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Mit dem Fahrrad durch Irland

Thomas Riehm ? , geschrieben 1992 für de.rec.fahrrad, gefahren 1992

Allgemeines

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Hier kommt (für die ganz ungeduldigen) schon einmal ein Pre--Post mit den wichtigsten Dingen für Irland (IMHO): Alles ist übrigens ausschließlich meine Meinung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Objektivität. Alle Angaben erfolgen ohne Gewehr (bin Zivi).

Übernachtung

Am allerallerbesten in Independent Hostels (ganz nach Ansprüchen). Verzeichnisse gibt's gleich am Flughafen. Vorsicht: Budget Hostels sind etwas anderes, und meistens doppelt so teuer (wir haben von der Fremdenverkehrszentrale damals trotz expliziter Independent--Anfrage nur den Budget--Hostel--Führer bekommen...)

Die Independents kosteten letztes Jahr so zwischen 4.50lb (damals: 1lb= 2.60-2.70 DM) und 6lb, je nach Komfort und Größe der Stadt. Sie sind fast ohne Ausnahme urgemütlich (IMHO das allerbeste: Fanore Bridge Hostel nördlich von Doolin an der Westküste, südlich vom Black Head), verfügen über alles, was man zum Leben braucht (Gemeinschaftsdusche, --Küche mit Gasherd). Nobelstes Independent letztes Jahr: Mary Ryan's in Galway: 6lb für Doppelzimmer mit eigenem Bad/Dusche/WC und Frühstück, ist jetzt allerdings ein teureres Appartementhaus. Wem das zu unnobel ist (Geschmäcker sind verschieden), der findet in ziemlich jedem Dorf und an jeder Ecke Bed'n'Breakfast. Die offiziellen Jugendherbergen (An Oige) sind insgesamt überhaupt nicht zu empfehlen: Alles ist reglementiert, schlechter Zustand, ungemütlich, oft wird man tagsüber `rausgeschmissen. Besonders schlecht und teuer: Dublin International. Unbedingt nach einer Independent Alternative Ausschau halten (z.B. Isaac's). Aber als Notlösung in Eile ist das International O.K., weil es sehr groß ist. Ausnahme: Ein Mountain Hostel (habe leider den genauen Namen vergessen) bei Cahir westlich vom Rock of Cashel, ab von der National Road Richtung Cork. (20km von Cahir). (Ober-Urig, ohne Strom und Warmwasser...)

Fahrräder

Am besten die eigenen mit dem Flieger mitnehmen (0 Pf Kosten, viel unkomplizierter als mit der DB, zumindest in Köln/Bonn). Empfohlene Mindestausstattung (IMHO): 12 Gänge Min., 1:1 kann oft nützlich sein, meinen 21. Gang (48:13) habe ich nie gebraucht, mußte aber bei 28:30 in den Wiegetritt. (Auf einem steilen Feldweg) Vor allem müssen die Räder stabil sein, da die Straßen bei uns nur sehr selten die Bezeichnung Straße verdient hätten. Der Belag ist meist gefestigter Schotter, nur auf einer National Road nach Galway gab es einmal richtigen Teer wie bei uns. Ich hatte 10 (!) Felgenbrüche an meiner Hinterradfelge (lag aber wohl auch an einem Produktionsfehler beim Einspannen am Anfang) auf 1400km...

Mieten von Rädern ist auch möglich, sogar sehr gut, weil Raleigh ein landesweites Service--Netz betreibt. Service am Sonntag oder Feiertag ist in Irland außerhalb der großen Städte sowieso kein Problem (bis auf Bank holidays), da die kleinen Läden fast ausnahmslos Familienbetriebe sind, bei denen dann immer ein 8jähriger Sohn am Tresen hockt und einen auch am Sonntag abend noch bedient. Regenfeste Gepäcktaschen sind wohl ein Muß! (ein Überzug tut's allerdings auch). Mit Diebstahl hatten wir persönlich keine Probleme, aber wir haben welche getroffen, denen mitten in der Pampa Sättel und ähnliches Anbau-- Zeug geklaut wurde. Das gilt für die ländlichen Gegenden. In Dublin und vermutlich auch in anderen großen, armen Städten sieht das natürlich anders aus: In Dublin wurden einem Mitflieger in 5 Min. das ganze Rad mitsamt dem Gepäck geklaut, und das direkt vor der offiziellen An Oige--Jugendherberge (die allerdings auch in einem sehr unsympathischen Viertel liegt, s.o.).

Geld

Die Preise in Irland sind eigentlich recht human und weitgehend mit denen in Deutschland zu vergleichen. Leider findet man nur ganz selten wirklich einheimisches Gemüse oder Obst in den Supermärkten oder auch den kleineren Läden. Reiseschecks fand ich ganz praktisch (AM* EX*), man muß halt beim Tauschen ein bißchen aufpassen, was die Banken für Gebühren nehmen. Uns haben 1000 DM/Person für 32 Tage (ohne Flug, ansonsten mit allem, vor allem mit täglichem herrlichem selbstgekochtem Essen) gereicht.

Reiseführer

Braucht man in der Hauptsaison nur für die ersten paar Tage, danach hat man so viele andere Irland--Reisende in Hostels getroffen, die einem sämtliche Informationen über alles sehenswerte gegeben haben. Gute Dienste leistete uns: Irland per Rad (Verlag etc. kann nachgefragt werden, habe ich gerade nicht zur Hand).

Der "Felbinger" wird oft verwendet, enthält aber für den Radler wenig nützliches, und außerdem stimme ich mit den Bewertungen in ihm nicht ganz überein (z.B. wird Tralee dort als überaus häßlich beschrieben, was es IMHO überhaupt nicht ist, und Doolin als "Das Mekka" schlechthin beschrieben, s.u.). Er ist aber für Tramper wohl nicht schlecht.

Trampen

Ah ja, Trampen, hätte ich fast vergessen: Trampen ist in Irland eine absolut natürliche und weitverbreitete Art der Fortbewegung (wir haben sogar Hausfrauen auf dem Heimweg vom Einkaufen trampen sehen), die Wartezeiten sind meistens kurz. Das ändert aber nichts daran, daß das Fahrrad für Irland das optimale Verkehrsmittel ist, weil man so alles mitbekommt, sofort an einer der zahllosen Ruinen anhalten kann, auch mal kurz die Straße verlassen und in einen Feldweg einbiegen kann. Außerdem kann man die Stille, die es in Irland wirklich gibt wie in Deutschland wohl nirgends, im Auto sitzend nicht genießen...

Unbedingt sehenswert

Meidenswert

(natürlich IMHO):

Ansonsten muß man sagen, daß die meisten Klischees (positive) von Irland tatsächlich wahr sind: Die Leute sind ausnahmslos so freundlich, wie in D nicht vorstellbar (jeder Autofahrer auf dem Land begrüßt jeden Radler, der ihm entgegen kommt), und oft auch so faul, wie man ihnen nachsagt (Versuche nicht, vor 9 Uhr in Irland ein Brot zu bekommen...). Das Land ist so schön, wie man ihm nachsagt, und so regnerisch, wie man ihm nachsagt.

Erste Woche

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Dublin – Kildare – Kilkenny – Cahir – Cashel – Cork

0.Tag

0.Tag: Köln – Dublin

Am nullten Tag war der Abflug nach Dublin, ohne Probleme beim Flughafen (Köln/Bonn), wo wir vom Sektionsleiter persönlich betreut und mit dem nötigen stabilen Privatwerkzeug versorgt wurden, um unsere Pedale abzuschrauben (es war keine Zeit mehr in Ulm). In Dublin dann Fahrt vom Flughafen zum "International Youth Hostel", eine teure (9lb) Notlösung, weil wir erstens keine Ahnung hatten, wo man besser schläft, und zweitens reservieren bitter nötig ist. (ISAAC's ist eher zu empfehlen, wenn man nicht selbst kochen will.)

Über die Stadt Dublin gibt's am Ende der vierten Woche ein ausgiebigeres Feature, heute sind wir bloß zum Übernachten da, um Morgen unseren Weg fortzusetzen.

Ein paar hundert Kilometer...

1.Tag

1.Tag: Dublin – Celbridge – Naas – Curragh – Kildare.

Nach dem miesen Frühstück im Dublin International (und dem Schwur, hier so schnell nicht wieder herzukommen), starten wir bei leider ziemlich heftigem Regen in Richtung Kildare, unserem heutigen Tagesziel. Leider auch etwas ins Ungewisse, weil es im Landesinneren so gut wie überhaupt keine Hostels gibt, und wir für die Nacht demnach noch völlig ohne Behausung waren. Kurz hinter Phenix Park, einer herrlichen Parkanlage mitten in Dublin, trafen wir beim Schieben im Regen in Richtung Lucan das erste irische Original mit Namen Dennis, der uns, nach dem er festgestellt hatte, daß wir aus Süddeutschland sind (sogar aus Ulm, wo er einst eine Freundin hatte), sogleich in seinen Pub "Angler's Rest" zu einem Drink einlud. Er wollte uns eigentlich direkt nach Galway schicken, empfahl uns massenweise interessante Orte (z.B. Tralee), und gab uns Tips für alle Gegenden Irlands. Nach ca. 1h ließ er uns weg, nicht ohne uns in seinem strengen irischen Akzent noch mit auf den Weg gegeben zu haben: "Oluais keep an oye on your boyke" (Always keep an eye on your bike).

Auf unserem Weg weiter in Richtung Kildare über Celbridge, Naas und das Curragh Camp gab's immer wieder einmal ein bißchen Nässe von oben, aber nie besonders schlimm. Das Militärcamp Curragh hat einen urigen alten Friedhof (von denen uns später noch viele begegnen sollten), auf dem mitten zwischen den Kreuzen Schafe weideten. Vor Kildare haben wir noch einem Pferderennen auf *der* irischen Rennbahn in Curragh beigewohnt, um dann gegen 16:00 in Kildare nach einem billigen Quartier zu suchen.

Uns war ja viel von der irischen Gastfreundlichkeit erzählt worden, aber wie soll man an sie rankommen? Uns war klar, daß wir Bed and Breakfast in Anspruch nehmen mußten, aber wir wollten unsere spärliche Reisekasse nicht schon am Anfang so plündern. Also ein kurzer Blick auf die offiziellen Angebote: 12lb bis 20lb! Vieeel zu teuer. Also auf die Suche gemacht, in Pubs und Läden gefragt, wo man billig übernachten könne, zuletzt auch noch eine Antwort bekommen (in der Apotheke): Bei Mrs. Anne Talbot da und dort könne man etwas bekommen. Dort angekommen, wurden wir sofort von unzähligen Kindern beschnuppert, was wir für eine komische Sprache sprechen, wenn wir uns untereinander unterhalten etc. Schließlich erschien die Dame, konnte uns aber leider nicht aufnehmen, fragte dafür die ganze Nachbarschaft, auch da war nichts zu holen, gab uns dann aber eine typisch irische Wegbeschreibung (unverständlich, führt auf wundersame Weise aber doch irgendwie zum Ziel) zu einer anderen Dame, die "from time to time" auch B'n'B anbietet.

Dort (Mrs. Sady Well) angekommen, kamen wir tatsächlich für 10lb unter, incl. Imbiß und einem riesigen irischen Frühstück...

Abendessen: Sandwiches
76,7 km

2.Tag

2.Tag: Kildare – Athy – Castlecomer – Kilkenny.

Der nächste Tag ging nach Kilkenny. Bei knallend heißem Wetter verließen wir Kildare (bzw. wir waren schon mehrere Meilen außerhalb, ohne allerdings zu wissen, wo) Wir suchten uns also unseren Weg durch die Pampa (unter freundlicher Mithilfe von ein paar Iren), wobei wir unter blauem Himmel auf St. Bridgid's Well, eine heilige Quelle stießen, und dort den Morgen genossen, bis zur N 78, der wir den ganzen Tag lang schnurgerade gegen den Wind hügelauf und hügelab folgen würden. Zwischen Athy (sprich: Attoy z.B. oder 10 andere Möglichkeiten) und Castlecomer ein Besuch in Dunmore Cave, einer beeindruckenden großen Tropfsteinhöhle, dann Weiterfahrt immer auf der N 78 (später N 77) bis Kilkenny, wo wir in dem sehr gemütlichen Independent Hostel nahe der Innenstadt wohnten. Schöne Stadt übrigens, und im Nachhinein durchaus einen Ruhetag zum Besichtigen wert.

Abendessen: Penne al pomodoro
85 km

3.Tag

3.Tag: Kilkenny – Callan – Mullinahone – Fethard – Newinn – Cahir.

Der schlimmste Tag der Tour! Von Kilkenny bei aufziehenden Regenwolken über die R 695 (*nicht* die parallele N 76!) bis Callan lief noch alles ok. (In Kilkenny bemerkten wir zum ersten Mal, daß in Irland vor 9:00 morgens höchstens ein Bäcker, aber sonst niemand offen hat.)

In Callan nahm das Unheil in Form von Regen seinen Lauf. An diesem Tag sollte es nicht wieder aufhören, und Irland zeigte uns alle seine Regenarten, vom leichten Niesel bis zum halben Wolkenbruch. Nach ein paar Stunden Fahrt gab es an unseren Körpern keinen einzigen trockenen Quadratzentimeter Haut mehr, trotz K--Way und ähnlichem. Wir hatten in Ballydavid Wood House (An Oige) Betten für die Nacht reserviert, und waren laut Karte noch etwa 10 km davon entfernt, als wir unseren Weg komplett verloren. Die Landschaft war nach allen Himmelsrichtungen gleich hügelig, der Himmel war überall gleich grau, einen Kompaß hatten wir nicht dabei, die Straße kurvte genug, um uns weiter zu verwirren. Kurz: Wir klingelten an Bauernhöfen (ca. alle 5km fanden wir ein Haus, in dem Menschen wohnten), bekamen typisch irische Wegbeschreibungen, die uns noch mehr in die Irre leiteten, und so fuhren wir bei strömendem Regen stolze 30km, bis wir feststellen mußten, daß wir an diesem Punkt schon einmal waren. Sch*%$&%! Das Hostel blieb unauffindbar, kein Wegweiser war in Sicht, der in die Richtung zeigte, also beschlossen wir, nach Cahir in das dortige Independent zu fahren. Dort triefend angekommen, wurden wir im Office des Hostels im Ort herzlichst mit einem warmen Handtuch und freundlichen Worten empfangen, und bekamen im Hostel 2 Meilen außerhalb sogar ein Zimmer für uns, in dem wir gleich unsere Sachen trocknen konnten (für nur 5lb!).

Merke: Der Hostel--Chef klärte uns dann auf, was mit den vielen falschen Wegbeschreibungen los war: Ein Ire würde niemals zugeben, daß er sich in seinem Land nicht auskennt, sondern gibt vorher lieber eine falsche Auskunft. Pech!!

Abendessen: Chicken Curry
100 km

4.Tag

4.Tag: Cahir – Cashel – Cahir

Nach diesem Schock und dem angenehmen Hostelempfang beschlossen wir, hier einen Ruhetag einzulegen, um den berühmten Rock of Cashel zu besichtigen. Hinweg über Golden (über unsere gestrige Horrorstrecke), Rückweg über New Inn. Der Rock of Cashel war leider ziemlich überfüllt, ist aber dennoch eindrucksvoll, und man sollte auch die Hore Abbey in der Nähe auf keinen Fall auslassen.

Abendessen: kalt
50 km

5.Tag

5.Tag: Cahir – Mountain Lodge Hostel

Dieser Tag war der echte Ruhetag. Morgens besichtigten wir das Cahir Castle mit aufschlußreicher Führung, und fuhren dann gemütlich ein paar Kilometer auf der N 8, um zu der An Oige--Jugendherberge "Mountain Lodge Hostel" zu kommen, die wunderschön im Wald versteckt liegt und weder über Strom noch Warmwasser verfügt. Abends bei Gaslicht und Kaminfeuer wurden eifrig Reiseerfahrungen mit anderen Radlern ausgetauscht.

Abendessen: Reis mit Hühnerfilets (mit Käse überbacken)
19 km (:-))

6.Tag

6.Tag: Mountain Lodge Hostel – Ballyporeen – Mitchelstown – Fermoy – Cork

Dieser Tag begann mit einer schönen Fahrt durch die Berge, um die N 8 zu umgehen, und einer schönen Abfahrt bis nach Fermoy, wo es leider zu regnen anfing. Auf dem Weg über die (dennoch sehr schöne) R 614 wurden wir dann leider wieder völlig durchweicht, aber wiederum in Cork in einem herrlichen Independent Campus Hostel ("smallest Hostel in Cork") freundlich und mir einer warmen Dusche empfangen. So konnten wir wenigstens noch den Abend in dieser schönen (aber zu großen und von Standard--Touris bevölkerten) Stadt im Pub genießen.

Abendessen: Champignon--Creme--Suppe mit Salat.
75 km

Zweite Woche

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Hier kommt jetzt die zweite Woche der Irland--Tour. Die Strecke:

Cork – Timoleague – Dunmanway – Durrus – Glengarriff – Cahermore – Kenmare – Killarney

7.Tag

7.Tag: Cork – Kinsale – Timoleague

Start bei schönem Wetter aus Cork raus, doch leider war die R 600, die wir uns ausgesucht hatten, um die National Road zu umgehen, extrem häßlich und stark befahren und begann auch gleich mit einer langen heftigen Steigung zum Flughafen raus, wobei es beim Schieben auch noch zu regnen anfing. Ekelhaft!

Danach wurde glücklicherweise die Straße kleiner, nur das Wetter regnete weiterhin immer wieder. So kamen wir nach Kinsale einer sehr hübschen Hafenstadt, die wir leider schnell durchqueren wollten, um das schöne Wetter, das gerade herrschte, zu nutzen. Doch weit gefehlt! Es regnete zwar nicht mehr, doch bewahrheitete sich ein weiteres irisches Klischee: Der Wind kommt immer von vorn. Und das, wo wir gerade vollkommen ungeschützt die Südküste (die dennoch wunderschön ist) entlangradelten. Ich mußte gar auf die 1:1--Übersetzung (in der Ebene!) herunterschalten, um noch halbwegs vorwärtszukommen. Aber so hatten wir wenigstens die Gelegenheit, die Landschaft außenrum zu erleben. Kurz von Timoleague eröffnete sich auf der linken Seite der Blick auf das Postkartendorf Courtmacsherry, so daß wir schon hofften, dies sei der Ort, in dem auch unser Hostel liegt, doch leider Pech gehabt. Das Hostel von Timoleague liegt stattdessen noch einmal 2 Meilen außerhalb auf einem Berg, ist an ein Vollwertrestaurant angeschlossen (man muß dort aber nicht essen), hat vor allem eine sehr große und gut ausgestattete Selbstkocherküche.

Abendessen: Pellkartoffeln mit Gurken--Vinaigrette.
57km

8.Tag

8.Tag: Timoleague – Clonakilty – Dunmanway

An diesem Tag war wieder trübes Wetter angesagt, und bis zwölf Uhr konnten wir uns noch nicht entschließen, ob wir noch bis Bantry fahren wollen (ca. 80km) oder nicht, und als wir sahen, daß auf halber Strecke dorthin ein hübsches Hostel liegt (Shiplake Hostel), beschlossen wir, dorthin zu fahren und das weithin bekannte Rolf's Hostel in Baltimore auszulassen.

Die Fahrt ging recht schnell vorbei, trotz des Regens, nur das Hostel war mal wieder weit außerhalb von Dunmanway (ca. 4 Meilen) und schon richtig in den Bergen. Es ist eine Öko--Farm, mit viel Liebe hergerichtet, in der man morgens frischgebackenes Brot (*richtiges* Brot, nicht das Soda-- oder Toast--Gummi--Brot, das man in Irland sonst überall vorgesetzt bekommt) und abends selbstgemachte Pizza bekommen kann.

Abendessen: Bunte Nudeln mit Käse--Sahne--Soße
34km

9.Tag

9.Tag: Dunmanway – Bantry – Durrus

Auf einmal war das Wetter herrlich, bei blauem Himmel und strahlender Sonne verließen wir das Hostel, um auf einer vom Warden beschriebenen (remember: Irische Wegbeschreibungen!) Spezialstrecke mitten durch die Berge nach Bantry zu kommen. Nach einigem Verfahren und Suchen fanden wir die tolle Strecke tatsächlich, und fuhren bei schönstem Wetter dorthin, besichtigten unterwegs eine Schloßruine und in Bantry die Kirche (eine von so vielen Kirchen, die wir täglich anschauten, aber viele sind echt schön).

Von Bantry aus ging die Fahrt weiter nach Durrus (im Süden), wo Bekannte ein Ferienhaus hatten, in das sie uns freundlicherweise eingeladen hatten, wo wir dann unsere Sachen trocknen und waschen lassen konnten sowie für unsere Bewirtung bestens gesorgt war.

Abendessen: Lamb--Chops mit Bratkartoffeln, Reis und Gemüse, Erdbeereis (alles nicht von uns gekocht)
50km

10.Tag

10.Tag: Durrus – Bantry – Ballylickey – Glengarriff

Am nächsten Tag (schon wieder eine so kurze Etappe, aber wir waren ja auch zum Anschauen und nicht als Rennradler unterwegs) ging's zuerst einmal nach Bantry, wo wir das Bantry House besichtigten, das aber etwas hinter unseren Erwartungen zurückblieb, weil nur 3 oder 4 Räume überhaupt zugänglich waren. Der Garten war dennoch bewundernswert. Ballylickey taucht deswegen in der obigen Liste mit auf, weil dort direkt an der Straße ein Käsegeschäft ist, in dem man alle Sorten Käse (das ist die Spezialität im Südwesten Irlands) probieren und kaufen kann. So eine Auswahl haben wir selbst in Dublins Delikatessenläden nicht mehr gefunden. Außerdem verschenkt der Inhaber auch alle Arten von Kräutern, die in einem großen Topf vor seiner Tür wachsen, was für unsere Mobilküche eine willkommene Ergänzung war. Dann ging's weiter nach Glengarriff. Zu dem Hostel hier eine Warnung, die uns auf unserer Fahrt in fast allen anderen Independent Hostels begegnet ist:

In Glengarriff ist das Independent Hostel das "Toreen Mountain Hostel", das von einem Saarländer (Manni) geführt wird. Auf dem Weg dorthin (Die Paßstraße nach Kenmare) liegt vorher ein anderes Hostel, das miserabel und dreckig ist und mit Gewalt Leute vom "echten" Hostel abwirbt. Dessen Warden entfernt auch ständig Hinweisschilder auf das echte und stellt sich sogar mit einem Jeep im Ort auf, um Tramper in sein intolerables Hostel zu bringen, unter dem Motto "Habt Ihr ein Glück, zufällig gehört mir hier das Hostel, ich nehme euch mal mit". Manni holt gerne Gäste aus Glengarriff ab, und man kann eigentlich in jedem irischen Hostel nachlesen, was für ein Auto er gerade fährt, damit niemand ins falsche steigt (alles schon vorgekommen).

Abendessen: Paprikagemüse mit Reis
35km

11.Tag

11.Tag: Glengarriff – Castletownbeara – Cahermore

Dies war der erste Teil des Ring of Beara, einer landschaftlich unvergleichlich schönen Strecke, die gegenüber dem bekannteren Ring of Kerry den Vorteil hat, daß sie kleiner ist und daher von Bussen nicht befahren werden kann. So ist bedeutend weniger Verkehr. Die Landschaft muß man gesehen haben, sie läßt sich fast nicht beschreiben. Immer wieder taucht unvermittelt der Atlantik hinter einem Hügel auf, man fühlt sich kurz danach aber wieder wie mitten in den Bergen. Das Hostel (Garrane's Farmhouse Hostel) liegt oben am Berg, knapp über der Steilküste, mit herrlichem Blick auf den Atlantik, und ist irgendwie mit einem buddhistischen Zentrum verknüpft, ohne daß jedoch einem irgendwas aufs Auge gedrückt wird. Naja, vielleicht ein bißchen: Zucker gibt's nicht, dafür Honig und Tee und Gewürze umsonst. Schönes, neu hergerichtetes Haus inmitten von blühenden Fuchsien.

Abendessen: Kalbsgeschnetzeltes mit Pilzen und Nudeln
50km

12.Tag

12.Tag: Cahermore – Allihies – Kenmare

Der zweite Teil des Ring of Beare begann mit einer ewig langen Abfahrt bis zum Kiesstrand von Allihies, der leider auf die Ferne viel schöner aussieht als er tatsächlich ist. Leider begannen die Speichenbrüche, penetrant zu werden, und 5 km vor Kenmare hatte mein Hinterrad 3 weniger, was nicht gerade motivierend war. Wir nahmen für den Weg die Strecke am Ufer entlang, die das Prädikat "Flachste Strecke Irlands" redlich verdient hat und dennoch sehr schön ist. Glücklicherweise gab es in Kenmare eine Fahrrad--Werkstatt, die bis zum nächsten Morgen meine Speichen und meinen Gepäckträger (der auch den Geist aufgegeben hatte) reparieren konnte. Abends noch eine Pleite in einem Pub, der sich als reiner Touristentreff herausstellte.

Abendessen: Fleischküchle (Frikadellen) mit Reis und (Dosen--)Erbsen, Salat, Whisky Bread Pudding mit Vannileeis
72 km.

13.Tag

13.Tag: Kenmare – Killarney

Dieser Paß ist die Abkürzung des Ring of Kerry, den wir uns nach den herrlichen Erfahrungen mit dem Ring of Beara nicht auch noch antun wollten. Ein Hütehund begleitete uns 11km (!) bis zur Paßhöhe, immer eifrig uns umkreisend (wir waren noch mit drei anderen Radlerinnen unterwegs, die wir bereits in Timoleague getroffen hatten), und zwischendurch mal wieder eine Schafherde in Straßennähe zusammentreibend. Bei der Abfahrt konnte er uns aber nicht mehr folgen (der wäre uns sonst noch bis Killarney hinterhergetrottet). Die Abfahrt ging durch die berühmten Seen des "Killarney National Park", der bestimmt schön zum Wandern ist, und am großartigen "Muckross House" vorbei. Leider trafen wir auf der Strecke sehr viele Touristen, und das schlimmste war Killarney selbst: Eine rein japanisch--amerikanisch--deutsche Stadt, die nur aus Touristen besteht. Nicht der geringste Hauch von irischer Gemütlichkeit oder Ruhe, viele Autos und Busse, Touristen--Pferdekutschen und alles, was das Kitsch--Herz sonst noch verlangt. ** Übel ! **

Abendessen: Nudelauflauf mit Käse und Champignons
40km

Dritte Woche

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Und hier ist die dritte Woche der Irland--Tour. Die Strecke:

Killarney – Tralee – Ennis – Liscannor – Fanore – The Burren – Galway

14.Tag

14.Tag: Killarney – "Pampa" – Tralee

Nach den Horror--Eindrücken trieb es uns (obwohl wir schon auf der Suche nach einem schönen Plätzchen für einen Ruhetag waren) schleunigst raus aus Killarney, und wir fuhren über eine Straße, die wir sofort mit dem Prädikat "Geradeste Straße Irlands" versahen, direkt nach Tralee. Die Straße war schmal, ging praktisch durch keinen Ort, kümmerte sich nicht um Berge oder etwas ähnliches, sondern ging einfach über 30 km so gerade, daß man seinen Lenker fixieren konnte.

Tralee selbst ist (ganz im Gegensatz zu Felbingers Meinung) ein schönes Städtchen, mit einer bunten Hauptstraße und geschäftigem Kleinstadt--Treiben. Übernachtet haben wir im Droumtacker Hostel, das leider nicht hält, was es überall in Irland per Werbung verspricht. Es ist ziemlich dreckig ==> Wieder nichts für einen Ruhetag.

Abendessen: Müsli, Käse, Salat...
40km

15.Tag

15.Tag: Tralee – Ballyduff – Tarbert – Labasheeda – Ballynacally – Ennis

Eigentlich sollte die Etappe nur bis Tarbert (52km) gehen, also sind wir gemütlich losgefahren (10:30), haben noch ein paar Ruinen angeschaut (Die Iren haben die merkwürdige Angewohnheit, Kirchen und Abteien, die nicht mehr "in Betrieb" sind, mit Grabsteinen zu pflastern), auch den Rattoo Round Tower (schön), und sind mit starkem RÜCKENWIND (wohl das einzige mal in den vier Wochen) flott gefahren. Unterwegs mußten wir leider feststellen, daß in Tarbert keine Unterkunft zu bekommen war, und so beschlossen wir, nachdem in Ennis, unserem nächsten Etappenziel, für die geplante Nacht keine Betten bekommen konnten, in einem Schwung zwei Etappen mit Rückenwind zu einer zusammenzufassen. Wir waren prompt gerade noch rechtzeitig zur Abfahrt der Fähre nach Killimer da, und setzten über. Leider begann während der Überfahrt der Regen, und der Wind drehte sich, so daß die vermeintlich leichte Etappe doch nicht so harmlos wurde. Trotzdem eine schöne Straße am Ufer des Shannon entlang bis Ennis, wo das Abbey Hostel allerdings auch nicht so schön war, daß es für einen Ruhetag geeignet gewesen wäre.

Abendessen: Pork Chops mit Reis
105km

16.Tag

16.Tag: Ennis – Corrofin – Kilfenora – Ennistymon – Liscannor

Wieder später Aufbruch (12:30), wegen Regens, und dann die große Überraschung: Mitten in einer Regional Road kamen wir in ein Autorennen, in dem uns lauter röhrende Blechkisten in affenartiger Geschwindigkeit überholten. Merke: Die Straße war nicht abgesperrt, es waren Busse und Wohnmobile auf den engen Sträßchen unterwegs, die alleine schon Probleme hatten, um die Kurven zu kommen. Mit viel Glück überlebten wir diese Strecke. Durch starken Gegenwind geschwächt, erreichten wir Ennistymon, wo wir am Sonntag nachmittag (!) zunächst in zwei Supermärkten/Tante--Emma--Läden einkaufen waren und uns in eine Bäckerei setzten, um Scones mit Tee zu uns zu nehmen. Der Bäcker war prompt ein netter deutscher Auswanderer aus Kempten/Allgäu...

Er empfahl uns dann das Hostel in Liscannor, und riet uns (richtigerweise), Lehinch zu meiden, weil es ein reiner Touristenort war... Stimmt!

Abendessen: Pasta mista alla matriciana, frischer Salat.
45km

17.Tag

17.Tag: Liscannor – Cliffs of Moher – Doolin – Fanore

Morgens relativ früher Aufbruch zu den Cliffs of Moher, um vor den Bussen da zu sein (vergebens!), aber die Leute haben sich auch so verteilt, und man konnte relativ ungestört das Gefühl genießen, auf einem überhängenden Felsplateau 200m senkrecht über dem Meer zu liegen und über den Rand zu schau(d)e(r)n. Sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen, wenn man in Irland ist. Danach Weiterfahrt nach Doolin, dem "german village", wo man, wie schon im Pre--Post erwähnt, ausschließlich birkenstöckige Felbinger--Deutsche auf konzentrierter Suche nach ur-irischer Traditionskultur findet. War zwar böse, aber es sah einfach so aus (flames > /dev/null). Nach der Weiterfahrt an der Westküste entlang erreichten wir dann das Hostel, wo wir sagen mußten: Das ist es, hier bleiben wir nicht nur für den Ruhetag, sondern an besten gleich für den Rest des Lebens. Das Fanore Bridge Hostel (Prädikat: "Bestes Hostel Irlands"). Mit super-- freundlichen Wardens in bester Lage, am Rande des Burren, direkt am Meer, im familiären Klima. Herrlich!

Abendessen: Omeletts mit Champignon--Curry--Sauce (frische Champignons, natürlich!)
40km

18.Tag

18.Tag: Fanore

Der langersehnte Ruhefaultag, spät aufstehen, lang frühstücken, langsam zum Strand, zurück zum Hostel und mit den Wardens gelabert, Musik gemacht (Mandoline), abends viel Zeit für das Spezialessen der Radtour: Handgeschabte Käspätzle (für die nicht--Schwaben: Nudelartige Dinge, von einem Küchenbrett mit einer Cassettenhüllenhälfte in kochendes Wasser geschabt, dann mit Käse überbacken (und vieeeel Zwiebel!)). Ganz zur Begeisterung des Wardens.

0.00km

19.Tag

19.Tag: Fanore – Lisdoonvarna – Caherconnell – Ballyvaghan – Fanore (The Burren)

Wir entschieden uns, noch eine weitere Nacht in Fanore zu verbringen, und unternahmen einen gepäcklosen Ausflug in das Karstgebiet "The Burren", das vor allem für seine beeindruckenden Ringforts und Megalithic Tombs bekannt ist. Lisdoonvarna gilt als Zentrum irischer Kultur und ist auch wirklich schön (im Gegensatz zu Doolin), und der Burren ist allemal einen Tag wert.

Geselliger Abend mit (fast) allen Hostelbewohnern + Wardens.

Abendessen: Pizza (Hefe = Yeast) für das halbe Hostel (mit vieeeeeel Knoblauch).
30km

20.Tag

20.Tag: Fanore – Ballyvaghan – Kinvara – Oranmore – Galway

Seufzender Abschied von Fanore, Fahrt bei herrlichem Wetter (übrigens schon seit mehreren Tagen) auf der N 67, einer gut ausgebauten (Ausnahme!) Straße, die das Prädikat "Bester Straßenbelag Irlands" erhielt (kein Schotter!), mit gutem (Rücken)wind immer entlang der irischen Westküste nach Galway, wo wir im voraus bereits bei der legendären Miss Mary Ryan ein Zimmer reserviert hatten. Die Legende hielt denn auch, was sie versprach: Doppelzimmer mit Bad/Dusche/WC für 6.50lb incl. Frühstück. Toll! Leider ist das Haus inzwischen in ein Appartement--Haus umgewandelt, das um einiges teurer sein soll. Schade!

Galway selbst ist eine nette Stadt (für ihre Größe betrachtet), nicht allzusehr überlaufen, wie etwa Cork oder Dublin, es gibt einige recht sympathische Ecken (und auch ein Hostel mitten in der Stadt).

Abendessen: Spaghetti mit Thunfisch--Knonlauch--Mais--Sauce und Salat
60km

Vierte Woche

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Die Strecke der vierten Woche:

Galway – Oughterard – Letterfrack – Westport – Dublin

21.Tag

21.Tag: Galway – Lough Corrib – Oughterard

An diesem Tag verließen wir das komfortable Mary Ryan's Hostel in Galway und machten erst einmal das Eyre's Square Shopping Centre, eine ziemlich große Einkaufspassage, unsicher, bevor wir uns über die N 59 in Richtung Oughterard aufmachten. Nach ein paar Meilen verließen wir dann die N 59, um auf kleinen Sträßchen zum Lough Corrib, diesem riesigen See mit 365 Inseln vorzustoßen. Cong und Ross Abbey am anderen Ufer des Sees mußten wir leider rechts liegenlassen, aber da werden wir bei unserer nächsten Irland--Tour vorbeischauen. Das Wetter wurde aber etwas zweifelhaft, und wir hatten uns ziemlich verirrt, so daß wir den Rückweg zur N 59 vorzogen, um sicher nach Oughterard in das mittelmäßige Lough--Corrib--Hostel zu kommen.

Abendessen: Schweineschnitzel (kein Meerschweinchen!) mit Reis und Paprika--Tomaten--Soße.
ca. 40km

22.Tag

22.Tag: Oughterard – Maam's Cross – Recess – Kylemore Abbey – Letterfrack

Oughterard verließen wir bei (typischem) Connemara--Wetter (Gegenwind, ab und zu Schauer) auf der N 59, und kamen über den Touristen--Knotenpunkt Maam's Cross nach Recess, wo wir nach rechts durch den Gebirgszug stießen, auf einer herrlichen Straße (R 344) am Lough Inagh entlang, bis wir wieder auf die N 59 kamen, die über Clifden außenherum führte. Gleich bei der Einmündung liegt die bekannte Kylemore Abbey, die wir natürlich besichtigen mußten. Von hier aus konnten wir zum ersten mal bei unserem eigentlichen Wunsch-- Hostel für die nächste Nacht, dem Killary Harbour Hostel (An Oige) anrufen. Bescheid um 5 Uhr nachmittags: Kein Bett mehr frei! Mist! Aber glücklicherweise fanden wir im Independent Hostel--Verzeichnis noch das Letterfrack Abbey Hostel, daß wir vorher irgendwie übersehen hatten. Ein Anruf genügte, und die Betten sowie ein warmes Abendessen aus der hauseigenen Vollwertküche waren gesichert.

Abendessen: Greek Bean Soup, vegetarisches Moussaka, Lamb Kebap, Cheese cake (nicht selbstgekocht)
60km

23.Tag

23.Tag: Letterfrack – Leenane – Westport

Dieser Weg war wenigstens einfach zu finden: Immer der (nicht stark befahrenen) N 59 nach, die uns durch die herrliche Landschaft des Connemara führte, entlang dem einzigen irischen Fjord (Killary Harbour). Übrigens ein ziemlich komisches Gefühl, wenn mitten in den Bergen plötzlich Salzwasser fließt... Leider mit Speichenbrüchen, die sich in Leenane auch nicht beheben ließen, obwohl trotz Bank holidays (den einzigen wirklichen irischen Feiertagen, an denen eigentlich niemand offen hat) ein kleiner Alles--Lades geöffnet hatte, dessen Inhaber auch gerne bereit war, uns zu helfen (er reiste dazu, von seinem Sohn gerufen, extra aus dem Nachbardorf an), es aber nicht konnte :-(. Dann bei besserem Wetter durchgefahren bis Westport (bangend um mein Hinterrad), wo wir uns im Independent Hostel (etwas schmutzig und mufflig) einquartierten.

Da kein Laden offen hatte (Bank holidays' sunday), und auch am Montag noch Bank holidays waren, bestand erst am Dienstag eine Möglichkeit zum Reparieren. Leicht frustriert erklärten wir unsere Radtour, die uns eigentlich noch bis Sligo führen sollte, für vorzeitig beendet und planten die Rückkehr nach Dublin per Bus.

Abendessen: Curry--Reis mit Zwiebeln, Pfirsich und Birnen
54 km

24.Tag

24.Tag: Westport

Ruhetag in Westport. Eingekauft und `rumgefault, nachmittags in die Stadt, ein gemütliches Tea--House gesucht, dort postkartenschreibend (3h Mammut-Tour) die Auslagen leergemampft.

Abendessen: Gefüllte Pfannkuchen, zunächst mit Pilzen, Hackfleisch und Paprika, später mit Marmelade...
10km

25.Tag

25.Tag: Westport – Castlebar – Roscommon – Dublin

Große Überland--Busfahrt nach Dublin. Früh morgens um 7:30 Abfahrt in Westport (da war noch nicht einmal der Bäcker unterwegs, am normalen Werktag), dann Expressway--Fahrt auf irischen Straßen. Eine äußerst harte Erfahrung!! Heizender Busfahrer über Huckel--Straßen :-). Fahrrad--Transport ist übrigens kein großes Problem: Bis zu zwei Räder können ins Heckfach (man hört sie dann unter sich scheppern...).

In Dublin Einkehr ins bekannte International Hostel (An Oige), weil wir durch die Umdisponierung so schnell nichts anderes bekommen haben.

Abendessen: kalt.
ca. 300km

26.Tag

26.Tag: Dublin

Morgens Umzug ins ISAAC's Hostel, wo wir zwar auch nicht gerade billig, dafür aber komfortabler und besser überwacht schlafen konnten (In Dublin konzentriert sich so ziemlich die gesamte Kriminalität Irlands). Dann große Stadttour: Besichtigung des Trinity College, incl. Long Room und dem faszinierenden Book of Kells, bei dem man zwar eine halbe Stunde anstehen muß, um es zu sehen, aber die vier Seiten, die man dann zu Gesicht bekommt, lohnen sich wirklich, und ein Aufenthalt im Long Room ist auf jeden Fall beeindruckend. Danach Bummel durch die verschiedenen Shopping Centres, Grafton Street, St. Stephen's Green. Dort vollgefressen, machten wir uns noch auf den Weg in den Phenix Park, wo wir rumfläzten und uns schließlich auf der Suche nach unserem alten Freund Dennis herrlich verirrten (in Irrland!). Leider hatte Dennis' Pub noch geschlossen, und wir mußten in der Loungs Olympia anschauen...

Zurück im ISAAC's wollten wir dann Tortellini mit Käse--Sahne--Soße machen, aber die Platten dort, waren so unsäglich, daß ein paar Liter Wasser aus dem Boiler noch 65 min. brauchten, um endlich so auszusehen, als würden sie bald anfangen, zu kochen. Naja... Trotzdem gut geschmeckt. Abends noch ein Stadtbummel und Cafe--Besuch...

Abendessen: s.o.

27.Tag

27.Tag: Dublin

Weiter Stadtbummel, Besuch im Irish Museum of modern Art, Gondelei überall durch die Stadt, mal in andere Museen geschaut und wieder in den Shopping Centres den Wanst vollgeschlagen (keine Angst, ich bin wieder auf 65kg/190cm). Abends gut italienisch Essen gegangen, und noch ein letztes Mal Irland genossen, da morgen unser Flugzeug nach Köln ging. Frust.

Aber die Pläne für die nächsten vier Wochen standen schon fest: Mehr Connemara, Donegal, und auf jeden Fall eine Weile in Fanore!

Soso, das war's. Dank an alle, die bis hierher durchgelesen haben, und viel Spaß bei Euren Radtouren. Für Resonanz bin ich immer offen.

Thomas Riehm.