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Vier Wochen auf Gotland

Karl Brodowsky 1998-07-03 bis 1998-08-02, geschrieben 1998

Allgemeines

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Eigentlich war dieser Urlaub gar nicht als Radtour gedacht. Außerdem wäre es gar nicht so einfach gewesen, so etwas mit meinen vier Kindern zu machen, weil die jüngste erst ein halbes Jahr alt war. Möglich gewesen wäre aber auch das. Nur hatte ich zum damaligen Zeitpunkt noch nicht einmal ein Tandem. Aber ich habe halt doch ein Fahrrad mit Anhänger gemietet und haben das natürlich auch zwischen den verschiedenen Übernachtungsorten überführen müssen, so dass es letztlich - zumindest rein formell gesehen - doch eine Radtour war. Immerhin wird ja auch auf der einen oder anderen WWW-Seite sehr empfohlen Radtouren auf Gotland zu machen.

Gotland ist mit 2994 km² die zweitgrößte Ostseeinsel, die ungefähr in der Mitte zwischen Stockholm und der Küste Lettlands liegt. Gotland gehört zu Schweden, auch wenn man dort vielleicht häufiger die gotländische als die schwedische Fahne sieht. Aber das gehört wohl bei einer Insel dazu. Die Sprache ist ein schwedischer Dialekt, der nicht so leicht zu verstehen ist, wenn man nur Schwedisch kann, aber die Leute sind ja doch mehr oder weniger in der Lage, Hochschwedisch zu sprechen, wenn ein Ausländer oder ein Festländer auftaucht. Angeblich müssten wir Deutschen ja Gotländisch gut verstehen, weil es ein bisschen ähnlicher wie Deutsch ist, meinen manche Gotländer. Ich habe das aber noch nicht gemerkt. Andere meinen wiederum, dass das Gotländische aus der Sprache der alten Goten entstanden sei, deren Nachfahren später als West- und Ostgoten durch halb Europa wanderten und dass es heute nur aus Opportunismus als schwedischer Dialekt bezeichnet werde. Ganz Gotland ist zu einer Gemeinde zusammengefasst, die aber einwohnermäßig doch noch nicht eine Großstadt ist. Flächenmäßig schon eher... Zu dieser Gemeinde gehören noch ein paar Dutzend weitere Inseln dazu, zum Beispiel Stora Karlsö oder Fårö. Aber das kommt vielleicht später.

Die Anreise nach Gotland sah zunächst ein bisschen schwierig aus, weil es gar nicht so leicht ist, passende Tages- und Nachtzüge zu finden und auch noch zu reservieren, mit denen man die Fähren von Nynäshamn oder Oskarshamn nach Visby erreicht, die nicht gerade mitten in der Nacht abfahren oder ankommen. Als ich das geschafft hatte, wurde noch einmal eine kleine Änderung fällig, um ICE-freie Verbindungen zu bekommen, weil zu der Zeit viele ICEs nicht fuhren oder es stattdessen verspätete Ersatzzüge gab.

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