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Mit vier Kindern und einem Tandem durch Schweden und Norwegen

Karl Brodowsky, gefahren 1999-07-11 bis 1999-08-13, geschrieben 1999

Teil 4

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foto Von Trysil aus fuhren wir wieder am Ostufer des Trysilelva entlang über Nybergsund nach Süden. Wir hatten diesmal schönes Wetter, Sonnenschein und nicht zu viel Wind. Unsere Mittagspause legten wir zufällig an einer Stelle ein, wo wir auch schon 1994 gerastet hatten. Am frühen Abend kamen wir dann zur schwedischen Grenze. Natürlich hatten wir uns noch in Norwegen gut mit Lyng-Honig eingedeckt, der sonst ja kaum erhältlich ist. Da wollten wir doch im Stausee noch ein bißchen baden. Die Straße führte über verschiedene Rippen immer wieder am Wasser entlang, aber als wir endlich dachten, daß es jetzt wirklich Zeit zum Rasten wäre, war die letzte Gelegenheit an dem See schon vorbei. Es fand sich dann aber eine andere Gelegenheit an einem kleinen See, der durch die Höljå durchflossen wurde. Eigentlich war das noch eine schönere Stelle als an dem großen Stausee.

Wir fuhren dann noch kurz bis nach Höljes durch, wo wir den dortigen Zeltplatz aufsuchten. Nach einer Weile erinnerte sich der Zeltplatzbesitzer noch an uns, weil wir fünf Jahre zuvor bei ihm gewesen waren. Die Kinder bekamen deshalb eine große Dose Weingummis geschenkt, die wir zum Glück noch unterbringen konnten. Die unbeliebten Stücke daraus ließen sich auf den folgenden Zeltplätzen noch bei anderen Kindern gegen wohlschmeckendere Ware als Kinderwährung zum Einsatz bringen. Der Zeltplatzbesitzer wollte gerne, daß wir zwei Nächte bleiben, aber leider haben die Ferien ja den Nachteil, begrenzt zu sein. Abends war noch eine kleine Runde mit Bernhard und Ulrich fällig. Auf dem Hinweg war Ulrich im Anhänger und Bernhard und ich auf dem Tandem. Auf dem Rückweg tauschten wir. Ja, ratet einmal, ob Bernhard und Ulrich mit dem Tandem mich gezogen haben... Oder Ulrich alleine Bernhard und mich.

foto foto Die nächste Station war schon wieder Stöllet. Wir folgten dem Klarälven wieder auf der N 62, die wir ja nun schon ein wenig kannten. Diesmal war das Wetter in Stöllet viel besser und wir blieben für zwei Nächte. Ein Kanu mieteten wir diesmal nicht, denn das war auch eine größere Aktion, weil die üblicherweise nur stromab gefahren werden. Man muß für den Rücktransport des Bootes ein paar Kronen extra bezahlen. Aber Karin und ich machten nacheinander die kleine Runde zum Ort Stöllet und von dort über die alte Nationalstraße zur N 45 hoch und wieder zurück. Die Kinder waren inzwischen auf dem Zeltplatz am Strand. Und wir machten zusammen auch noch einen kleinen Spaziergang auf einem schönen Wanderweg. Das Baden war an dieser Stelle schon gar nicht mehr so einfach, weil die Strömung recht stark war. Außerdem war die ganze Strandfläche überflutet, während man vor fünf Jahren weniger Wasser und eine große Strandfläche vorfand. Schöne und große Sandburgen ließen sich natürlich immer noch bauen, denn der Flußsand ist wirklich ein hervorragendes Baumaterial.

foto Für die weitere Fahrt nahmen wir uns vor, auf dem Ostufer des Flusses zu bleiben, obwohl die N 62 ja kurz vor Ekshärad auf das Westufer wechselt. Ganz unauffällig fand sich auch eine ganze Weile vor der Brücke die Abzweigung. Auch diese Hauptstraße war vor Jahren einmal ausgebaut worden und man konnte dem alten Straßenverlauf an einem Rastplatz zu Fuß folgen und eine schöne Schlucht mit einem Wasserfall sehen. Geologisch war das eine sehr interessante Stelle, aber für uns war es einfach eine schöne Stelle.

Natürlich wollten uns die Wegweiser immer wieder auf das andere Ufer schicken, aber das hatte erst einmal noch etwas Zeit. Etwas hinter Ekshärad mußten wir dann die Straße verlassen, die auf direktem Weg nach Hagfors führte, und dafür konnten wir ganz nah am Flußufer entlang fahren. Der Klarälven war hier richtig breit, aber hatte doch trotzdem noch seine Strömung. Irgendwo fanden wir dann auch eine schöne Stelle am Ufer für unsere Pause, wo ich auch nacheinander mit allen Kindern baden ging. Abends fuhren wir dann noch weiter und kamen nach kurzer Fahrt wieder auf die N 62. Hier in der Gegend hatten wir 1994 schon im Wald gezeltet. Diesmal reichte es für einen Zeltplatz in Råda. Der war eigentlich ganz schön gelegen, aber langsam kamen wir doch in den Bereich der Großzeltplätze und außerdem konnten wir hier auch nur eine Nacht bleiben. Immerhin gab es eine sehr schöne Badestelle und wir trafen auch einige andere Radfahrer, "natürlich" aus Deutschland.

foto foto Auch in dieser südlicheren und etwas dichter besiedelten Gegend gab es noch schöne Streckenabschnitte, aber die größeren Ortschaften gab es jetzt auch so langsam wieder. In Munkfors, das wohl in diese Gruppe gehört, machten wir eine kleine Pause. Etwas südlich davon kam dann eine Abzweigung über eine kleinere Straße in Richtung Kil. Wir kamen über einen ziemlich dicken Bergrücken und erreichten am Abend die Gegend des Ortes Kil. Der Zeltplatz von Kil war eigentlich sehr schön am Seeufer gelegen und zum Glück konnten wir auch zwei Nächte bleiben. Es gab einen schönen Strand und vor allem die Mädchen waren kaum aus dem Wasser zu bekommen. Karin machte sich zuerst auf den Weg, um eine kleine Runde mit Einkauf zu fahren. Danach fuhr ich dann eine kleine Runde, vor allem im Hinblick auf die Erkundigung unserer Strecke für den nächsten Tag. Die N 61 führte ja in Richtung Norwegen und kreuzte sich in der Nähe von Kil bei Fågelås mit der N 45. Da bot es sich an, einmal dorthin zu fahren. Tatsächlich landete ich noch auf der alten N 61, die einen komischen Bogen über Gunnita machte und dann dem Flußtal des Norsälven ein Stück folgte. Für den Rückweg fand ich dann die gerade fertiggestellte, aber noch nicht freigegebene neue N 61 vor. Das war natürlich toll, weil die ganzen Autos noch nicht da waren.

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