Von Trysil aus fuhren wir wieder am Ostufer des Trysilelva entlang
über Nybergsund nach Süden. Wir hatten diesmal schönes Wetter,
Sonnenschein und nicht zu viel Wind. Unsere Mittagspause legten wir
zufällig an einer Stelle ein, wo wir auch schon
1994
gerastet hatten. Am frühen Abend kamen wir dann zur schwedischen
Grenze. Natürlich hatten wir uns noch in Norwegen gut mit Lyng-Honig
eingedeckt, der sonst ja kaum erhältlich ist. Da wollten wir doch im
Stausee noch ein bißchen baden. Die Straße führte über verschiedene
Rippen immer wieder am Wasser entlang, aber als wir endlich dachten,
daß es jetzt wirklich Zeit zum Rasten wäre, war die letzte Gelegenheit
an dem See schon vorbei. Es fand sich dann aber eine andere
Gelegenheit an einem kleinen See, der durch die Höljå durchflossen
wurde. Eigentlich war das noch eine schönere Stelle als an dem großen
Stausee.
Wir fuhren dann noch kurz bis nach Höljes durch, wo wir den dortigen Zeltplatz aufsuchten. Nach einer Weile erinnerte sich der Zeltplatzbesitzer noch an uns, weil wir fünf Jahre zuvor bei ihm gewesen waren. Die Kinder bekamen deshalb eine große Dose Weingummis geschenkt, die wir zum Glück noch unterbringen konnten. Die unbeliebten Stücke daraus ließen sich auf den folgenden Zeltplätzen noch bei anderen Kindern gegen wohlschmeckendere Ware als Kinderwährung zum Einsatz bringen. Der Zeltplatzbesitzer wollte gerne, daß wir zwei Nächte bleiben, aber leider haben die Ferien ja den Nachteil, begrenzt zu sein. Abends war noch eine kleine Runde mit Bernhard und Ulrich fällig. Auf dem Hinweg war Ulrich im Anhänger und Bernhard und ich auf dem Tandem. Auf dem Rückweg tauschten wir. Ja, ratet einmal, ob Bernhard und Ulrich mit dem Tandem mich gezogen haben... Oder Ulrich alleine Bernhard und mich.
Die nächste Station war schon wieder Stöllet. Wir folgten dem
Klarälven wieder auf der N 62, die wir ja nun schon ein wenig kannten.
Diesmal war das Wetter in Stöllet viel besser und wir blieben für zwei
Nächte. Ein Kanu mieteten wir diesmal nicht, denn das war auch eine
größere Aktion, weil die üblicherweise nur stromab gefahren werden.
Man muß für den Rücktransport des Bootes ein paar Kronen extra
bezahlen. Aber Karin und ich machten nacheinander die kleine Runde
zum Ort Stöllet und von dort über die alte Nationalstraße zur N 45
hoch und wieder zurück. Die Kinder waren inzwischen auf dem Zeltplatz
am Strand. Und wir machten zusammen auch noch einen kleinen
Spaziergang auf einem schönen Wanderweg. Das Baden war an dieser
Stelle schon gar nicht mehr so einfach, weil die Strömung recht stark
war. Außerdem war die ganze Strandfläche überflutet, während man
vor fünf
Jahren weniger Wasser und eine große Strandfläche vorfand. Schöne
und große Sandburgen ließen sich natürlich immer noch bauen, denn der
Flußsand ist wirklich ein hervorragendes Baumaterial.
Für die weitere Fahrt nahmen wir uns vor, auf dem Ostufer des
Flusses zu bleiben, obwohl die N 62 ja kurz vor Ekshärad auf das
Westufer wechselt. Ganz unauffällig fand sich auch eine ganze Weile
vor der Brücke die Abzweigung. Auch diese Hauptstraße war vor Jahren
einmal ausgebaut worden und man konnte dem alten Straßenverlauf an
einem Rastplatz zu Fuß folgen und eine schöne Schlucht mit einem
Wasserfall sehen. Geologisch war das eine sehr interessante Stelle,
aber für uns war es einfach eine schöne Stelle.
Natürlich wollten uns die Wegweiser immer wieder auf das andere Ufer schicken, aber das hatte erst einmal noch etwas Zeit. Etwas hinter Ekshärad mußten wir dann die Straße verlassen, die auf direktem Weg nach Hagfors führte, und dafür konnten wir ganz nah am Flußufer entlang fahren. Der Klarälven war hier richtig breit, aber hatte doch trotzdem noch seine Strömung. Irgendwo fanden wir dann auch eine schöne Stelle am Ufer für unsere Pause, wo ich auch nacheinander mit allen Kindern baden ging. Abends fuhren wir dann noch weiter und kamen nach kurzer Fahrt wieder auf die N 62. Hier in der Gegend hatten wir 1994 schon im Wald gezeltet. Diesmal reichte es für einen Zeltplatz in Råda. Der war eigentlich ganz schön gelegen, aber langsam kamen wir doch in den Bereich der Großzeltplätze und außerdem konnten wir hier auch nur eine Nacht bleiben. Immerhin gab es eine sehr schöne Badestelle und wir trafen auch einige andere Radfahrer, "natürlich" aus Deutschland.
Auch in dieser südlicheren und etwas dichter besiedelten Gegend gab
es noch schöne Streckenabschnitte, aber die größeren Ortschaften gab
es jetzt auch so langsam wieder. In Munkfors, das wohl in diese
Gruppe gehört, machten wir eine kleine Pause. Etwas südlich davon kam
dann eine Abzweigung über eine kleinere Straße in Richtung Kil. Wir
kamen über einen ziemlich dicken Bergrücken und erreichten am Abend
die Gegend des Ortes Kil. Der Zeltplatz von Kil war eigentlich sehr
schön am Seeufer gelegen und zum Glück konnten wir auch zwei Nächte
bleiben. Es gab einen schönen Strand und vor allem die Mädchen waren
kaum aus dem Wasser zu bekommen. Karin machte sich zuerst auf den
Weg, um eine kleine Runde mit Einkauf zu fahren. Danach fuhr ich dann
eine kleine Runde, vor allem im Hinblick auf die Erkundigung unserer
Strecke für den nächsten Tag. Die N 61 führte ja in Richtung Norwegen
und kreuzte sich in der Nähe von Kil bei Fågelås mit der N 45. Da bot
es sich an, einmal dorthin zu fahren. Tatsächlich landete ich noch
auf der alten N 61, die einen komischen Bogen über Gunnita machte und
dann dem Flußtal des Norsälven ein Stück folgte. Für den Rückweg fand
ich dann die gerade fertiggestellte, aber noch nicht freigegebene neue
N 61 vor. Das war natürlich toll, weil die ganzen Autos noch nicht da
waren.