis zur nächsten Überfahrt und in unserem Übermut machten wir noch einen Abstecher nach Westen in Richtung Tonnes, soweit es uns mit unserem Zeitbudget vertretbar erschien. Den Anhänger ließen wir natürlich solange an der Abzweigung stehen.

Wir fuhren dann an der Küste entlang und hatten bei Sonnenschein einen schönen Blick auf die Inselwelt. Eine etwas weiter draußen liegende Insel besteht aus einem einzigen kegelförmigen Berg und sieht aus wie ein Vulkan. Das ist die Insel Lovund, die ein beliebter Ort für allerlei Seevögel ist, die jeweils jedes Jahr fast auf den Tag genau zur selben Zeit dort eintreffen.

Zum Abendessen waren wir bei einem kleinen Museum in Stokkevågen. Das Museum war schon zu, aber vor dem Museum gab es sehr schöne Tische und man konnte das Gelände noch ein bisschen anschauen.

Wir mussten dann die Anlegestelle für das Schiff suchen. Das war nicht so einfach, weil die nicht so genau gekennzeichnet war und weil auch kaum andere Leute dort warteten, aber als die planmäßige Zeit näher kam, kamen auch die anderen Reisenden. Wir wollten mit der Schiffslinie, die wir von Bodø nach Ørnes genommen hatten, über den hier beginnenden Fjord fahren und so die 60 km lange Umrundung abkürzen. Nach kurzer Zeit kamen wir nach Nesna und der Zeltplatz ? . liegt dort fast direkt neben dem Hafen.

Furøy - Nesna Furøy - Nesna Furøy - Nesna Furøy - Nesna Furøy - Nesna Furøy - Nesna Furøy - Nesna Furøy - Nesna

Freitag: An diesem Tag hatten wir uns vorgenommen, die erste Fähre zu nehmen, die von Nesna nach Levang zu nehmen. Da würde es dann Kaffee geben und wir könnten während der Fahrt etwas Frühstück essen. Das mit dem Kaffee wurde nicht, denn ausgerechnet bei der ersten Fährfahrt, wo man es am dringendsten bräuchte, war der Kaffeeausschank noch nicht offen. So ging es auch ohne Kaffee.

Nach Levang fuhren wir durch ein leicht ansteigendes Tal bis zu der Stelle, wo die N 78 nach Mosjøen abzweigte. Da mussten wir uns verabschieden. Ulrich fuhr weiter nach Südwesten in Richtung Sandnesjøen und ich fuhr nach Südosten nach Mosjøen, weil meine Ferien bereits fast zuende waren.

Es kam noch ein schöner Abschnitt über ein etwas bergigeres Gebiet, dann spielte es sich ein, mehr oder weniger konsequent bis Mosjøen am Nordostufer eines Fjords zu fahren. Ein paar Tunnel verkürzten die Fahrt und bald war schon die Bahnstrecke zu sehen, die hier etwas weiter westlich als die E 6 verlief, um das Korgenfjell zu umfahren.

In Mosjøen musste ich noch meine Fahrkarten ausdrucken. Das wurde aber nichts. Der Fahrkartenautomat war kaputt und weil heute Freitag war, war der Fahrkartenschalter auch den ganzen Tag geschlossen. Zum Glück gab es irgendwo eine Telefonnummer und ich habe die NSB angerufen. So konnte ich mit meinem Ausdruck, der ausdrücklich nicht als Fahrkarte gilt, trotzdem fahren, weil die Leute von der NSB-Hotline das bei den Zugbegleitern anmeldeten.

Nun hatte ich erst einmal noch ein paar Stunden Zeit und zufällig ist Mosjøen noch eine sehr sehenswerte Stadt mit ganz tollen Holzhäusern am Wasser. Es gab genug Zeit, das in Ruhe anzusehen, noch etwas zu essen, ins Museum zu gehen und sogar noch die Vorräte für die folgende Reise aufzufüllen. Merkwürdig war übrigens, dass ich strahlenden Sonnenschein hatte und Ulrich, der nur etwa 20-30 km weiter westlich unterwegs war, strömenden Regen.

Nesna - Mosøen Mosjøen Mosjøen Mosjøen

Die Zugfahrt war überraschend schön. Die E 6 zu fahren, ist eigentlich ähnlich schön wie den Kystriksveien, weniger Küstenlandschaft und mehr von diesen schönen Flusstälern, die in dieser Gegend oft parallel zur Küste verlaufen und sich so für die Trasse von Bahn und Straße regelrecht anbieten.

In Trondheim kam das Problem erneut auf, die Fahrkarte zu drucken. Der Schalter war schon zu und die Automaten funktionierten. Man musste nur die Referenznummer eingeben und dann als Passwort seine Telefonnummer. Leider wollten die damals bei der telefonischen Bestellung der Fahrkarten keine ausländische Telefonnummer akzeptieren. Das gab das Formular der Applikation nicht her, eine Nummer, die so viele Stellen hat oder mit "0" anfängt. So hat man dann irgendeine Nummer erfunden, durch Weglassen von ein paar Ziffern, weil ich meine norwegische Nummer zu der Zeit nicht zur Hand hatte. Genau diese fiktive Telefonnummer hätte ich aber wissen sollen, aber mit einigen Versuchen waren die offensichtlichen Möglichkeiten aufgebraucht und es kamen keine Fahrkarten heraus. So musste ich nochmal anrufen und man arrangiert, dass auch das letzte Stück mit den ausdrücklich nicht als Fahrkarte gültigen Belegen gefahren werden könnte. Ich bekam sogar einen Platz im Schlafwagen.

Samstag: Morgens kam der Zug recht früh in Oslo an. Im Bahnhof besorgte ich zum Frühstück erst einmal etwas Kaffee, dann ging es los. Auf der Halbinsel Bygdøy sind viele Museen und da fuhr ich einigermaßen direkt hin, ein kleiner Umweg diente dazu, genau dann anzukommen, wenn die Museen aufmachen. Die interessantesten Museen sind natürlich das Freilichtmuseum und die Wikingerschiffe. Deshalb haben wir die stets bevorzugt angeschaut und so wollte ich diesmal in das Kontiki-Museum gehen und danach vielleicht noch ins Fram-Museum, wo wir doch in Tromsø so viel über diese Polarexpeditionen in den dortigen Museen mitbekommen hatten. Letztlich war das Kontikimuseum aber dann so spannend, dass ich dort blieb, bis ich zum Schiff fahren musste.

Oslo Oslo

Am Hafen wollte ich Mehrwertsteuerbelege für Bücher, die in in Mosjøen gekauft hatte, abstempeln lassen, um die Mehrwertsteuer zurückzubekommen. Der Zöllner war nicht leicht zu finden, bei der Einreise klappt das besser. Und er war recht arrogant und lehnte das höflich aber bestimmt ab, weil das Formular nicht seinen Vorschriften entspreche. Ich sollte es doch mal probieren, ob das Schiffspersonal mir das nicht abstempeln könnte. Auf Deutsch, er hatte keine Lust und wollte mich auch möglichst schnell wieder loswerden. Naja, so viele Bücher hatte ich nicht gekauft, da konnte man wohl drauf verzichten, die Mehrwertsteuer zurückzuholen.

Auf dem Schiff bekam ich meine Kabine und tatsächlich wurde mir die Mehrwertsteuer für meinen Einkauf bar ausgezahlt, auch ohne den Ausfuhrstempel der Zöllner. Damit hatte ich nicht gerechnet.

Sonntag: In Kiel wollten noch andere Radfahrer zum Bahnhof fahren, so dass ich ihnen den Weg zeigte. Es gibt eine Brücke über die Hörn, die Spitze der Kieler Förde, wo man mit dem Fahrrad direkt vom Norwegenkai zum Bahnhof fahren kann. Leider wurde diese Brücke gerade für durchfahrende Schiffe geöffnet und dann dauert es meistens gleich sehr lange. So war es dann doch besser und schneller, die Hörn zu umrunden. Ich blieb den Tag über nicht in Kiel, sondern fuhr mit dem Zug nach Rendsburg und von dort noch 12 km mit dem Fahrrad nach Bünsdorf, wo ich den Tag verbrachte. Abends nahm ich nicht zu spät eine Zugverbindung nach Hamburg. Ach ja, das Zugfahren mit dem Anhänger ist recht mühsam, wenn man alleine unterwegs ist. Wenn man lange genug Zeit hat, auf den richtigen Bahnsteig zu kommen, geht das Fahrstuhlfahren gut, man muss aber jedesmal vorher den Anhänger abhängen und ihn hinterher wieder anhängen. Aber das Warten auf den Zug machte ich lieber mit angehängtem Anhänger, denn man sieht erst bei der Einfahrt, wo der Fahrradwagen ist. Zum Glück haben mir beim Einsteigen immer Leute geholfen und dann konnte ich das im Zug in Ruhe zerlegen. Der Anhänger hatte übrigens eine eigene Fahrradkarte.

Montag: Der Nachtzug brachte mich dann nach Basel in die Schweiz zurück. Ich hatte es arrangiert, dass ich irgendwo passende Kleidung finden konnte, wie ich sie an normalen Arbeitstagen verwende und eine Dusche und einen Fahrradabstellraum und sowas. So konnte ein normaler Arbeitstag beginnen, ohne dass ich vorher zuhause das Gepäck tauschen musste.

Teil 8

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Diesen Teil des Radtourenberichts gibt es noch nicht.

Teil 9

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Diesen Teil des Radtourenberichts gibt es noch nicht.

Aus Gründen der Vollständigkeit habe ich es schon seit einigen Jahren als sinnvoll angesehen, noch eine kleine Tabelle anzufügen. Da kommt das Nordkap diesmal sogar vor. Auf jeder Radtour bekommt man ja Ideen für fünf weitere Radtouren Für 2013-2017 gibt es schon Pläne, über die ich aber hier jeweils erst hinterher schreiben werde. Lassen wir uns also überraschen. ;-)

Eine Landkarte mit der Route gibt es auch: Route

Links

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  1. Fotos des Globus am Nordkap
  2. Westküste: Bodø - Namsos - Geiranger - Bergen [Karl Brodowsky 2009]
  3. Lappland (alles auf einer Seite) [Karl Brodowsky 2000]
  4. Mora - Nautesund [Karl Brodowsky 2011]
  5. Årnes nach Trondheim (Sommer 2008) [Karl Brodowsky 2008]
  6. Unsere erste Tandemtour durch Schweden und Norwegen [Karl Brodowsky 1999]
  7. Deutschland, Schweden, Norwegen, Finnland und um die nördliche Ostsee [Karl Brodowsky 1987]
  8. 4 Monate durch Skandinavien [Thomas Kiser 1997]
  9. Bergen - Nordkap - Hammerfest - Hurtigrute [Marion & Andreas Bugdoll 1995]
  10. Von Bayern bis zu den Lofoten [Winfried Beer 2000]
  11. Lofoten [Winfried Beer 1998]
  12. Norwegentour: Fjorde, Berge und das Meer (home, Route) [Klaus Köstler & Karin Ott 2001]
  13. Oslo - Sveg - Sorsele & Kiruna - Lofoten - Trondheim (frames, home) [Mathias C. Hoeschen & Robert J. Stephan 2001]
  14. Mainz - Nordkap - Lofoten (4144 km) (alte URL, home) [Christoph Gocke 2001]
  15. Kiruna - Lofoten im Winter [Martin Jung & Kerstin Wägner 1997]
  16. Røros - Lofoten - Kirkenes [Roland & Roswitha Mosler]
  17. Norwegen und Schweden mit Lofoten ?  (home) [Urs Arnold 2002]
  18. Luleå - Lofoten - Kiruna (home) [Hans-Jürgen Lauer & Thomas Wallig & Alexander Wachter & Jürgen Friedmann & Loisl Jonak 2001]
  19. Augsburg - Nordkapp - Tarifa - Südfrankreich [Philipp Tiefenbacher 2007]  ?  (home) [Rüdiger Konau 2011]
  20. Lofoten - Trelleborg ?  (home ? ) [Sebastian Engel 2009]
  21. Trondheim - Lofoten (home) [Carsten Stolzenbach 2002]

Fußnoten

Die numerierten Straßen heißen auf schwedisch "Riksväg" und auf norwegisch "Riksvei" oder "Riksveg", abgekürzt mit "R". Ich habe das für diesen deutschsprachigen Text mit "Nationalstraße" übersetzt und auch die Abkürzung zu "N" übersetzt.