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Vier Wochen auf Gotland

Karl Brodowsky 1998-07-03 bis 1998-08-02, geschrieben 1998

Vierte Woche

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(1) 1998-07-27

Wir fuhren einmal wieder nach Tingstäde. Diesmal fuhr ich zwischendurch einmal um den See herum, und Karin machte auch eine kleine Runde in Richtung Hejnum, während wir dort waren. Als wir zurückgekommen waren, suchte ich mit Bernhard und Ulrich nach einer Wassermühle in der Nähe von Slite. Wir fanden eine Windmühle und dachten, uns verlesen zu haben. Aber es sollte wirklich eine Wassermühle geben, wie ich nach der Rückkehr herausfand.

Abends machte Karin eine kleine Runde nach Vägume zu den Kalkbrennereien gegenüber von Slite auf der anderen Seite der Bucht.

(2) 1998-07-28

Auf dem Weg nach Fårösund gab es natürlich wieder einige Orte mit tollen mittelalterlichen Kirchen. Eine besonders schöne stand in Bunge, kurz vor der Fähre nach Fårö. Dort gab es außerdem ein großes Freilichtmuseum und ein Schulmuseum. Das war wohl genau das richtige und wir fuhren mit dem Bus dorthin.

Irgendwie war das Freilichtmuseum so spannend, daß wir gar nicht so viele andere Dinge ansahen. Es gab dort jede Menge Häuser aus den verschiedensten Jahrhunderten und auch Windmühlen mit fünf oder sechs statt der üblichen vier Flügel pro Rad. In einer Mühle wurde eine Kartoffelreibe angetrieben.

Abends machte ich eine kleine Runde über die Nebenstraßen, die zwischen der N 147 und der Straße nach Tingstäde verlaufen. Die waren überraschenderweise oder eben auch ganz normal einfach asphaltiert und teilweise beleuchtet.

(3) 1998-07-29

Nun fuhren wir noch einmal wieder nach Tingstäde. Diesmal war das mit dem Wetter nicht so eindeutig gut, sondern eher schlecht. Es regnete nämlich ganz ordentlich. Zum Baden ist das egal, denn Schwimmen ist bekanntlich wie Rudern ein Wassersport, also kein Grund, über den Regen zu klagen. Aber nach dem Bad hatten wir doch genug vom See und dessen Strand und beschlossen, zu Fuß zurückzugehen. Der Weg durch das Militärgelände war uns ja nicht verwehrt und so kamen wir auf ziemlich ruhigen Wegen bis in die Nähe von Slite. Dabei konnte Heidrun doch auch auf dem parallel zur Industriestraße verlaufenden Abschnitt unseres Weges die von ihr "strilastrala" genannten Industrielastwagen sehen.

Abends war das Wetter wieder gut und ich machte meine schönste Fahrradrunde. Ich fuhr auf der N 147, N 148 und N 149 durch Lärbro hindurch und dann am Nordufer der Insel entlang. Abgesehen von einem Kalkwerk an dem die Straße vorbeiführte, fuhr ich teilweise direkt auf dem Steinstrand, so nah am Wasser war die Straße gebaut worden. In Bläse war dann ein Industriemuseum, das natürlich schon zu hatte, und dann war die Straße zuende, jedenfalls die asphaltierte. Ein Stück zurück gab es eine andere Straße und die führte so ungefähr an der Küste entlang nach Bunge, von wo aus ich auf den üblichen Straßen zurückfuhr.

(4) 1998-07-30

Diesmal wollten wir wieder ein bißchen von Slite aus Wandern. Wir folgten im wesentlichen einer ehemaligen Bahnlinie, die jetzt ein Fußweg war. Irgendwo sollte es ja eine Wassermühle geben und überhaupt natürlich eine schöne Aussicht auf den See. Mit der Wassermühle wurde das nichts, aber die Wanderung war trotzdem schön.

Abends machte ich mich mit Ulrich noch einmal auf den Weg. Wir fuhren in Richtung Tingstäde und dann überquerten wir auf der Brücke die Industriestraße. Irgendwie fanden wir dann doch noch die Wassermühle und da konnte ich dem Ulrich eine ganze Menge zeigen.

(5) 1998-07-31

Traurig, aber wahr: Das Ende der Ferien war nicht mehr so ganz zu übersehen. So mußte ich das Fahrrad nach Visby zurückbringen und bei der Vermietung abgeben. Also brach ich morgens irgendwann auf, um in die Stadt zu fahren. Im Anhänger hatte ich schon einen Teil unseres Gepäcks, den wir nicht mehr in Slite brauchten. Das kam in Visby in ein Schließfach. Die Strecke war wieder sehr schön zu fahren, wenn es auch mit dem starken Gegenwind etwas länger dauerte.

Es gab noch einen letzten Einkauf in Visby, wo ich insbesondere in einem Buchladen ein paar Sachen bestellt hatte, die aber doch noch nicht angekommen waren. So einigten wir uns darauf, daß ich meine Adresse hinterlege und die Bücher sofort bezahle und später per Post bekomme. Sie sind angekommen.

Zurück mußte ich dann mit dem Bus fahren. Nun hatten wir noch unseren letzten Nachmittag und da machten wir uns noch einmal auf den Weg zum Strand. Dort gab es einen Zeltplatz und folglich einen Minigolfplatz. Die Kinder wollten auch mitspielen, jedenfalls Bernhard und Ulrich. Heidrun lieh sich außer Konkurrenz gelegentlich einen Ball und Schläger aus. Wir waren so etwas länger mit den einzelnen Bahnen beschäftigt, aber die anderen Besucher haben doch verstanden, daß man die Reihenfolge durchaus auch vertauschen kann.

Nach dem Minigolfspiel war es eigentlich schon sehr spät, viel zu spät für normale Verhältnisse, aber Heidrun wollte natürlich noch baden. Ich meinte etwas leichtsinnig, daß es zu starke Wellen gebe, aber das wollte sie dann mit mir nochmal genauer ansehen. Da waren tatsächlich ziemliche Wellen, aber ihr Kommentar lautete: "Da sind keine großen Wellen, da kann man so zack schwimmen gehen." Aber als sie das Wasser wenigstens gesehen hatte, war sie schon zufrieden. Traurig gingen wir nach Hause, wir mußten noch alles einpacken und das Haus wieder in Ordnung bringen.

(6) 1998-08-01

Am nächsten Morgen ging es recht früh los, wir mußten schon um 5:45 mit dem Bus fahren. Das Frühstück hatten wir deshalb auf die Fährfahrt verschoben. Dann kamen wir in Visby an und fuhren mit dem Schiff diesmal nach Oskarshamn statt nach Nynäshamn. Oskarshamn bot direkt neben dem Bahnhof einen schönen kleinen Park mit einem tollen Spielplatz, wo wir einen kleinen Spaziergang machten. Dann ging es weiter nach Nässjö, von wo aus wir dann einen D-Zug nach Malmö nehmen konnten. In Malmö hatten wir wieder ein paar Stunden Zeit, für die wir unsere Koffer und Rucksäcke ins Schließfach sperrten und einen wunderschönen Stadtrundgang machten. Wieder im Bahnhof stellte sich heraus, daß unser Schlafwagen für die Kinderwagen und das Gepäck zu klein war, aber daß ein komplettes Liegewagenabteil ausreichen würde und obendrein billiger käme. So haben wir das noch spontan umgebucht und wieder einmal war es nicht so leicht, die Kinder dazu zu überreden, einzuschlafen, weil ja alles so spannend war. Aber sie waren dann doch so müde.

(7) 1998-08-02

Der Zug fuhr in Trelleborg auf ein Schiff und dann über Rügen nach Berlin. Karin machte noch eine kleine Runde durch das Schiff, um die letzte Chance zum Einkauf von Marabu-Schokolade wahrzunehmen. Ich legte mich gleich schlafen. Morgens kamen wir in Berlin Ostbahnhof an und erfuhren, daß unser Interregio während unserer Ferien vom Ostbahnhof nach Lichtenberg verlegt worden war. Mit einer kurzen S-Bahn-Fahrt kamen wir dorthin und konnten danach ohne Umsteigen bis nach Singen fahren. Singen - Schaffhausen war dann wieder unsere alte und bekannte Strecke und den Weg durch Schaffhausen fanden wir dann auch noch. Damit waren sehr schöne, erholsame und interessante Ferienzeit zuende gegangen. Lassen wir uns einmal überraschen, was wir im nächsten Sommer unternehmen werden.

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