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Mit vier Kindern und einem Tandem durch Norwegen und Schweden

Karl Brodowsky, gefahren 2006-07-07 bis 2006-08-09, geschrieben 2007

Teil 1

[Anfang] [Ende]

In diesem Jahr wollten wir zum ersten Mal seit 2002 einmal wieder etwas länger unterwegs sein. Die Idee war diesmal, das ganze skandinavische Hochgebirge von Ost nach West zu durchqueren. Es hätte sich also angeboten, zum Beispiel von Uppsala nach Bergen zu fahren. In diese Richtung gingen die Planungen ja auch erst einmal. Nun ist es leider nicht ganz so einfach, Startorte in Schweden zu erreichen, weil die Bahn dort nicht so gerne Fahrräder mitnimmt. Wir hatten ja schon einmal versucht, das auf dem Luftweg zu erreichen, aber im Jahr 2000 hatte man bei SAS Angst, daß das Tandem zu groß für das Flugzeug ist. Finnair ging da schon eher. Aber mit Finnair via Helsinki nach Stockholm zu fliegen, kam uns dann doch zu absurd vor. Und im ich hatte ja im Jahr 2000 im Bahnhof von Malmö SAS-Mitarbeiterinnen getroffen, die völlig schockiert waren, daß man keine Tandems mitnehmen wollte. Sie hatte es dann abgeklärt und gemailt, daß es doch geht. Also hatten wir das versucht, aber SAS-Leute in der Schweiz waren eisern und stornierten unsere Buchung, nicht ohne uns zu informieren. Wir beschlossen also Stockholm lieber erstmal vergessen. Andere Länder in Nordeuropa haben ja auch Hauptstädte und nach Oslo sollten wir schon kommen.

2006-07-07 2006-07-08 Wie so oft nahmen wir den CityNightLine nach Hamburg, den Eilzug nach Kiel und die ColorLine nach Oslo. Zu dieser Zeit war gerade Weltmeisterschaft und als wir auf dem Schiff waren, lief gerade das Spiel "Deutschland - Portugal" um den dritten Platz. Sie hatten für die Reisenden eine große Leinwand aufgestellt und so konnten wir das Spiel auf dem Schiff sehen.

2006-07-09 Nun hatten wir aber keine Lust, aus Oslo rauszufahren und so nahmen wir von Oslo bis Hamar einen NSB-Zug. Dann wollten wir nach Elverum fahren und auf den Zeltplatz. Zeltplätze hatten uns immer mit dem Fernseher im Aufenthaltsraum genervt, aber diesmal war das ja eine Idee, dort das Endspiel zu sehen. Naja, wir würden sehen.

Am frühen Nachmittag waren wir in Hamar. Die N 25 nach Elverum war auch schnell gefunden. Spätestens ab der Stelle, wo sie sich mit der N 3 von Oslo vereinigte, war das Verkehrsaufkommen sehr hoch, aber erstaunlicherweise war die Strecke nicht vierspurig ausgebaut. Unterwegs machten wir an einem Ort Pause, wo eine Keramikausstellung in einem alten Bauernhof war. Die haben das so schön über die verschiedenen Gebäude und Stockwerke verteilt aufgebaut, daß man regelrechte Landschaften im Gebäude hatte. Man konnte natürlich Eis und verschieden geformte Kerzen und Keramik kaufen. Wir blieben beim Eis, alles andere hätte wohl unser Gepäck überfordert.

Am frühen Abend kamen wir nach Elverum. Der Zeltplatz lag etwas südlich der Stadt am Ostufer des Glåmma, etwas südlich des Waldmuseums. Er lag sogar sehr schön. Mit dem Fußball wurde es nichts, dieser Zeltplatz hatte keinen Fernseher und wir hatten die WM und alles, was vorher in der Schweiz loswar, auch bald vergessen.

N 25 Elverum - Trysil N 25 Elverum - Trysil N 25 Elverum - Trysil N 25 Elverum - Trysil N 25 Elverum - Trysil

2006-07-10 Bei der Abfahrt hatten wir doch eine kleine Panne, weil Ulrich als erster fertig war und schon einmal losfuhr, auf der N 20 weiter nach Süden. Als wir es gemerkt hatten, daß er vielleicht nicht auf unserer Route war, fuhr ich mit Bernhards Fahrrad ihm hinterher und holte ihn dann auch ein. Die richtige Strecke ging zurück nach Elverum und dann auf der N 25 weiter nach Osten. Wir mußten die Wasserscheide zwischen Glåmma und Trysilelva überqueren. Wie so oft mußte man erste das Flußtal verlassen und dann oben durch eine hügelige oder bergige Landschaft fahren, mit vielen Flüssen, Seen und hauptsächlich Wald. Wir hatten Rastplätze mit toller Aussicht und trafen auch einige andere Radfahrer. Kurz vor Trysil war der Flugpatz dieser Kleinstadt und in der Nähe auch ein Zeltplatz. Der Betreiber warnte uns noch vor den Knot, kleinen Steckinsekten, die sogar da oben bei ihm abends unterwegs sind. Damit mußten wir uns abfinden, aber es war in Wirklichkeit auf dieser Reise kein großes Thema, allerdings in diesem Jahr in Trysil schon. Unten in Trysil gab es eine neue Brücke über die Trysilelva, die genau für uns paßte. Auf der anderen Seite ein Stück nach Norden kam ja wie immer der Zeltplatz.

2006-07-11 Wir blieben in Trysil für zwei Nächte. Es war ein etwas regnerischer Tag. Karin und ich machten einen Ausflug bis etwas nördlich von Jordet. Am Nachmittag durfte ich Heidruns MTB ausleihen und einen Ausflug nach Vestby machen. Bernhard fuhr noch ein Stück mit. Genau auf dem Westufer der Trysilelva, also etwas nördlich von der N 25, auf der wir gekommen waren, führte eine Straße durch die Berge nach Vestby. Der Anstieg kam gleich am Rand von Trysil, wo man die Skigebiete und die Feriensiedlungen dazu durchquert. Oben war es dann eine breite Sandstraße. Bei dem Regenwetter wurde natürlich alles grau. Der Ort Vestby war kaum zu sehen, so klein war der, aber es war ja eine schöne Fahrt.

N 25 Trysil - Østby - Støa N 25 Trysil - Østby - Støa N 25 Trysil - Østby - Støa

2006-07-12 Für die Weiterfahrt wählten wir wieder die N 25 aus. Das ist praktisch die einzige Straße nach Osten. Als wir beim ersten Anstieg ziemlich weit oben waren, trafen wir einen Norweger, der uns einiges davon erzählte, daß in der Gegend von Trysil noch viele Leute der alten heidnischen Religion anhängen sollen, er selber vielleicht auch. Naja, er war ja ein netter alter Herr und wir haben uns gut unterhalten, aber das gegenseitige Missionieren war natürlich in beide Richtungen nicht besonders erfolgversprechend.

See zwischen Østby und Støa N 25 Østby - Støa See zwischen Østby und Støa N 25 Østby - Støa Kanal zum Flößen von Holz zum Klarälven bei Støa Kanal zum Flößen von Holz zum Klarälven bei Støa Kanal zum Flößen von Holz zum Klarälven bei Støa Kanal zum Flößen von Holz zum Klarälven bei Støa Kanal zum Flößen von Holz zum Klarälven bei Støa

Diese Strecke ist mit viel Gepäck schon sehr heftig, weil es natürlich dauernd kleine Täler mit Flüssen und Seen und dann wieder Berge dazwischen gibt, aber wir hatten eine schöne Gegend und fast keine Autos mehr. In der Nähe von Østby konnten wir auch an einem schönen See eine Pause machen. In der Nähe von Støa dann noch einmal an der Stelle, wo ein winziger Kanal gebaut worden war, der nur dazu diente, Baumstämme von einem Flußsystem über die hier sehr niedrige Wasserscheide in ein anderes Flußsystem zu transferieren. So konnte die Forstwirtschaft in dieser Gegend von der holzverarbeitenden Industrie am Klarälven in Schweden profitieren.

Støa - Sälen - Mora Støa - Sälen - Mora

Auf der schwedischen Seite wurde man neuerdings direkt nach der Grenze zweimal nach rechts geschickt, um nach Malung und Sälen zu fahren. Wir wollten diese Strecke einmal ausprobieren, obwohl die Straße geradeaus nach Fulunäs natürlich schneller gewesen wäre, da sie mit einem kleinen Umweg die ganze Zeit in einem Flußtal verläuft. Nun war die Straße weiterhin so einsam wie schon in Norwegen. Wir fuhren durch ein breites Tal langsam bergauf, wo wir 2002 auf dem Weg von Mora nach Höljes in der gleichen Richtung gefahren waren. Damals war das Wetter schlecht, alle hatten Hunger und alle hatten schlechte Laune. Es ließ sich aber alles lösen, als wir es schafften, trotz Regen ein Feuer an einer ungefährlichen Stelle zu machen und ein schönes Essen darauf zu kochen. Diesmal hatten wir wegen der vielen Zeltnächte im Wald sogar einen Spirituskocher dabei, was wir vorher selten hatten, da ja in Schweden fast jeder Zeltplatz eine schöne Küche mit Kochplatten hat. Durch die Verlagerung des Schwerpunkts nach Norwegen war aber auch dieses Argument etwas relativiert. Aber Kochen auf dem Feuer macht immer noch mehr Spaß, wenn man die Gelegenheit dazu hat. Oft ist das natürlich verboten, wegen der Waldbrandgefahr.

Heidrun war die schnellste von uns und so war sie die einzige, die einen Elch sehen konnte, der mitten auf der Straße stand. Früher haben wir solche Tiere nie gesehen, obwohl wir 1999 in der angeblich elchreichsten Gegend Nordeuropas waren (Halleberg bei Trollhättan), aber seit diesem Jahr war uns das jedes Jahr mindestens einmal passiert. Diesmal aber nur Heidrun, denn als wir ankamen, war der Elch schon weg. Damals hatte Heidrun noch nicht einmal eine Kamera in ihrem Telefon. Irgendwann bog unsere N 71 nach Malung wieder nach links ab und geradeaus ging es weiter nach Röbäcksnäs. Hier kamen wir jetzt durch das Skigebiet Sälenfjäll und mußten einen recht hohen Paß überqueren. Irgendwo in der Gegend suchten wir uns dann auch eine schöne Stelle im Wald für die Nacht im Zelt.

Querung des Hochlands zwischen Sälen und Evertsberg entlang dem Vasaloppsleden Querung des Hochlands zwischen Sälen und Evertsberg entlang dem Vasaloppsleden Querung des Hochlands zwischen Sälen und Evertsberg entlang dem Vasaloppsleden Querung des Hochlands zwischen Sälen und Evertsberg entlang dem Vasaloppsleden Querung des Hochlands zwischen Sälen und Evertsberg entlang dem Vasaloppsleden Interessante Pflanze Interessante Pflanze Interessante Pflanze

2006-07-13 Die Paßhöhe des Sälenfjells mußten wir doch noch erklimmen, da wir aber schon den größten Teil am Vortag geschafft hatten, blieb uns hauptsächlich die rasante Abfahrt bis zum Ort Sälen. In schöner Sichtweite des Västerdalsälven, der hier so richtig wie ein etwas mäandrierender Fluß westlich von uns durch das Tal floß, mußten wir noch etliche Kilometer nach Süden fahren, bis der Vasaloppsleden, den wir auch diesmal fahren wollten, nach Osten abbog und erstmal wieder auf die Wasserscheide zwischen Västerdalsälven und Vanån anstieg. Diese Straße war immer sehr einsam und verkehrsarm. Oben kamen wir wieder an schönen Seen und Mooren vorbei und irgendwann am späten nachmittag kam die Abfahrt zum Tal der Vanån, auf der anderen Seite ging es wieder hoch zur nächsten Wasserscheide zwischen Vanån und Österdalsälven. Irgendwo da oben fanden wir eine schöne Zeltstelle im Wald.

See kurz vor Evertsberg Nahe bei Evertsberg See kurz vor Evertsberg

2006-07-14 Am Freitag fanden wir morgens einen See zum Baden, was ganz praktisch ist, wenn man im Wald zufällig keine Dusche gefunden hat. Dann kam bald die Trinkwaserquelle am Straßenrand, die wir auf dieser Strecke schon 1994 und 1999 verwendet hatten, um unsere Wasservorräte mit frischem Wasser zu füllen. Und nach dem Ort Evertsberg kam eine rasante Abfahrt nach Oxberg. Kurz vor Oxberg fanden wir eine schöne Pausenstelle an einem kleinen See. Da dort allerdings eine Gruppe ein Fest feiern wollte und sie dabei den ganzen See für sich haben wollten, wurden wir gebeten, uns mit der Pause zu beeilen. Die restliche Fahrt nach Mora war jetzt auch nicht mehr so weit. Wir fanden auf dem Zeltplatz wieder etwa an derselben Stelle wie 2000 und 2002 einen passenden Platz für unser Zelt, sehr nah am Strand.

Teil 2

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Auflug von Mora nach Sollerön Auflug von Mora nach Sollerön Auflug von Mora nach Sollerön Auflug von Mora nach Sollerön Auflug von Mora nach Sollerön Auflug von Mora nach Sollerön Auflug von Mora nach Sollerön Auflug von Mora nach Sollerön Auflug von Mora nach Sollerön Auflug von Mora nach Sollerön Auflug von Mora nach Sollerön

2006-07-15 In Mora wollten wir zwei Ruhetage verbringen. Für den ersten Tag hatten wir die Idee, nach Sollerön zu fahren, was letztlich nur für Karin und mich stattfand. Wir konnten unsere Fahrräder irgendwo abstellen und einen Kulturpfad zu Fuß erkunden. Diese Insel ist seit der Eisenzeit bewohnt. Ob es damals schon Brücken zum Festland gab, ist zumindest umstritten. Aber diesmal konnten wir von diesen Brücken profitieren und die ganze Insel erkunden und auf dem Rückweg noch die andere Brücke befahren. Das Wetter war sehr schön und überhaupt heißt die Insel ja Sollerön, also so etwas wie Sonneninsel. Daß paßte an diesem Tag sehr gut. Außerdem konnte ich an diesem Tag noch mit Heidruns MTB ein Stück des Weges in Richtung Hemulånsjö fahren und so eine kleine Runde in dem fast unbewohnten Gebiet fahren, daß wenige Kilometer westlich des Zeltplatzes anfängt. Beim nächsten Besuch in Mora im Jahr 2008 sollte es dann für eine Runde bis Venjan, dem nächsten Ort auf der anderen Seite dieses unbewohnten Gebiets, reichen.

Abkürzung von der Ostseite des Orsasees zur Straße zum Bärenpark über Sandweg

2006-07-16 Es stellte sich heraus, daß das Tomteland nicht mehr wirklich gefragt war, aber der Bärenpark interessiert uns doch noch sehr. Wir wollten diesmal die Route verwenden, die wir 2000 mit dem gemieteten MTB gefunden hatten. So fuhren wir wieder am Westufer des Orsasees durch Bonäs und Våmhus. Das sind malerische Dörfer mit sehr schönen dunkelroten Holzhäusern, die fast wie ein einziges Freilichtmuseum aussehen würden, wenn da nicht eine Tankstelle dazwischen wäre. Nördlich von Våmhus überquerten wir noch eine Brücke und bogen dann in einen Waldweg nach links ab. An diesem Tag fuhren Heidrun und Bernhard zusammen auf dem Tandem, Christina mit Heidruns Fahrrad und ich mit Bernhards Fahrrad. Später würden wir wieder zurücktauschen. Irgendwo im Wald gab es dann Holzwegweiser nach Fryksås und wir kamen dann auf die Straße von Orsa nach Fryksås und Grönklitt, aber schon auf halber Höhe oder so.

Bär im Bärenpark Aussicht vom Bärenpark in Grönklitt bei Orsa Aussicht vom Bärenpark in Grönklitt bei Orsa Aussicht vom Bärenpark in Grönklitt bei Orsa Vielfraß im Bärenpark Bär Bär Bär Aussicht vom Bärenpark in Grönklitt bei Orsa Aussicht vom Bärenpark in Grönklitt bei Orsa Bärenpark in Grönklitt bei Orsa Bärenpark in Grönklitt bei Orsa Wolf im Bärenpark in Grönklitt bei Orsa Rückweg vom Bärenpark Rückweg vom Bärenpark Rückweg vom Bärenpark

Im Bärenpark hatten wir an diesem Tag sehr schönes Wetter, es war sogar so heiß, daß unsere Wasserflaschen schnell leer wurden. Abends wollten wir noch einmal ein bißchen Tempo machen. Auf der Abfahrt bis Orsa ging das sehr gut. Danach hatten wir erst einmal eine sehr schmale und kurvige Teilstrecke der N 45 bis zur Gemeindegrenze von Mora. Dort wurde sie dann sehr breit mit sehr breiten Randstreifen und großzügiger Trassierung. In Mora konnten wir auf dem Zeltplatz noch Minigolf spielen. Das hat in Schweden fast jeder Zeltplatz, in Norwegen ist es eher die Ausnahme.

Wanderung in der Nähe der N 70 zwischen Mora und Älvdalen Österdalsälven N 70 nach Särna

2006-07-17 Für uns war Mora eigentlich ein Abstecher, wir mußten wieder am Österdalsälven stromaufwärts fahren. Um das nicht zu offensichtlich zu machen, fuhren wir diesmal nicht auf dem Westufer über Gopshus und Oxberg, sondern auf dem Ostufer auf der N 70. Wir fanden eine sehr schöne Pausenstelle. Dort gab es einen Rundweg von ein paar Kilometern Länge, der über einige Hügel letztlich bis zum Fluß führte. Nördlich von Älvdalen kamen wir dann wirklich aus der besiedelten Gegend heraus. Es gab natürlich immer wieder Staudämme, solange wir noch in der Nähe des Österdalsälven fuhren. Am Åsen-Stausee zelteten wir an derselben Stelle wie 2002 ganz nah am Wasser.

neben der N 70 Pausenstelle bei einem Moor N 70 nach Särna

2006-07-18 Die Straße entfernte sich jetzt für eine Strecke etwas von dem Fluß und verlief durch etwas bergigeres Gelände. Wir konnte wirder bei dem Moor mit der schönen eingefaßten Quelle in der Mitte eine Pause machen und unsere Trinkwasservorräte auffüllen. Es war natürlich oft gar nicht so einfach, für eine Pause einen geeigneten Ort zu finden, weil normalerweise die Bäume, an die man das Fahrrad anlehnen könnte, weit weg von der Straße auf der anderen Seite des Grabens standen. Das war zum Teil sogar bei abzweigenden Waldwegen noch so. Abends kamen wir auf den Zeltplatz von Särna. Der lag schön an einem Hang. Unten war der Österdalsälven, dem wir uns hier wieder angenähert hatten.

2006-07-19 In Särna machten wir wieder einen Ruhetag. Am Vormittag fuhr ich mit Bernards Fahrrad auf der N 311 etwa 35 km in Richtung Malung ungefähr bis zu dem Ort, wo wir 2002 vorbeigekommen waren. Auf dem Rückweg kam ich ganz in der Nähe von Särna bei einem Berg mit einem Aussichtsturm vorbei, den ich mir noch von oben anschauen wollte.

Ausflug von Särna in Richtung Mörkret Naturpark beim Njupeskär Naturpark beim Njupeskär Naturpark beim Njupeskär Njupeskär Njupeskär Njupeskär Njupeskär Rückweg vom Njupeskär zum Fahrrad durch den Naturpark Rückweg vom Njupeskär zum Fahrrad durch den Naturpark Rückweg vom Njupeskär zum Fahrrad durch den Naturpark Rückweg vom Njupeskär zum Fahrrad durch den Naturpark Rückweg vom Njupeskär zum Fahrrad durch den Naturpark Rückweg vom Njupeskär zum Fahrrad durch den Naturpark Rückfahrt von Mörkret nach Särna Rückfahrt von Mörkret nach Särna

Am Abend fuhr ich mit Karin in Richtung Ljørdalen zum Njupeskär, dem höchsten Wasserfalls in Schweden. Die Straße führte am Nordhang eines breiten Tals entlang, das dann mußte man dieses Tal durchqueren. In dem Tal verläuft die die Fulån, einen Quellfluß des Västerdalsälven. Die Fahrt hierher hat also wieder die Wasserscheide zwischen Västerdalsälven und Österdalsälven überquert. Auf der anderen Seite mußte ich wieder hochfahren. Dort befindet sich das Fulufjäll, ein Gebirgszug im Schwedisch-Norwegischen Grenzgebiet und ein Naturpark. Im Fulufjäll befindet sich der älteste bekannte Baum der Welt, eine 9550 Jahre alte Fichte (Old Tjikko, Wikipedia, Wikipedia englisch, Wikipedia schwedisch, schwedisch). Der genaue Standort des Baumes ist aber zur Zeit nicht öffentlich bekannt, damit nicht Sammler sich ein Stück Holz davon mitnehmen. Die letzten zwei Kilometer zum Wasserfall muß man zu Fuß zurücklegen. Auf dieser Reise war mir Old Tjikko auch noch nicht bekannt. Aber 2011 und 2015 sollte ich auch diesen Wunderbaum sehen.

2006-07-20 In Särna durchquerten wir die Fjällportan, die Gebirgspforte. Jetzt waren wir also wirklich mittendrin und hier sollte es sogar Rentiere und Lappen (oder Samen) geben und überhaupt waren wir jetzt richtig im Norden und im Hochgebirge gelandet. Tatsächlich blieben wir doch noch bis Idre in einem großen Tal, das hier noch vom Österdalsälven durchflossen wurde. Der Anstieg war nur langsam, aber rechts und links konnten wir immer besser die hohen Berge sehen, die es hier in der Umgebung schon gab. In Idre mußten wir noch nach links abbiegen und einen kleinen Anstieg bewältigen. Wir verließen den Österdalsälven jetzt wieder, aber wir bewegten uns immer noch in einem großen Tal, daß hier zwei Flußsysteme zwischen den sonst viel höheren Bergen verband und die Wasserscheide zwischen Österdalsälven und Femundselva bildete. Die Femundselva heißt weiter unten erst Trysilelva, dann Klarälven und dann vielleicht sogar Götaälv. Es ist eigentlich erstaunlich, daß meistens lange Flüsse auf dem gesamten Flußlauf einen einheitlichen Namen haben, aber in diesem Fall ist es ausnahmsweise nicht so.

Zeltstelle an einem See kurz vor Drevsjø

Am Abend kamen wir durch eine Landschaft mit sehr vielen Seen, die hauptsächlich südlich unserer Straße lagen. Auch diese Seen gehörten noch zum Quellgebiet des Österdalsälven. Der schönste See war der Vurrusjøen kurz nach der norwegischen Grenze und die Stelle gefiel uns so gut, daß wir dort ein paar Kilometer vor Drevsjø im Wald zelten wollten. Das war sicher die schönste Übernachtungsstelle auf dieser Radtour und eine der schönsten überhaupt! Außerdem hatten wir ja ganz tolles Wetter und einen schönen Blick auf die hohen Berge, die den See in der Ferne umgaben.

Femundsee Femundsee Femundsee

2006-07-21 Drevsjø war ein kleiner Ort, aber wir konnten dort Essen und sogar Fahrradteile kaufen. Die Wasserscheide zwischen Österdalsälven und Femundselva war kaum zu bemerken und wir fuhren bald am Südufer des Femundsees entlang. Dort konnten wir einen schönen Rastplatz in der Nähe des Abflusses der Femundelva aus dem Femundsee finden.

Für die weitere Fahrt wußten wir alle, daß wir auf der N 26 noch ein Stück weiter (in Richtung Nordwesten) fahren würden und dann irgendwann auf die N 217 nach links (Südwesten) abbiegen würden. Bernhard und Ulrich waren zuerst losgefahren, dann Heidrun und Karin. Christina und ich zuletzt. Irgendwann holte ich auf der N 217 Bernhard und Ulrich ein, als sie die nächste Pausenstelle gesucht hatten. Karin und Heidrun hatten wir nicht gesehen, denn sie hatten die Abzweigung der N 217 nicht gesehen. Die Telefone waren natürlich auch ausgeschaltet, aber ein SMS konnte man ja mal schicken. Wir schnallten das Gepäck von Bernhards Fahrrad ab und ich fuhr auf der N 217 zurück und auf der N 26 hinter Karin und Heidrun hinterher. Die beiden waren 20 km in die falsche Richtung gefahren. Dann haben wir doch noch telefonieren können und sie sind umgekehrt, denn in dieser Gegend ist das Straßennetz so weitmaschig, daß die nächste Straße nach Westen ungefähr 150 km Umweg bedeutet hätte. Ich konnte ihnen einen Teil des Gepäcks abnehmen. So waren am Ende dieses Tages alle außer Bernhard und Ulrich über 100 km gefahren.

N 217 von Drevsjø nach Åkrestrømmen N 217 von Drevsjø nach Åkrestrømmen N 217 von Drevsjø nach Åkrestrømmen N 217 von Drevsjø nach Åkrestrømmen

Das erste Stück des Weges nach der Abzweigung von der N 26 fuhren wir noch im Tal der Femundselva, dann überquerten wir diese mit einer kleienn Brücke und kamen in noch bergigeres Gelände, die Straße wies entsprechend viele Steigungen auf. Wir mußten die Wasserscheide zwischen Rena und Femundselva überqueren. Aber die Höhe, auf der wir beim Femundsee und bei der Femundselva waren, war schon recht groß, so daß nicht mehr viel mehr zusätzliche Höhenmeter dazukamen. Rechts und links der Straße konnten wir aber doch einige große Berge sehen, die noch viel höher waren als die Straße selbst. Das Wetter war auch an diesem Tag sehr gut und es war schön, daß wir so weit sehen konnten.

So gegen Abend kam dann die Abfahrt zum Tal der Rena. So verloren wir innerhalb von wenigen Kilometern fast die gesamte Höhe, die wir zwischen Mora und dieser Wasserscheide innerhalb von vier Tagen Fahrt langsam aufgebaut hatten, auf ein paar Kilometern Abfahrt. Der Zeltplatz in Åkrestrømmen hatten nur insgesamt für drei Zelte Platz, alle anderen Plätze waren für Wohnmobile und Wohnwagen ausgelegt und hatten zu harten Untergrund für unsere Zelte. Weil schon zwei Zelte vor uns da waren, durften wir eines der beiden Zelte auf der Wiese vor der Rezeption aufbauen.

Der Zeltplatzwart erzählte uns, daß er früher einmal ein Hotel am Friisveien geleitet hatte und daß die Gäste bei gutem Wetter morgens um 5 geweckt wurden, weil man da die blauen Berge sehen könnte, ein einmalig schöner Anblick. Dieser Friisveien sollte asphaltiert sein und noch eine Ecke kürzer als unsere geplante Route, aber sehr steil. Soger in den Worten eines Norwegers. Aber die Idee faszinierte uns und wir hatten die ganze Zeit gutes Wetter gehabt, so daß wir uns Hoffnungen machten, dort auch einen schönen Sonnenaufgang und die blaue Berge zu erleben. Voraussetzung war, dort oben irgendwo zu zelten.

Teil 3

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Storsjøn bei Åkrestrømmen Ausflug bei Åkrestrømmen

2006-07-22 Der Weg bis zu den blauen Bergen sollte ja recht weit sein. Wir entschieden uns deshalb, in Åkrestrømmen einen Ruhetag zu machen und dann am Tag darauf eine etwas längere Etappe zu planen, da dazwischen nicht so wirklich einleuchtende Übernachtunsorte waren, die sich aufdrängten. Es gibt den Storsjøen, einen See im Verlauf der Rena, der in Åkrestrømmen anfing und sich fast 35 km weiter stromabwärts erstreckt, aber nur maximal 1.7 km breit ist. So hatten wir einen schönen Strand und auch eine Idee für eine Tagesausflug auf der gemäß Zeltplatzwart völlig flachen Straße auf dem Ostufer des Sees am Nachmittag. Karin fuhr mit mir ungefähr 10 km mit, dann bin ich noch selber ein Stück weiter gefahren und ein paar Kilometer südlich des Südendes des Sees wieder umgekehrt. Mit einem MTB wäre es noch eine interessante Option gewesen, auf der nicht asphaltierten Mautstraße auf dem Westufer zurückzufahren. So blieb ich auf dem Ostufer. Natürlich war es nur norwegerflach, denn die Straße stieg durchaus schon einmal gut 100 m über den Seespiegel an. Aber verglichen mit anderen norwegischen Straßen war das natürlich flach.

2006-07-23 Am Sonntag sollte es zu den blauen Bergen gehen. Erstmal hatten wir eine norwegerflache Strecke am Westufer des Storsjøen, bis die N 30 nach Westen abbog. Hier sollte ein kleiner Paß kommen, aber mit nur minimalem Höhenunterschied. So minimal war es vielleicht nicht ganz, aber doch auch nicht besonders hoch, obwohl es ja die Wasserscheide zwischen Rena und Glåmma sein sollte. Mit ein paar leicht angedeuteten Serpentinen kamen wir auf den kleinen Paß und auf der anderen Seiten gab es einen Rastplatz an einem kleineren See mit vielen Wasserpflanzen. Bald kamen wir nach Koppang und dann auch bald über die Glåmmabrücke. Danach wollten wir uns nicht lange aufhalten, um zu sehen, ob es sich vielleicht lohnt, auf dem Glåmma-Ostufer zu fahren und wir nahmen einfach die N 3 auf dem Westufer anch Norden. Leider regnete es auf diesem Abschnitt, so daß wir die Lastwagen noch viel lauter wahrnehmen konnten als bei gutem Wetter, aber es war nur ein sehr kurzes Stück.

Zeltstelle oberhalb der Baumgrenze in den blauen Bergen

Nach ungefähr 20 km kam schon unsere Abzweigung, die N 219 nach Westen. Sie ging schon recht steil bergauf, aber bald kam die Abzweigung des Friisveien nach links. Das war richtig steil, so 14-16%, was sogar Norweger schon als "steil" zur Kenntnis nehmen. Zum Glück war dort außer uns fast kein Verkehr und wir konnten die Steigung mit viel Mühe durch Schlangenlinien auf der Fahrbahn bewältigen. Karin konnte einen Teil des Gepäcks nach der größten Steigung oben abstellen und Ulrich und Heidrun noch helfen, ihr Gepäck nach oben zu transportieren. Nach ein paar Kilometern hörte diese extrem starke Steigung, aber eine etwas flachere Steigung blieb uns erhalten. Wir kamen bald aus dem Wald heraus und durch ein Gebiet, wo es wohl noch Gras und Moore und viele kleine Bäche gab. Am Abend hatten wir das Gefühl, ziemlich oben angekommen zu sein und bauten unsere Zelte irgendwo an einer halbwegs geschützten Stelle auf.

See in den blauen Bergen beim Friisveien See in den blauen Bergen beim Friisveien Friisveien durch die blauen Berge Friisveien durch die blauen Berge Friisveien durch die blauen Berge Friisveien durch die blauen Berge

2006-07-24 Am nächsten Morgen versuchten wir natürlich extra früh aufzustehen, aber es war ganz bewölkt, so daß die blauen Berge diesmal ausfielen. Trotzdem wollten wir natürlich weiterfahren und es stellt sich heraus, daß es bis zur Paßhöhe noch einige Höhenmeter waren. Wir konnten die erste Pause bei einem See machen, der vielleicht die Paßhöhe darstellte. Aber danach hatten wir den typischen Unterschied zwischen norwegischen Pässen und Alpenpässen unter uns. Alpenpässe steigen meist auf der einen Seite an, ohne zwischendurch Gefälle aufzuweisen. Ausnahmen wie Ova Spin beim Ofenpaß sind eher selten. In Norwegen bewegt man sich aber oft in einem hochgelegenen Gebiet und hat dort immer wieder steile Anstiege und Abfahrten, bis man dasn Hochland verläßt und dafür eine mehr oder wenige steile Abfahrt hat. So war es auch hier und wir konnte nicht wirklich sagen, wo der höchste Punkt war, das war ja auch egal.

Stabkirche in Ringebu

In Ringebu kamen wir in das Gudbrandsdalen. Das ist vielleicht von diesen Nord-Süd-Tälern das wichtigste, mit viel Landwirtschaft und einer für norwegische Verhältnisse noch relativ viel befahrenen Europastraße. In Ringebu konnten wir noch eine schöne Stabkirche ansehen und dann weiter nach Norden fahren. Irgendwo in Kvam, etwa 20 km vor Otta, fanden wir einen Zeltplatz wie der in Mora nebenbei ein bißchen Freilichtmuseum spielte, und ein paar schöne alte Bauernhäuser als Servicehäuser hatte, aber es war eher ein kleiner Zeltplatz und der in Mora ist riesig.

Ringebu - Otta - Lom: etwas westlich von Otta Elche zwischen Otta und Lom Elche zwischen Otta und Lom Elche zwischen Otta und Lom Stabkirche in Lom Stabkirche in Lom Stabkirche in Lom Stabkirche in Lom Stabkirche in Lom Stabkirche in Lom Stabkirche in Lom Stromschnelle beim Zeltplatz in Lom

2006-07-25 In Kvam nahmen wir Abstand von der Idee, dort einen Ruhetag zu machen und fuhren weiter nach Otta. Dort konnte ich eine kleine Reparatur an der Schaltung vornehmen lassen. An diesem Tag war es extrem heiß und es ging mir nicht so gut wie an den Tagen davor. Vielleicht war es die Hitze, denn es ließ sich mit einer kleinen Pause und ein bißchen Wasserkühlung doch beheben. In Otta verließen wir die E 6 und fuhren in Richtung Lom, Sognefjell und Geirangerfjord nach Westen weiter. Das Gudbrandsdal geht für die Insider, die sich wirklich auskennen, auch in dieser Richtung weiter und der Fluß hieß wohl auch Otta und führte sehr viel Wasser. So konnten wir uns bei der nächsten Pause doch noch einmal abkühlen, aber am Abend, als es nicht mehr so warm war, ging es mir immer noch nicht wirklich gut und ich mußte mich ein bißchen abschleppen, um die relativ flache restliche Strecke bis Lom zu schaffen. Immerhin hatten wir eine Teilstrecke, die etwas höher gelegen am Rand des Tales verlief, während unten im Tal ein Feuchtgebiet war, das man wohl nicht mit der Straße durchqueren wollte. Dort konnten wir zum ersten Mal Elche sehen, die dort auf einer Sumpfwiese weit unterhalb von uns herumliefen. Christina war diejenige, die sie sah und sie machte mich darauf aufmerksam. Seit diesem Jahr haben wir in Norwegen oder Schweden in jedem Sommer Elche angetroffen. Vielleicht war der Blick jetzt besser geschult oder die Elche hatten sich an uns gewöhnt.

2006-07-26, 2006-07-27 & 2006-07-28 Lom hatte einen relativ großen Zeltplatz, der an einem Hang angeordnet war. Es gab nicht nur wie immer eine gute Bademöglichkeit in einem See, sondern auch eine Sauna. Die Beschallung in den Serviceräumen fand mit Musik einer lokalen Band statt, für die der Zeltplatzwart einen Teil der Texte geschrieben haben soll. Man versuchte wohl auch, die CDs in der Rezeption zu verkaufen. Leider wurde Christina und ich krank und so waren wir drei Tage in Lom. Im Zelt konnte man es tagsüber nicht aushalten. Das wurde viel zu heiß, aber wir konnten unserere Plane aufspannen und damit ein bißchen Schatten machen. Man sagte uns bei der Touristeninformation, daß Lom ungefähr so trocken wie die Sahara sei. Aber trotzdem war es sehr grün.

Letztlich konnten wir trotz allem ein paar kleine Spaziergänge in der näheren Umgebung machen. Es gab ein Steinmuseum und ein Freilichtmuseum und eine Stabkirch. Außerdem schöne Stromschnellen am Fluß, der vom Sognefjell kommt. Der Fluß Otta bildete auch noch einen langgestreckten See.

Karin konnte noch eine Wanderung auf den Berg in der Nähe von Lom machen. Aber Pläne wie ein Tagesausflug nach Geiranger mußten letztlich ausfallen. Letztlich ergab sich für diese Strecke 2009 noch einmal eine Gelegenheit.

Teil 4

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Aufstieg von Lom zum Sognefjell auf der N 55 Aufstieg von Lom zum Sognefjell auf der N 55 Aufstieg von Lom zum Sognefjell auf der N 55 Das Sognefjell ist der höchste Pass in Norwegen

2006-07-29 Die Gegend von Lom enthält die beiden höchsten Berge Norwegens, Galdhøpiggen und Glittertind. Das Sognefjell ist der höchste Paß in Nordeuropa. Von Lom aus hatten wir ein Flußtal, dem wir folgten und das langsam immer steiler wurde. Auf der konnten wir diese hohen Berge sehen und natürlich waren auch viele kleinere und größere Gletscher sehen. Ziemlich weit oben, also schon lange oberhalb der Baumgrenze, sollte es einen Zeltplatz geben. Der war so eine Kombination aus Hotel und Zeltplatz. Zum Servicehaus hatte man von den Zelten einen recht weiten Weg zu laufen, da wir auf der anderen Seite eines kleinen Sees unsere Zelte aufbauen sollten und einen kleinen Umweg über eine Brücke über den Fluß nehmen mußten. Aber es war natürlich schön, einmal wieder oberhalb der Baumgrenze zu zelten. Wie beim Friisveien schafften wir die Paßüberquerung nicht an einem Tag, obwohl wir schon bei ungefähr 360 m Höhe angefangen hatten.

Sognefjell Sognefjell Sognefjell Sognefjell Sognefjell Sognefjell Sognefjell Sognefjell Sognefjell Gletscher auf dem Sognefjell Gletscher auf dem Sognefjell Gletscher auf dem Sognefjell Gletscher auf dem Sognefjell Gletscher auf dem Sognefjell Gletscher auf dem Sognefjell Gletscher auf dem Sognefjell Gletscher auf dem Sognefjell Gletscher auf dem Sognefjell

2006-07-30 Mit dem Zeltplatz hatten wir ja eigentlich das Gefühl, schon ziemlich weit oben zu sein, weil es ja am vorigen Tag die ganze Zeit ziemlich steil bergauf gegangen war. Aber natürlich war das nicht so. Jetzt ging die Steigung noch weiter und nicht ganz untypisch für norwegische Fjellstraßen hatten wir nicht eine Paßhöhe, sondern im Hochland immer wieder Abfahrten und Anstiege. Der höchste Punkt, den wir dabei im Laufe des Tages überquerten, war etwa 1434 m hoch, aber die Höhenmeter waren natürlich viel mehr als die Differenz zu den 360 m in Lom. In der Nähe davon war sogar ein See, wo das Wasser flüssig, also nicht gefroren war, und zum Baden einlud.

Sognefjell Sognefjord Sognefjord Sognefjord

Entsprechend war die Abfahrt auch zunächst immer wieder von Anstiegen unterbrochen. Dennoch mußten wir auf Meereshöhe herunter. Mit dem Tandem wurden die Felgen sehr schnell heiß und es war wieder nötig, die Felgen regelmäßig zu kühlen, was den Inhalt der einen oder anderen Wasserflasche in Anspruch nahm. Daß es jetzt stark regnete, nützte nicht viel, dazu war der Regen doch noch zu wenig. Außer wir fanden in seltenen Fällen eine Pfütze, wo man die Felgen kühlen konnte.

Wasserfall beim Sognefjord

In Skolden waren wir schließlich an der Spitze des Sognefjords angekommen. Nun hatten wir die Wahl zwischen der Straße an der Südseite und an der Nordseite, was im Prinzip die nächsten Tage immer wieder die Wahlmöglichkeit bieten sollte. Auf der Südseite hätte man in Urnes eine schöne Stabkirche gesehen. Diese gilt als älteste Stabkirche in Norwegen und ist als einzige Stabkirche Weltkulturerbe geworden. Dafür aber eine Fähre mehr gehabt. Die Nordseite, die wir bevorzugten, entfernte sich für eine längere Strecke vom Fjord. Das führte uns nach dem großen Sognefjell gleich noch einmal über etwas höher gelegenes Gelände. Auf diesem Stück tauschte ich mit Bernhard einmal wieder und er übernahm das Tandem für einige Kilometer. Am Abend fanden wir einen Zeltplatz in Lyngmo an einem See, immer noch etwas oberhalb des Fjords.

Sognefjord Sognefjord Sognefjord Sognefjord

2006-07-31 Wir wollten am nächsten Tag schon wieder weiterfahren. Leider waren Ruhetage noch nicht wieder aktuell, da unser Aufenthalt in Lom sich ja etwas verlängert hatte. In Sogndal suchten wir uns eine Bibliothek auf, so daß ich ein paar EMails lesen und schreiben konnte. Im Laufe des Tages wurde das Wetter wieder ziemlich gut. Wir kamen jetzt in die Gegend, wo der Fjord besonders tief und die Felswände an beiden Seiten besonders hoch und steil sind. Eigentlich war es ja eine gute Idee, einmal in dem schönen Wasser baden zu gehen. Das ist aber nicht immer so einfach, wie man es sich vorstellt. In den steileren Abschnitten liegt die Straße meist weit oberhalb des Wasserspiegels und es ist oft kein Platz, um die Fahrräder abzustellen oder es ist zu steil und zu gefährlich, zum Wasser herunterzuklettern. Alle paar Kilometer kommt eine Stelle, wo es etwas flacher wird. Dort ist dann aber in der Regel ein Ort oder Häuser oder ein Zeltplatz oder Landwirtschaft oder so etwas. In den Orten findet man auch oft Kaianlagen. Solche norwegischen Dörfer haben so ihren eigenen kleinen Hafen, wenn sie am Fjord liegen. Letztlich fand sich dann eine richtige Industriebadestelle, die aus einer verfallenen Kaianlage bestand. Man mußte beim Baden etwas aufpassen, sich nicht an den heraustretenden Baustählen zu verletzen. Wir trafen bei dieser Pause noch jemanden vom Vegvesen, der Behörde, die für den ganzen Straßenbau und die ganzen Fahradverbote zuständig ist, der sogar mit dem Fahrrad unterwegs war. Er meinte, daß die Fahrradverbote ja nur selten seien und nur für lange Tunnel. Nun ja, so ein langer Tunnel lag nun genau auf unserem Weg und war im Gegensatz zu anderen ähnlichen Fällen keineswegs umfahrbar, außer mit 100 km Umweg nach Norden, was für uns zeitlich allerdings gar nicht mehr machbar war. So amüsierten wir uns über die absurden Verbote und zufällig war noch jemand von der Polizei bei dem Rastplatz, der vielleicht nicht verstand, was wir sagten, vielleicht auch doch, jedenfalls mußte er mitlachen.

Sognefjord Sognefjord Zeltplatz in der Nähe von Balestrand am Sognefjord Zeltplatz in der Nähe von Balestrand am Sognefjord

Am späten Nachmittag kamen wir nach Helle, wo ein mächtiger Seitenarm des Sognefjords nach Norden abzweigt, der sich nicht umfahren läßt. So mußten wir eine Fähre benutzen, die uns nach Dragsvik brachte. Den nächsten Fjordarm, der allerdings deutlich kleiner war, mußten wir doch noch umrunden und so kamen wir abends nach Balestrand. Den Ort durchquerten wir noch und wollten uns eigentlich eine schöne Übernachtungsstelle suchen. Nun zeichnete sich aber ab, daß wir hier immer noch in der steilen Gegend waren, wo es nur wenige flache Stellen gab, die alle schon durch Privatgrundstücke besetzt waren, was sich nach einem Gespräch mit ein paar einheimischen Wanderern noch bestätigte. So bevorzugten wir es, nach Balestrand auf den Zeltplatz zu gehen.

Sognefjord westlich von Balestrand Sognefjord westlich von Balestrand

2006-08-01 Wie erwartet waren auf den nächsten 30 km die Fjordwände noch sehr steil. Dann kamen wir langsam in Bereiche, wo die Ufer des Fjords flacher wurden und die Berge etwas niedriger. Jetzt kam der 7.8 km lange Høyanger-Tunnel. Wir legten eine Reihenfolge fest und fuhren mit einer Geschwindigkeit, die wir alle gut halten konnten, zusammen durch den Tunnel. Es ging sehr gut. Wir hatten eine leichte Steigung, aber die fiel kaum ins Gewicht, weil sich der Höhenunterschied auf so eine lange Strecke verteilte. Auf der anderen Seite war der Ort Høyanger, der damals noch eine große Aluminiumfabrik hatte. In früheren Jahren lohnte es sich, die elektrizitätsintensive Aluminiumproduktion in Norwegen zu machen, wo viel billiger Strom aus Wasserkraft gewonnen wird. Heute hat sich die Lage aber geändert, weil es leistungsfähige Leitungen zwischen Skandinavien und Mitteleuropa gibt. So kann die Elektrizität verkauft werden, was in Norwegen die Strompreise drastisch erhöht hat, dafür aber in Mitteleuropa vielleicht den Bau des einen oder anderen Kohlekraftwerks überflüssig gemacht hat. Nun kann man in Høyanger aber nicht mehr so billig Aluminium produzieren wie früher. Vielleicht wurden auch staatliche Auflagen nicht erfüllt. Die Fabrik ist inzwischen stillgelegt worden.

Sognefjord Sognefjord

Teils weil ja das ganze skandinavische Hochgebirge quasi auf einem schrägen Grund steht, der auf der norwegischen Seite an den Meeresboden anschließt, aber vor allem, weil wir den Kernbereich des Gebirges langsam verließen und in die Mittelgebirgszone am Rande kamen. An diesem Tag hatten wir strahlenden Sonnenschein und jetzt fuhren wir durch eine Landschaft, die sich fast mediterran anfühlte, jedenfalls bei dem Wetter. Wir hatten Nadelbüsche neben der Straße und natürlich meistens eine schöne Aussicht auf den Fjord. Am Abend hatten wir uns einige schöne Zeltplätze in der Nähe von Lavik ausgesucht. Den ersten davon wollten wir ansteuern. Wie schon so oft in Norwegen stellte sich heraus, daß die Zeltplätze gar nicht existierten. Der einzige, der noch da war, hatte sich ganz auf Hütten spezialisiert. Es hing am Eingang eine Telefonnummer und man sagte uns ganz klar, daß man an Zelten überhaupt kein Interesse mehr habe. So fuhren wir weiter bis in den Ort Lavik. Im Ort selbst gab es auch nicht so gute Möglichkeiten. Aber die E 39 von Trondheim nach Bergen überquerte hier mit einer Fähre den Fjord und weiter westlich kamen wir dann in eine ruhigere Gegend. Dort konnten wir auf einer Wiese zelten, die etwas abgelegen war, nachdem wir bei dem nächstgelegenen Haus gefragt hatten, ob wir deren Sicht mit unseren Zelten belegen dürfen.

Sognefjord Fähre über den Sognefjord

2006-08-02 Das letzte Stück führte weiter an der Nordseite des Fjords entlang. Hier waren die Berge jetzt wirklich schon flacher und es war eine völlig anderen Landschaft als vor dem Høyanger-Tunnel. Wir umrundeten in Leirvik einen weiteren Fjordarm und hatten wirklich das Gefühl, uns am Ende der Welt zu bewegen. Ein paar Kilometer später endete dann die Straße bei Rysjedalsvika an einer Fähranlegestelle. Man kann ja auf Sandwegen noch ein paar Kilometer weiter fahren, aber es war schon die westlichste Fähre über den Sognefjord. Im Gegensatz zu der E 39-Fähre von Lavik nach Oppedal fuhr sie auch nur einige Male am Tag, aber wir kamen doch noch rüber nach Rutledalen.

N 57 vom Sognefjord nach Nautesund N 57 vom Sognefjord nach Nautesund N 57 vom Sognefjord nach Nautesund

Auf der Südseite des Fjordes konnte man nach links abbiegen. Auch auf dem Südufer gab es eine Straße, wie diejenige auf dem Nordufer, die wir benutzt hatten. Nur ist diese Süduferstraße nicht ganz durchgehend und man muß längere Fährstrecken parallel zum Ufer einlegen, die nur alle zwei Tage bedient werden. Das ließ sich für uns nicht so leicht einrichten. Außerdem waren wir mit dem Nordufer mehr auf der Sonnenseite. Diesmal ließen wir also das Südufer einfach links liegen und fuhren auf der N 57 den Berg hoch, weg vom Fjord. Oben gab es noch einen Sandweg, der genau wie auf dem Nordufer auch noch ein paar Kilometer weiter an der Küste entlang zu einem letzten Dorf führen sollte. Diesen Teil des Südufers ließen wir rechts liegen. In einem kleinen Tal kamen wir langsam bergauf, bis zu einer Art Paßhöhe, was aber in dieser Gegend nicht mehr so hoch war wie weiter östlich. Auf der anderen Seite führte uns die Abfahrt an schönen Seen vorbei, die als Trinkwasserreservoir deklariert waren und deshalb Badeverbot hatten. Wir sind zum Glück nicht ins Wasser gefallen.

Tunnel auf der N 57 vom Sognefjord nach Nautesund Neben der N 57 vom Sognefjord nach Nautesund Neben der N 57 vom Sognefjord nach Nautesund Neben der N 57 vom Sognefjord nach Nautesund Tunnel Doppelter Regenbogen Doppelter Regenbogen Doppelter Regenbogen

Bald kamen wir wieder an einen kleinen Fjordarm. Hier in der Gegend sind viele kleine Fjorde, Halbinseln, Inseln und Buchten, so daß man oft nicht sofort sieht, was jetzt Inseln und was Festland ist und wo ein See und wo ein Fjordarm ist. Aus der Nähe kann man normalerweise an der Ufervegetation erkennen, ob es Salzwasser oder Süßwasser ist. Durch diese Landschaft kamen wir jetzt, mal wurde ein Fjordarm mit einer Brücke überquert, mal fuhren wir hoch über dem Wasser oder näher dran oder auch mal ohne Blickkontakt zum Meer. Am späten Nachmittag regnete es plötzlich und wir konnten dabei einen der schönsten Regenbögen sehen. Abends kamen wir zum Zeltplatz Nautesund.

Teil 5

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2006-08-03 Der Zeltplatz Nautesund war für uns erst einmal etwas abschreckend, weil dort sehr viele Jahresmieter waren, aber zum Glück war er immerhin vorhanden, was so kurz vor Bergen doch noch gut war, um einen Ruhetag zu verbringen. Eine schöne Badestelle gab es auch und überhaupt war er so schön auf einer Halbinsel im Meer gelegen, daß man regelrecht Verständnis für die vielen Jahresmieter entwickeln mußte, die sich an dieser schönen Stelle einquartiert haben. Von der Spitze der Halbinseln konnte man noch über eine kleine Brücke zu einer Insel gelangen und überhaupt befand sich die Halbinsel in einer geschützten Bucht, die mit sehr vielen Inseln und Halbinseln gefüllt war, so daß man fast ein Labyrinth hatte. So konnten wir uns Kanus mieten und in dem Gebiet herumpaddeln. Irgendwo auf einer Insel oder Halbinsel, das wußte man ja nie so genau, konnten wir Mittag essen. Später haben wir dann bei einer anderen Insel angelegt und das war wirklich eine Insel, denn wir konnten sie schwimmend umrunden.

Muscheln in Nautesund Kanufahrt in Nautesund Kanufahrt in Nautesund Kanufahrt in Nautesund Kanufahrt in Nautesund Kanufahrt in Nautesund Kanufahrt in Nautesund Kanufahrt in Nautesund Kanufahrt in Nautesund Kanufahrt in Nautesund Kanufahrt in Nautesund

Beim Baden bin auf einen recht großen Fisch gesprungen. Der konnte wohl noch entkommen, aber er machte doch einen recht heftigen Wirbel im Wasser. Christina konnte natürlich endlos viele riesige Muschen, Seesterne und so etwas finden. Es gefiel uns jedenfalls so gut, daß wir beschlossen, zwei Ruhetage hier zu verbringen. Mit etwas Beeilung sollte der Weg bis Bergen ja auch an einem Tag zu schaffen sein.

2006-08-04 Ein bißchen Fahrradfahren mußte auch noch sein. Ich fuhr mal die Straße weiter bis zur Masfjordfähre. Auf dem Rückweg gab es irgendwo eine Brücke, die einen Fluß und die eine oder andere Querstraße überquerte. Unten stand ein Angler, der wohl ein bißchen in die falsche Richtung angelte. Jedenfalls fing er mich, als ich über die Brücke fuhr. Den Angelhaken durfte ich behalten, sonst war aber nicht viel passiert und es tat ihm auch sehr leid.

Fähre von Nautesund in Richtung Bergen Fähre von Nautesund in Richtung Bergen Fahrt von Nautesund nach Bergen Fahrt von Nautesund nach Bergen Fahrt von Nautesund nach Bergen

2006-08-05 Unsere letzte größere Tagesetappe war gekommen. Wir mußten recht früh aufbrechen, denn bis Bergen sollte es noch weit sein. Wenn man auch sagte, die Strecke sei nicht nur norwegerflach, sondern richtig flach. Um dem ganzen noch einen kleinen Kick zu geben, wählten wir nicht die naheliegende direkte N 57, sondern lieber die N 565, die etwas westlicher verlief. Schon auf der anderen Seite der Fähre war die Idylle erstmal vorbei. Wir kamen durch ein Industriegebiet, das vor allem durch eine riesige Raffinerie dominiert wurde. Entsprechend viel Verkehr wahr auch auf den Straßen, im Vergleich mit den Verhältnissen, die wir nach Elverum fast auf der ganzen Radtour gehabt hatten. Im Vergleich mit deutschen Straßen in dichtbesiedelten Gebieten war es immer noch wenig, zumal wir erstmal auf der kleineren und 10 km längeren Strecke nach Bergen fuhren, die nicht die Hauptroute war, aber der Verkehr ist ja zum größten Teil Kurzstreckenverkehr und wir kamen in dichter besiedelte Gebiete.

Irgendwo gab es eine Bucht zwischen den beiden Straßen nach Bergen und da sollte es eine Badestelle geben. Dummerweise war die 3 km von der Straße weg und man kam dort nur zu Fuß hin. Da gab es so nah an Bergen also noch schöne Stellen! Dafür waren auf dieser Strecke, die wir jetzt nun einmal gewählt hatten, noch einmal richtig heftige Steigungen, mit denen man vielleicht in dieser Gegend gar nicht mehr rechnen würde.

40 km vor Bergen kam der Ort Knarvik. Dort trafen sich unsere N 565, die direktere N 57 und die E 39 und überquerten einen Meeresarm mit einer Brücke. Diese Brücke soll gar nicht vollständig auf Pfeilern stehen, die auf dem Meeresgrund stehen, sondern auf schwimmenden Teilen befestigt sein, aber sie fühlte sich beim Überqueren eher wie eine feste Brücke und nicht wie eine Pontonbrücke an.

Kurz vor dieser Brücke trafen wir Terje Melheim, der uns netterweise nach Bergen eingeladen hatte. Weil er uns helfen wollte, noch einen schönen Weg durch Bergen zu finden, war er bis hier entgegengekommen. Auf der anderen Seite der Brücke fuhren wir dann am Wasser entlang weiter nach Süden. Das waren noch 35 km bis Bergen, aber hier war schon alles längst eingemeindet worden. Wir kamen auch schon durch ziemlich geschlossen bewohnte Gebiete und wie gewohnt sehr norwegerflache Straßen nah am Wasser entlang, natürlich auch wieder mit einem kurzen Fahrradverbotstunnel.

Kurz vor Bergen gibt es noch einen Höhenzug, den man entweder in einem Tunnel durchqueren oder westlich umfahren kann. Die alte Poststraße von Bergen nach Trondheim ging aber mit Serpentinen über diesen Höhenzug herüber und war inzwischen für Radfahrer asphaltiert worden. Wir fuhren diesen Weg, wobei Bernhard wieder einmal ein Stück mit dem Tandem fahren durfte. Oben gab es noch ein paar schöne Seen, die zum Baden einluden, dann ging es auf der anderen Seite wieder herunter und den Rest des Weges fuhren wir einfach hinter Terje hinterher, der sich hier sehr gut auskannte.

Bergen Bergen Marienkirche in Bergen

2006-08-06 Einen Tag waren wir noch ein Bergen, wo wir die Altstadt und das Meerskundemuseum ansehen konnten.

Schiffsfahrt durch Bergen Schiffsfahrt durch Bergen Schiffsfahrt durch Bergen Schiffsfahrt durch Bergen Möwe Schiffsfahrt durch Bergen Schiffsfahrt durch Bergen Möwe Schiffsfahrt durch Bergen Schiffsfahrt durch Bergen Schiffsfahrt Bergen - Haugesund - Stavanger - Hirtshals Schiffsfahrt Bergen - Haugesund - Stavanger - Hirtshals Schiffsfahrt Bergen - Haugesund - Stavanger - Hirtshals Schiffsfahrt Bergen - Haugesund - Stavanger - Hirtshals Schiffsfahrt Bergen - Haugesund - Stavanger - Hirtshals Haugesundbrücke nach Karmøy Kirche am Ufer Schiffsfahrt Bergen - Haugesund - Stavanger - Hirtshals Schiffsfahrt Bergen - Haugesund - Stavanger - Hirtshals Schiffsfahrt Bergen - Haugesund - Stavanger - Hirtshals

2006-08-07 So um die Mittagszeit fuhr unser Schiff los. Immer in natürlichen Kanälen zwischen Halbinseln und Inseln hindurch unterquerten wir auf den ersten Kilometern einige Brücken. Bald kamen wir an Stord vorbei. Später an Haugesund, wobei wir zwischen Karmøy und dem Festland hindurchfuhren und die Brücke nach Karmøy unterquerten. In Stavanger wurden am Abend noch weitere Fahrgäste aufgenommen. Wir konnten noch ein schönes Abendbrot essen. Die Schiffsfahrt ist immer ein großer Spaß.

2006-08-08 Morgens früh kamen wir in Hirtshals an. Unsere Zugverbindung war diesmal ein Nachtzug von Hamburg nach Zürich. Wir hatten für die dänische Strecke telefonisch Reservierungen bekommen. Natürlich wird so ein dänischer Zug völlig überlastet, wenn wir alle in denselben Zug einsteigen. Wir mußten uns also auf zwei verschiedene Züge aufteilen, um nach Flensburg zu fahren. Da wir früh genug in Hirtshals angekommen waren, konnten wir es uns zeitlich noch gut leisten, die 20 km bis Hjørring selber zu fahren. Karins war in dem Zug eine Stunde später. Dieser Zug hatte dann aber doch etwas Verspätung und so kam sie am Ende erst 2 Stunden später als ich in Hamburg an, es reichte gerade noch, um den CityNightLine um 20:24 zu erreichen, und wir waren morgens um 7:00 in Hirtshals angekommen.

2006-08-09 Wir kamen am Morgen in Basel an. Ich nahm das Tandem mit dem Anhänger mit nach Zürich. Was in Zürich passierte, ist natürlich vertraulich, und wohl für diesen Text nicht besonders interessant. Ich bin dann am Abend mit dem Tandem und dem Anhänger noch nach Schaffhausen gefahren. Karin, Bernhard, Ulrich, Heidrun und Christina konnten schon morgens zu Hause sein.

Tabelle

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Diese Tabelle soll einen gewissen Überblick geben, wie weit und wie schnell und wo wir gefahren sind. Wir haben mehrere Messungen gemacht, aber hier muß ein Wert reichen. Geklammerte Entfernungsangaben sind Tagesausflüge, die zum selben Zeltplatz zurückführten. Diese werden auch nicht in die Gesamtstrecke eingerechnet. Die Straßen mit grünen oder weißen Nummern in Norwegen und mit blauen Nummern in Schweden nenne ich Nationalstraßen (N), Fylkesvei in Norwegen und Länsväg in Schweden ohne deutlich sichtbare Nummern nenne ich Hauptstraßen (X) und andere Straßen Nebenstraßen (Y).

Datum Weg Ziel Tages-
strecke
Gesamt-
strecke
Durch-
schnitt
Maximum Höhe
(ca.)
Gesamt-
höhenmeter
2006-07-07 (5)SchaffhausenNachtzug~~~~  
2006-07-08 (6)KielColor-Fähre~~~~  
2006-07-09 (7)E 18 - Oslo - (Zug) - Hamar - N 25 - N 25/N 3 - N 20Elverum37.6037.612.44/14.3539.0/41.1  
2006-07-10 (1)N 20 - N 25 - XTrysil82.97/102.13/139.6/90.40/~120.5712.34/13.42/13.7/13.3/12.748.0/42.8/48.8/72.0/47.0418774
2006-07-11 (2)1. X - N 25 - Jordet - N 25 - X - Trysil
2. Trysil - X - Vestby - X
Trysil(35.51)
(43.78)
~15.62
16.6
~~~
2006-07-12 (3)N 25 - N 71 (Schweden)Sälenfjäll62.42/61.58182.9910.15/11.1552.7/39.47471016
2006-07-13 (4)N 71 - XWald56.45/55.95239.4411.73/13.9452.7/44.0467364
2006-07-14 (5)XMora47.98/46.91287.4215.08/16.1948.0/44.99520
2006-07-15 (6)N 45/N 64 - X - Sollerön - X - N 45/N 64Mora(60.638/41.11) 16.2/15.657.6/41.0  
2006-07-16 (7)X - Y - X - Grönklitt - X - N 45Mora(60.76/61.36) 14.65/13.1152.4/41.7 424
2006-07-17 (1)N 70Wald (Åsensee)62.72/62.26350.1413.16/13.6334.4/35.5332544
2006-07-18 (2)N 70Särna59.50/58.99409.6411.30/11.7136.2/32.0499363
2006-07-19 (3)1. N 311 - Norby - N 311 - Särna
2. Särna - N 70 - X - Wasserfall - X - N 70
Särna1. 73.4
1.&2. 134.7/28.25
 1. 21.3
1.&2. 18.5/13.54
46.7
48.8/43.7
~~
2006-07-20 (4)N 70 - Idre - N 70 - N 218 (Norwegen)Wald vor Drevsjø74.52/75.77/78.5/73.682/78.1484.1612.13/13.66/13.6/12.3/13.744.6/32.1/42.8/~/45.0744331
2006-07-21 (5)N 218 - N 26 - N 217Åkrestrømmen106.69/106.87/71/66.454/102555.1614.46/16.69/16.7/13.1/~43.9/43.3/61.4/~/~326283
2006-07-22 (6)X - Storsjøn - XÅkrestrømmen(83.1/20.55) 17.9/17.3649.6/37.3~~
2006-07-23 (7)N 217 - N 3 - XWald (Friisveien)76.76/80.88/80.5/~/81.11631.929.18/11.02/11.1/~/10.943.5/40.6/39.1/~/3910991285
2006-07-24 (1)X - E 6Zeltplatz Kvam (20 km vor Otta)67.55/70.58/76.3/~/73.9699.4713.51/15.32/11.57/~/15.647.8/43.3/52.5/~/52.4292592
2006-07-25 (2)E 6 - Otta - N 15Lom81.46/82.40/85.3/~/~780.9312.64/14.90/14.5/~/~44.2/37.4/42.8/~/~641914
2006-07-26 (3)-Lom- ~~~~
2006-07-27 (4)-Lom- ~~~~
2006-07-28 (5)-Lom- ~~~~
2006-07-29 (6)N 55Zeltplatz vor Sognefjell47.78/47.97/51.4/~/52.8828.717.89/9.04/11.2/~/10.547.0/38.4/55.2/~/51.412551580
2006-07-30 (7)N 55Zeltplatz 15 km vor Sogndal75.74/76.10/81.1/~/~904.4513.01/13.34/~/~/~53.7/46.3/~/~/~179405
2006-07-31 (1)N 55Zeltplatz Balestrand (bei Vik)63.86/64.76/68.7/~/67.8968.3113.79/14.97/14.4/~/14.951.2/47.3/45.5/~/42.630144
2006-08-01 (2)N 55 - E 39 - N ?Wald bei Lavik95.76/99.85/102.9/~/101.31064.0712.90/13.97/14.8/~/14.0250.0/45.4/55.6/~/50.3~~
2006-08-02 (3)N 607 - N 57 - Rysjedalsvika - (Fähre) - Rutledalen - N 57 - N 570Nautesund58.62/57.95/~/~/62.51122.6910.06/11.16/~/~/11.348.2/49.5/~/~/55.5~~
2006-08-03 (4)XNautesund(-/12.57)~-/13.48-/47.6~~
2006-08-04 (5)XNautesund(90.4/12.29) 12.9/13.5463.1/46.7~~
2006-08-05 (6)N 570 - N 57 - Sløvåg - (Fähre) - Leirvåg - N 57 - N 565 - N 57 - E 39 - VBergen89.73/89.53/93.31212.4211.30/11.93/12.650.7/48.0/52.1~~
2006-08-06 (7)BergenBergen16.68/16.52~11.16/10.3545.0/35.4~~
2006-08-07 (1)BergenFähre nach Hirtshals7.031219.4510.9336.6~~
2006-08-08 (2)N 55Hjørring19.36/19.53/20.0/~/19.21238.8116.24/16.22/18.1/~/17.937.5/37.3/42.1/~/33.5~~
2006-08-09 (3)1. Zug bis Schaffhausen
2. Zug bis Zürich, N 4 - N 168 - V (Glattufer) - Y - Eglisau - N 4 (Schweiz) - N 27 (Deutschland) - N 4 (Schweiz) - N 4/N 13/N 14 - X - Y
Schaffhausen-/10.38
62.16/-
1249.19-/9.47
15.26/-
-/38.7
40.7/-
~~

Was sieht man an diese Zahlen besonderes? Die Durchschnittsgeschwindigkeiten und Entfernungen zeigen, daß wir bei einigermaßen ebenem Gelände an einem Tag etwa 75 km - 100 km fahren konnten, bei bergigerem Gelände oder wenn unser gewünschter Zielort schon am Nachmittag erreicht wurde, eher 50 km. Bernhard, Ulrich und Heidrun konnten gut mithalten und es bereitete uns nicht mehr so große Mühe wie 1999, die Berge hochzufahren, außer bei den beiden richtig großen Pässen (Friisveien und Sognefjell), die wir jeweils in zwei Tagen überquert haben. Am ersten Tag bis fast zur Paßhöhe, am zweiten Tag über die Paßhöhe.

Insgesamt sind wir 1249 km zusammen mit dem vollen Gepäck gefahren. Mit den Tagesausflügen (die nicht immer alle mitgemacht haben), sind es 1862 km. Wir hatten in den ersten drei Wochen etwa 9040 Höhenmeter bewältigt, mit der letzten Woche sind es also vielleicht 11000 Höhenmeter.