Home »» Reiseberichte »» Nordeuropa »» Schweden »» Familienradtour 1994

Familienradtour in Schweden, Norwegen und Deutschland

Karl Brodowsky, gefahren 1994-07-21 - 1994-08-25, geschrieben 1994

Teil 1: Von Göteborg zum Nordufer des Vänersees

[Anfang] [Ende]

Wir waren bei dieser Familienradtour zu viert: Ulrich (damals 1 Jahr), Bernhard (damals 3 Jahre), Karin (Altersangabe verweigert) und Karl (das ist der Autor dieses Textes). Fahrräder hatten wir nur insgesamt zwei mitgenommen, auch wenn dadurch in unserer Garage noch so manches dieser schönen Verkehrsmittel zurückbleiben mußte. Die Kinder saßen im Anhänger (Leggero). Aber erstmal war ich in Heidelberg. Zufällig war aber zu der Zeit, als es so langsam losgehen sollte, die einigermaßen vorteilhafte Ausgangssituation gegeben, daß Karin und die Kinder und vor allem die Fahrräder und sogar der Anhänger schon im Rahmen eines etwas früher begonnenen Urlaubs in Schleswig-Holstein waren. So mußte ich mich nur mal eben für knappe 6 Stunden in den einen oder anderen Zug setzen und dann konnte man in Kiel weitersehen.

Mit der Gepäckmenge ist das zu viert bei zwei Fahrrädern nicht ganz einfach, aber wir schafften es irgendwie doch, so ungefähr alles unterzubringen und den Rest auch noch mitzunehmen, ohne daß wir deshalb freihändig fahren mußten, um die paar übrigen Taschen noch in den Händen zu halten. Jeder von uns vieren bekam eine hintere Packtasche für Kleidung und die wurde auch gleich mit einem wasserunlöslichen Stift beschriftet, wobei wir uns praktischerweise jeweils den letzten Buchstaben des Vornamens aussuchten, weil der erste oder zweite oder dritte Buchstabe oder ein Buchstabe des Nachnamens nicht der beste Garant gegen Verwechslungen gewesen wäre. Die vorderen Packtaschen wurden zur besseren Übersicht entsprechend beschriftet, auch wenn deren Inhalt jeweils für uns alle war. Das hat sich auf der ganzen Tour als sehr praktisch erwiesen, weil man zumindest gegen Ende wirklich wußte, was man wo zu suchen hatte. Dann kam noch ein Seesack, den wir der Einfachheit halber aufgrund einer alten Familientradition als den Bären bezeichneten, mit Zelt, Kochgeschirr, Isomatten, Wickelzeug und Regenzeug auf mein Fahrrad und ein wasserdichter Ortliebsack mit den vier Schlafsäcken auf Karins Fahrrad und vorne noch jeweils ein kleinerer, aber ziemlich schwerer Rucksack mit Essen, Papierkram, Spielsachen für die Eltern (Kamera) und allem, was sonst noch so übrigblieb. Etwas paßte auch noch in den Anhänger, zum Beispiel etliche Liter Wasser, wovon wir insgesamt bis zu 7 1/2 Liter in verschiedenen Flaschen dabei hatten, und nach jedem Einkauf noch etwas Milch, Brot und andere Dinge, vor allem aber auch ein paar Spielzeuge für die Kinder.

So ging es dann an Bord der Stena-Fähre, die uns nach Göteborg bringen sollte. Die kontrollierten kaum unsere Fahrkarten und beanstandeten auch schon gar nicht die Tatsache, daß wir vielleicht für zwei Fahrräder etwas übergewichtig waren. Immerhin wog mein Gespann wohl etwa 180 kg, wenn es mit drei Personen besetzt war, eher mehr als weniger. Das war jedoch wie das Frühstück im Fahrpreis enthalten, der dann auch letztlich zusammen mit der billigsten Kabine, die man zwei Monate vorher noch reservieren konnte, ganz schön hoch war. Jedenfalls war er viel höher als der Preis der Bahnfahrt nach Kiel insgesamt und etwas höher als der Preis der eigentlich viel schöneren Fähre von Kiel nach Oslo gewesen wäre. Die wollten wir aber nicht benutzen, weil man dort erstmal kaum am Ankunftstag aus dem Stadtverkehr herauskommt und weil die Berge, die man dann sehr bald gehabt hätte, vielleicht auch nicht gerade einen gemütlichen Anfang der Tour gewährleistet hätten.

Die Seefahrt war sehr schön, denn wir konnten bis 6 Uhr morgens einigermaßen gut schlafen. Dann begannen aber so langsam die nicht abschaltbaren Lautsprecherdurchsagen, damit um diese Zeit schon die ersten zum Frühstück kämen und um 8:00 beim Anlegen wirklich alle in den Startlöchern sein konnten, weil das Schiff um 8:30 oder besser noch um 8:15 geräumt sein sollte. Karin ließ sich aber trotzdem beim Frühstücken mit den Kindern Zeit bis zum absoluten Rausschmiß, während ich schon alleine die Fahrräder startklar machte, so daß den beiden Kleinen das Erlebnis erspart blieb, beim Anlassen von ungefähr 40000 Pferdestärken in Gestalt von Lastwagen- und Automotoren dabeizusein.

Aber wir fuhren dann auch ziemlich bald von Bord, als nur noch von gewissen Leuten, die wohl nicht einmal als Busfahrer genommen worden waren, mit speziellen Zugmaschinen die Sattelauflieger aus dem Schiff entladen wurden. Danach zwängten wir uns durch den Göteborger Stadtverkehr, wobei wir dem Ostufer des Götaälv folgten, was uns weitgehender vor Querverkehr als vor Baustellen bewahrte. In dieser Richtung kommt man aber relativ schnell aus der Ortsdurchfahrt heraus auf die zunächst vierspurige, aber immerhin kraftfahrtstraßenfreie und kreuzungsfreie N 45 (bis Bohus N 45/E 6), die wenigstens so wenig befahren war, daß eine Baustelle mit Fahrbahnhalbierung keinen Stau verursachte. Es gab neuerdings dort auch so manche kleine Teilstrecke mit einem Radweg, der aber jeweils konsequent dazu neigte, irgendwann nach rechts abzubiegen, wo wir geradeaus fahren wollten. So gewöhnten wir uns gleich an, den Ra(n)dstreifen gegenüber irgendwelchen Radwegen zu bevorzugen. Diese Straße soll übrigens bis etwa 2012 ersatzlos wegfallen, da man darauf verzichten will, Radfahrern eine legale und schnelle und einfache Möglichkeit zu bieten, von Göteborg nach Trollhättan zu fahren. Stattdessen soll dort nur noch eine Autobahn verlaufen.

Irgendwann hörte auch die Vierspurigkeit auf und wir sahen das dann als das eigentliche Ende Göteborgs und damit als Anlaß für eine erste wohlverdiente Pause an, sobald sich ein geeigneter Platz bot. Der tauchte auch bald neben der Nationalstraße in Form einer ehemaligen Skatebord- oder Rollschuhbahn auf, die noch nicht von den ganz kleinen Diätmantas zur Sandkastenautorennbahn mißbraucht wurde. 35 km nördlich von Göteborg hörte sogar die Beleuchtung auf, aber die Straße ging trotzdem noch weiter, mindestens bis Trollhättan. Das sollte uns für den ersten Tag auch schon reichen, zumal wir auf die abwegige Idee kamen, ohne Ordnungswidrigkeiten vom südlichen Ortsrand bis zum Zeltplatz zu fahren, was neuerdings durch eine explizite Benutzungspflicht für irgendwelche aufwendig verkehrsberuhigten Radwege erschwert worden ist. Für den zweiten und dritten Tag sollte uns das auch reichen, denn wir legten bei dem dortigen Zeltplatz gleich zwei Ruhetage ein und besichtigten an einem Tag das Kraftwerk und die Schleusen in Trollhättan selbst und fuhren am anderen Tag nach Vänersborg zum Baden.

Das Kraftwerk ist ein etwas älteres Bauwerk, genaugenommen das älteste größere Wasserkraftwerk in Schweden, bei dem man noch direkt etwas von der Besichtigung hatte. Mit 36 Höhenmetern und einem ganz schön großen Wasservolumen ist es aber doch unter den großen Kraftwerken eines der kleinsten. An manchen Tagen wird sogar der Wasserfall, der eigentlich zugunsten der Elektrizitätsgewinnung trockengelegt worden ist, kurz eingeschaltet, aber das betraf uns diesmal natürlich nicht. Bei den Schleusen konnte man sehr viele Generationen von Schleusentreppen sehen, die teilweise noch aus dem vorigen Jahrhundert stammten.

Aber wir wollten dann auch nicht gleich den ganzen Urlaub an einem Ort verbringen und machten uns dann einmal wieder mit dem ganzen Gepäck auf den Weg nach Osten. Hier hat sich leider eine etwas unerfreuliche Änderung in der Art der Fahrbahneinteilung ergeben, weil die beiden breiten Radstreifen zugunsten breiterer Spuren aufgegeben worden waren und am rechten Fahrbahnrand eine breite Linie eingezeichnet worden war, die rechts nicht genug Platz für das Fahren mit Anhänger ließ und auf der man auch nicht fahren konnte, weil sie deutliche Unebenheiten aufwies. Trotzdem war es noch ganz angenehm zu fahren, weil die Spuren wirklich so breit waren, daß das Überholtwerden innerhalb einer Spur überhaupt kein Problem war.

In der Hoffnung, etwas mehr vom Vänersee zu sehen, folgten wir auf der zweiten Hälfte des Weges statt der N 44 einer asphaltierten Straße, die näher am Ufer verlaufen sollte. Das stimmte wohl auch, aber nah genug war es auch wieder nicht, dafür trotzdem auch eine ganz schöne Strecke durch viele Wälder und an Steinzäunen entlang, die uns eine angenehm erholsame Pause im Garten einer Kirche ermöglichte, weil dessen Tor von innen für die Kinder nicht zu öffnen war und von außen nicht von Autos durchdrungen wurde.

Die Kinder schliefen übrigens oft tagsüber im Anhänger. Abends waren sie dann fit, als wir müde waren. Im Laufe der Zeit spielte es sich dann aber so ein, daß sie etwa gleichlange wie wir in der Nacht schliefen, was sich als sehr praktisch erwies, nachdem wir uns schon sehr am Anfang der Reise von dem Gedanken verabschiedet hatten, die normalen Schlafzeiten zu halten.

In Lidköping gab es an der Stelle, wo diese Straße auf den Ort stieß, einen sehr schönen Zeltplatz direkt am Seeufer, wo man schön baden konnte, theoretisch sogar im daneben liegenden Schwimmbad, allerdings nur zu dessen Öffnungszeiten. Für das Aufwärmen der Milch für die Kinder brauchte man nicht auf die Kochplatten, die es auf jedem Zeltplatz selbstverständlich irgendwo in einer für dessen Gäste zugänglichen Küche gab, zurückzugreifen, sondern es gab sogar ein Mikrowellengerät. Da blieben wir dann auch gleich zwei Nächte und sahen uns an dem Ruhetag das Schloß Lackö auf einer durch eine Brücke und etwa 20 Kilometer Fahrt erreichbaren Insel an. Dort badeten wir dann auch gleich noch im Vänersee. Bei der Abfahrt wurden wir sogar gefilmt, nachdem der Anhänger vor dem Schloß schon einigermaßen viel Aufmerksamkeit genossen hatte. Die Rückfahrt ging sehr schnell, obwohl die Straße eigentlich ziemlich hügelig war. Es machte uns da irgendwie Spaß, trotzdem einigermaßen gute Fahrt zu machen.

Nun sah die ursprüngliche Planung vor, so langsam zu dem anderen großen See zu kommen, den Vättersee nördlich zu umrunden und dann vielleicht noch die Inseln Öland oder Gotland oder sogar beide anzusehen. Aber wie das so ist, werden Pläne meist nicht erfüllt. Wir wollten uns jedenfalls plötzlich nicht mehr damit zufriedengeben, die ganze Zeit so weit im Süden zu bleiben, zumal der extrem warme Sommer mit Tagestemperaturen um die 30 Grad eine einmalige Chance versprach, auch weiter im Norden noch ein schönes Wetter vorzufinden.

So ging es dann am nächsten Tag für unsere bescheidenen Verhältnisse mit 93 Kilometern etwas weiter voran als sonst. 200 km an einem Tag haben wir nämlich mit den Kindern nie geschafft, nicht einmal 100 km. Die 93 km waren aber teilweise darauf zurückzuführen, daß wir uns wieder auf kleine Umwege einließen, was uns etwa eine längere Pause bei einer romanischen Kirche in Västerplana und eine Begegnung mit anderen, vorher von uns überholten Radlern aus Deutschland, die auch dort eine Pause machten, ermöglichte. Die nächste Pause war irgendwo im Wald an einer Stelle, die sich vielleicht auch für eine Übernachtung angeboten hätte, wenn wir nicht so langsam Interesse an einem Zeltplatz mit einer Waschmaschine entwickelt hätten. Irgendwo vor Mariestad stießen wir endlich auf die E 3 (neue Numerierung: E 20), der wir vielleicht 20 km folgten, bis wir hinter Mariestad auf die N 64 nach Norden abbogen, um dem Ostufer des Vänersees zu folgen. Das war übrigens eine ganz schöne Strecke, auch wenn man bei weitem nicht dauernd das Ufer sehen konnte und wenn es überraschenderweise immer auf und ab ging, obwohl das Ufer selbst ja eigentlich ungefähr so flach wie die Wasseroberfläche des Sees sein sollte.

Einige Kilometer nördlich des Götakanals, der Göteborg über die beiden großen Seen mit der Ostküste verbindet, fanden wir einen niedlichen kleinen Zeltplatz, der übrigens so schön gelegen war, daß sich einige Leute anscheinend ganzjährig ihren Platz darauf reserviert hatten. Das ist eine Erscheinung, die ich in Skandinavien in dieser Form zum ersten Mal zu sehen bekam. Vielleicht war dem so, weil die dortigen Zeltplatzregeln diese Jahresmiete nicht gerade begünstigen und etwa Wohnwagen ohne Räder und Nummernschild oder ausgesprochene Zäune und ähnliche dauerhafte Einrichtungen, wie man sie auf Zeltplätzen in Deutschland oder in den Niederlanden schon einmal vorfindet, nicht dulden. Ein ganzes Jahr wollten wir uns dort zwar nicht aufhalten, aber zwei Nächte, zwei herrliche Sonnenuntergänge über dem See mit seinen vielen Inselchen und ein Badetag ohne Fahrradbenutzung wurden es dann doch einmal wieder, wenn man davon absieht, daß Karin eine etwas längere Fahrt zur nächsten Einkaufsgelegenheit unternahm.

Der nächste Tag führte uns auf der bewährten und von relativ wenigen Autos benutzten N 64 weiter nach Norden, wobei wir eine nette Pause an einem Hügelgrab machten. In Kristinehamn erlebten wir den ersten kurzen Regen, der uns aber kaum störte, weil wir uns zu der Zeit in einem überdachten Bereich bei einer Einkaufspause aufhielten. Als wir wieder weiterfahren wollten, war das Wetter wieder trocken, aber die E 18 war noch vom Regen ganz durchnäßt. Zufällig war genau der Abschnitt dieser Straße, den wir benutzen wollten, nicht durch eine parallele A 18 begleitet, so daß wir ohne Ordnungswidrigkeiten und ohne komplizierte Suche nach einer schlecht gekennzeichneten Europastraße dorthin kamen, wo wir den Vänersee erst einmal verlassen wollten. Von dort wollten wir dann wirklich etwas mehr nach Norden vorzudringen. Die N 240, die uns dabei zunächst nützlich sein sollte, erwies sich als fast autofrei. Vor allem war es an deren Anfang auch möglich, eine schöne Stelle im Wald zu finden, die unseren Fahrrädern nebst Anhänger und vor allem unserem Zelt für eine Nacht Platz bot. Die Milch mußte dann ausnahmsweise auf dem Esbitkocher erwärmt werden, ansonsten war das kein größeres Problem, weil wir kurz vorher bei einer Pause auf einer abgemähten Wiese in einem nahegelegenen Dorf unsere Wasservorräte wieder aufgefüllt hatten.

Teil 2: Durch das Klarälven-Tal nach Norwegen

[Anfang] [Ende]

Die N 240 führte bis auf einen Ort durch fast unbewohntes Gebiet und an vielen mittelgroßen Seen vorbei, deren Wasser wir uns bezüglich der Trinkbarkeit auch weitestgehend anvertrauten. Ansonsten ging es ganz schön hoch und runter, auch wenn teilweise die in die Felsen geschnittene Trasse das ganze etwas abmilderte. Aber jetzt begann es sich langsam abzuzeichnen, daß die 180 kg mit mir als Fahrer bergauf einfach langsam waren, womit ich so etwa die Geschwindigkeiten zwischen 3 und 5 km/h meine. Da konnte man nichts ändern, zumal Schieben mit einem derart schweren Gespann wohl wirklich überhaupt keinen Spaß machen würde und zum Glück auch nicht nötig wurde. Vielleicht hätte mir Bernhard beim Schieben ja geholfen, zumindest hätte er selber gehen können, um mir seine 17 kg zu ersparen. Aber das haben wir eigentlich nie so gemacht. Wegen der vielen Berge und der wenigen Orte wurde es abends allmählich unsicher, ob wir noch Milch bekommen würden oder unseren Milchpulvervorrat verkleinern müßten. Aber irgendeine Tankstelle in Uddeholm in der Nähe von Hagfors hatte dann doch Wasser (umsonst), Milch und sogar Brot. Damit trauten wir uns dann auch, nach ein paar Kilometern die nächste geeignete Stelle im Wald zum Zelten aufzusuchen. Wir hatten wieder einmal das Glück, daß wieder der erste von uns diesbezüglich untersuchte Waldweg tatsächlich ein Treffer war und eine höchstens mit Mücken belastete Stelle bot, die nicht einmal von der Nationalstraße aus einsehbar war. Nur ein kleiner Hund fand uns morgens beim Zeltabbauen.

Wir folgten dann der N 62 nach Ekshärad, wo wir ursprünglich die Übernachtung vorgesehen hatten, und machten dort stattdessen eine schöne Mittagspause bei dem am Klarälven liegenden Zeltplatz. Bei der Weiterfahrt durch das Tal wurde es allmählich immer enger und die Berge zu beiden Seiten wurden immer höher, so daß durchaus von Mittelgebirge die Rede sein konnte. Das brauchte uns ja nicht langsam zu machen, da wir ja im Tal blieben, wenn man davon absieht, daß die N 62 natürlich durchaus am einen oder anderen Rand des Tales gelegentlich hochkletterte. Das Flußtal dient auch heute noch dem Holztransport, allerdings wird seit 1991 nicht mehr Holz im Flußlauf geflößt, sondern mit Lastzügen von einer Größe, wie es sie in Deutschland bei weitem nicht gibt, transportiert. Zum Glück für uns wächst das Holz aber so langsam, daß dadurch kein nennenswertes Verkehrsaufkommen zustandekommt. Kleine Flöße gab es trotzdem noch, aber die waren sehr klein und dienten gut zahlenden Touristen, die es als besonderes Ferienvergnügen ansahen, eine kleine Menge Holz auf diese Art zu transportieren. Andere mieteten Kanus, um ein Stück stromab zu paddeln und sie weiter unten zurückzugeben. Da wurden wir fast etwas neidisch auf die Leute, die die ganze Zeit so viel Wasser um sich herum hatten. Bald änderte sich unsere Meinung, als wir das Wasser von oben kommen sahen und es auf beiden Seiten blitzte. Als Paddler muß man so etwas ja tolerieren, denn das ist ja ein Wassersport. Aber wir waren ja keine Paddler und wir blieben auch davon verschont. Wir nahmen nur wahr, daß es in unserer Nähe regnete.

Abends gingen wir auf einen kleinen Zeltplatz in Stöllet, der bedingt durch eine Kurve des Flusses auf einer Halbinsel lag. Dort blieben wir dann auch gleich für zwei Nächte, zumal es uns gut gefiel, daß dort die Kinder auf dem Zeltplatz herumlaufen konnten, da sich die paar Autos mit ausgeschaltetem Motor ganz gut beaufsichtigen ließen. Nachts um eins mußten wir allerdings irgendwelche Leute, die kein Schwedisch zu können schienen, überreden, ihre armdicken Häringe doch nicht zu der Zeit einzuschlagen, was ihnen dann auch einzuleuchten schien. Am nächsten Tag stellte sich heraus, daß es ganz nette Pfadfinder waren, die beim Paddeln unseren Regen abbekommen hatten. Sie hatten ein sehr traditionelles schwarzes Zelt und teilten dieses mit einem 14-jährigen behinderten Kind, das sonst nicht so leicht Gelegenheit zu so einem schönen Urlaub gehabt hätte.

Tagsüber konnten wir mit unseren Kindern sehr schön am durch die Dürre besonders breiten Flußufer baden, spielen und kleine Kanäle bauen, die nach kurzer Zeit ungefähr 50 Meter Gesamtlänge erreichten, weil Bernhard immer neue Bauwünsche äußerte. Nebenbei ließen wir noch die Waschmaschine des Zeltplatzes gegen eine geringe Gebühr für uns arbeiten. Ich machte noch mit Bernhard eine kleine Einkaufsfahrt in den Ort Stöllet. Das war erstaunlicherweise trotz des dünnen Straßennetzes in Form einer kleinen Rundfahrt mit schönen Aussichten von der N 45 aus möglich, die beim Zeltplatz ins Tal absteigt und die N 62 kreuzt und früher auf den etwas südlich gelegenen Ort Stöllet stieß.

Hier bot sich nun wieder die Möglichkeit, auf der N 45 weiter nach Dalarna zu fahren. Aber irgendwie hatten wir noch nicht das Bedürfnis, uns von dem schönen Fluß zu trennen und entschlossen uns, erst eine Straße weiter nördlich abzubiegen. Eine solche Entscheidung hat natürlich bei einem derart grobmaschigen Straßenetz, das fast nur aus Nationalstraßen und unasphaltierten Feldwegen besteht, schon eine gewisse Tragweite für die nächsten paar Tage. Obwohl der Norden Värmlands sehr dünn besiedelt oder fast unbewohnt ist, kamen gerade im Klarälvtal doch immer wieder ein paar Orte, wenn auch langsam der Abstand dazwischen immer größer wurde.

In Höljes, das ein solcher Ort mit vielleicht 200 oder 300 Einwohnern ist, gab es immerhin so manches an Infrastruktur, etwa eine Post, eine Bank, einen Spielplatz, eine Tankstelle, ein Hotel, eine Jugendherberge, einen Zeltplatz, ein Freilichtmuseum, einen Laden, eine Bushaltestelle, wo Fahrzeuge hielten, die vorne Bus und hinten Lastwagen waren, eine Touristeninformation, ein Freibad und sogar ein Kraftwerk und nebenbei auch noch gleich zwei Brücken über den Klarälven und eine teilweise asphaltierte Autorennbahn. So viel auf einmal findet man nicht alle Tage, auch wenn uns das Hotel und die Jugendherberge nur äußerst wenig interessierten und wir das Freibad auch eher bedauerten, weil es nur wegen eines Badeverbots im Fluß errichtet worden war, das wiederum mit dem Kraftwerk zusammenzuhängen scheint.

Drei Nächte wurden es dann in Höljes, was zu einer Kraftwerksbesichtigung und einigen kleineren Wanderungen mit dem zum Kinderwagen umfunktionierbaren Anhänger Gelegenheit gab. Das Kraftwerk war aber doch nicht mitten im Ort, sondern einige Kilometer davon entfernt und noch nicht einmal auf einer guten Straße erreichbar. Da gab es dann endlich einmal Gelegenheit zum Schieben, weil die Kinder im Anhänger auf unasphaltierten Wegen so durchgeschüttelt werden, daß es völlig unrelevant ist, ob man diese Wege seinem Fahrrad und sich selbst zumuten würde oder nicht. Es kamen uns auch Leute entgegen, die meinten, es gebe kein Wasser, keinen Kraftwerksbetrieb und keine Besichtigung, aber davon ließen wir uns nicht entmutigen. Oben auf dem Staudamm konnte man dann nochmal die Einladung zur Besichtigung lesen. Treffpunkt war 15 Uhr und wir waren so ungefähr pünktlich, aber es war wirklich nichts los, denn zu der Zeit ging es im Ort beim Hotel los. Dies war eine Rücksichtnahme auf diejenigen, die den Weg nicht selber finden können, und eine Viertelstunde später ging es dann doch auch beim Kraftwerk los. Witzig war, daß der Staudamm nicht aus einer Betonwand, sondern aus einer Geröllschüttung mit verschiedenen Isolierschichten bestand. Das Wasser wird nicht unterhalb des Damms in den Fluß gelassen, sondern durch einen kilometerlangen Tunnel bis in die Nähe von Höljes geleitet, um diesen Höhenunterschied auch noch auszunutzen, so daß dazwischen ein ziemlich trockener Fluß zu sehen ist, der nur als Überlauf genutzt wird.

Eine Deutsche auf dem Zeltplatz, die Karin in der Küche des Zeltplatzes getroffen hatte, klagte darüber, daß bei den Temperaturen die Milch im Auto schlecht geworden war und daß es keine H-Milch gebe. Damit hatten wir nie Probleme, obwohl wir ständig Milch brauchten und deshalb manchmal sogar einen kleinen Vorrat davon im Anhänger hatten.

Auf dem Zeltplatz gab es übrigens zwei Wohnmobile, die anscheinend durch Umbau eines ausgewachsenen Busses entstanden waren. Der eine davon erschien erst zwei Tage später als wir dort und ließ einen gewissen Zusammenhang mit der Autorennbahn erkennen. Es zeichnete sich ab, daß ein gewisses motorisiertes Publikum, das man sich etwa nach einigem Fahren im Heidelberger Stadtverkehr leider ganz lebhaft vorstellen kann, wegen eines bevorstehenden Autorennens an Häufigkeit zunehmen könnte. Da machten wir uns dann lieber auf den Weg, der nun auf einer wunderbaren Straße wirklich durch die unbewohnte Wildnis führen sollte. Nur noch der Grenzort Långflon und das bekanntlich wegen seiner geringen Besiedlungsdichte fast unbewohnte Norwegen lagen vor uns, der Stausee mehr oder weniger neben uns.

Leider schliefen die Kinder zu den Zeiten, als man vielleicht dort hätte baden können und sie hatten Hunger, als wir ein ganzes Stück über dem See waren. Aber die Pause war trotzdem schön und danach war es dann nicht mehr weit bis zur Grenze. Sofort wurde die Straße besser, aber bald auch das Wetter schlechter. Wir gingen bei einer Pause schön am Trysilelv, wie der Klarälven in Norwegen genannt wird, spazieren, als plötzlich Regen kam, der noch gerade erlaubte, Ulrich schnell ohne vorheriges Aufspannen einer Plane zu wickeln. Danach bekamen die Kinder das Dach auf den Anhänger, das wir vorher fast die ganze Zeit offen gelassen hatten. Wir mußten mehr oder weniger damit leben, daß der Regen nicht so recht aufhören wollte.

Der Ort Trysil, nach dem der Fluß benannt ist und der schon die ganze Zeit als eigentliches Ziel der Straße auf allen Wegweisern stand, sollte einen Zeltplatz haben, wie man uns in Schweden mitgeteilt hatte. Sogar eine mündliche Beschreibung gab man uns irgendwo, nämlich so etwa in der Art, daß man sich kurz vor dem Ort Trysil einfach zum Flußufer wenden müßte. Das sollte also nicht weiter schwierig sein und wir nahmen in Nybergsund, das nach meiner Erinnerung von einer 7 Jahre früheren Radtour ganz kurz vor Trysil liegen sollte, die Brücke über den Fluß und die auf der anderen Seite sehr gut ausgebaute Straße. Da waren es dann aber doch noch 7 Kilometer (in Gedanken minus 2 für "kurz vorher"). Als "kurz vorher" dann überfällig war, fragten wir einmal an einer Tankstelle nach und die sagten uns, wir müßten durch Trysil durch und dort über die Brücke und auf dem anderen Ufer 2 Kilometer zurück nach Süden (in Richtung Nybergsund) zum Ortsrand, wo sich der Zeltplatz dann schon finden würde. Da fand er sich auch, und wir konnten unser Zelt an einer wunderbaren Stelle am Flußufer aufbauen, wo man sogar noch ganz gut baden konnte.

Teil 3: Über die Berge nach Schweden zurück

[Anfang] [Ende]

In Trysil selbst sahen wir uns an einem Ruhetag ein Freilichtmuseum an, wobei ich für einige Touristen, die kein Norwegisch verstanden, versuchte, irgendwelche dem eigentlichen Inhalt möglichst nahestehende deutsche Formulierungen zu erraten. Die Kinder verstanden ja auch kein Norwegisch, aber immerhin fragte Bernhard jetzt bei allen möglichen Dingen, wie die auf Norwegisch hießen, während ihn in Schweden die dortige Landessprache interessierte. Ulrich hielt sich mit dem Sprechen mehr zurück, da er ja auch alles, was er wollte, ohne Worte auszudrücken verstand. Wie dem auch sei, das Freilichtmuseum war sehr schön und man konnte sich direkt etwas besser vorstellen, wie die Leute dort einige Jahrhunderte früher so gelebt haben.

Am Nachmittag kam dann wieder etwas Regen auf, den die Kinder wieder im Anhänger verbringen durften, weil wir einen kleinen Ausflug auf der leeren N 26 nach Norden machten. Als das Wetter dann wieder besser wurde, machten wir eine Pause und brachten die beiden Kleinen dann wieder für den Rückweg in Sicherheit, als der Regen wieder anfangen wollte. Wir kamen noch zu einer halbwegs brauchbaren Zeit zurück und konnten noch ein paar Lebensmittelvorräte einkaufen, wobei wir den Ehrgeiz entwickelten, unser norwegisches Geld möglichst vollständig bis auf die noch fällige Zeltplatzgebühr auszugeben. Eine Krone blieb auch nur übrig, die als Andenken noch zu gebrauchen ist.

Auf dem Zeltplatz trafen wir übrigens eine größere Reisegruppe aus Liechtenstein und der Schweiz, die sich über die Touristen ärgerten, die in ihrer Heimat ihr Auto volladen, in Norwegen beispielsweise eine Bootstour machen, bei der dauernd wild gezeltet wird, und die letztlich nur ihren Müll und ihre Abgase dalassen. Das stößt möglicherweise nicht auf die allergrößte Beliebtheit bei den Einheimischen und kann auch zu Nachteilen für diejenigen führen, die doch auch vor Ort noch gewisse Einkäufe durchführen. Radfahrer haben ja nach ein paar Tagen wohl doch die mitgeführten Vorräte aufgebraucht, wenn man von Autodach-MTBlern absieht, die ihr Fahrrad nicht als eigentliches Verkehrsmittel nutzen.

An dem Morgen, als es von Trysil wieder weitergehen sollte, hatten wir sehr schönes Wetter. Man konnte den Gipfel des westlich gelegenen Trysilfjells auf der anderen Seite des Flusses sehen, der deutlich über die Baumgrenze hinausragt und vielleicht eine Art Hochgebirgsausläufer darstellt. Dieser Berg wurde übrigens besonders früh für den alpinen Wintersport genutzt.

Aus dem Tal wollten wir nun ja auch heraus, aber in die andere Richtung, wo es nicht ganz so hoch zu sein schien. So fuhren wir also das kleine Stückchen vom Zeltplatz bis zu der Stelle kurz vor Nybergsund, wo die nach Osten aufsteigende N 25 zu finden ist und genossen die tolle Aussicht auf das ganze Tal, die sich bei der Auffahrt bot, die nun wirklich über fünf oder sechs Kilometer ziemlich steil war. Karin kam ohne Anhänger auch ungefähr 10 Minuten früher oben an als ich. Aber es hat auf einer solchen Steilstraße wohl wenig Sinn, sich noch zusätzlich zur Bewältigung der Steigung auf die Einhaltung der Geschwindigkeit eines anderen zu konzentrieren.

Die höher gelegene Gegend, in die wir dann kamen, war landschaftlich wunderbar, vor allem bei dem herrlichen Wetter, das wir an dem Tag hatten. Die erste Pause machten wir an einem Seitenweg, wo es beliebig viele Blaubeeren zu pflücken gab. Es war gar nicht leicht, sich von der Stelle wieder loszureißen. Diese gesunde Ernährung führte trotz des warmen Wetters bei den Kindern zu blauen Mündern. In Trysil, dessen Gemeindegebiet bis zur schwedischen Grenze reicht, hatte man uns in der Touristeninformation noch einen Kanal empfohlen, der kurz vor der Grenze zu finden sein sollte und an dessen Restaurierung gearbeitet werde. Es war anscheinend so, daß früher in einem norwegischen Fluß Holz geflößt wurde. Das wurde an dieser Stelle aufgefangen und baumstammweise durch diesen Minikanal getreidelt und wurde dann nach nur 8 Kilometern in einen anderen Fluß gegeben, der dem Klarälven zufloß. Dadurch wurde die Forstwirtschaft in der Gegend vor etwa 100 Jahren überhaupt erst auf eine wirtschaftliche Grundlage gestellt, weil am Klarälven die zahlungsfähigen Holzkäufer saßen.

Die lange Auffahrt, die Blaubeerpause und die Kanalbesichtigung hatten letzlich so lange gedauert, daß wir bald hinter der schwedischen Grenze nach weniger als 50 Kilometern allmählich eine Stelle zum Übernachten suchten. Das wurde ein Art Terasse von einigen 100 Quadratmetern, die sich am Rande eines Tals befand und auf einem Waldweg erreichbar war. So einen schönen Blick auf die Berge hat man auch nicht bei jeder Zeltgelegenheit. Die Nacht wurde einigermaßen interessant. Zum einen gab es Nachtfrost, zum anderen war das eine oder andere Getier vor unserem Zelt unterwegs, was man hörte, aber auch an den durch das Auftreten entstehenden Erschütterungen spürte. Wir haben uns darauf geeinigt, daß es ein Elch gewesen sein muß, der vor unserem Zelt geweidet hat. Gefährliche Tiere muß man jedenfalls dort nicht fürchten, weil die Bären sich eher für den Verzehr von Blaubeeren und Fischen interessieren und die Elche sowieso Pflanzenfresser sind und die Biber ohnehin zu klein sind, um einem nennenswerten Ärger zu bereiten. Der Nachtfrost war auch nicht weiter problematisch, nur mußten wir unser Zelt etwas besser verschließen als sonst. Zu viert produziert man dann doch eine Menge Wärme, was in einem angemessen kleinen Zelt mit guten Schlafsäcken die Sache gut erträglich macht, solange man nicht nachts 'raus muß. Einer von uns muß ja den Nachtfrost bei einer solchen Gelegenheit bemerkt haben, sonst könnte ich davon nicht schreiben.

Am Morgen dauerte es typischerweise eine Weile, bis wir endlich aufbrachen. Man konnte aber mit etwas gutem Willen meistens noch vom Vormittag reden. So war es wohl auch an dem Morgen, aber schon bald mündete die asphaltierte Nebenstraße, die auf schwedischer Seite die norwegische N 25 fortsetzt, auf die im Tal des Västerdalsälven verlaufende N 297. Der wollten wir wenige Kilometer nach Süden folgen, um dann auf einer Nebenstraße nach Osten zu fahren, von der uns in mehreren Touristeninformationen zugesichert worden war, daß sie asphaltiert sei. Andernfalls hätten wir den Weg über Trysil wohl gar nicht in Angriff genommen. Um es kurz zu sagen: Sie war natürlich nicht asphaltiert. Es stand also zur Wahl, 25 Kilometer zu schieben, zurückzufahren und einen Umweg nach Norden über Särna zur Umgehung dieser Straße zu verwenden oder an einen Umweg nach Süden zu denken. Das Schieben schied natürlich zuerst aus. Weil wir keine Lust hatten, die gerade mühsam überwundenen Hügel nochmal zu queren, schied auch die an sich vielleicht vielversprechendere nördliche Strecke schon sehr bald aus und es konnte wieder weitergehen. Wir hatten ja hier auch eine sehr schöne Straße unter unseren Rädern, die schöne Aussichten auf das gegenüberliegende westliche Flußufer bot.

Bald kam dann der Ort Sälen, der wohl auch für Pferdefreunde besonders interessant sein sollte. Wir verließen uns weiterhin lieber auf unsere eigenen Kräfte als auf die Pferdestärken. Dort gab es auch Einkaufsmöglichkeiten und eine Touristeninformation. Vor allem erfuhr ich, daß die nächste Nebenstraße nach Osten, die ein paar Kilometer weiter südlich abzweigen sollte, nun aber garantiert asphaltiert wäre, was dann auch tatsächlich stimmte. Der Asphalt war zwar teilweise etwas schlecht in Schuß, aber wenn man in der Mitte der Fahrbahn, also dort, wo die weiße unterbrochene Linie ist, fuhr, dann ging es sehr gut. Leider riß nur am Anfang dieser Straße bei meinem Fahrrad eine Speiche. Eine zufällig vorbeifahrende Radfahrerin teilte mir mit, daß der nächste Fahrradladen in Älvdalen etwa 52 Kilometer weiter am anderen Ende selbiger Nebenstraße zu finden sei. So wurden die Nachbarspeichen entlastet und das Wrack ausgebaut und es ging mit 35 Speichen weiter. Daß diese Speiche bei einem Hinterrad mit Kettenschaltung auf der Zahnkranzseite war, braucht wohl nicht extra erwähnt zu werden, aber wir hatten sowieso keine Speichensammlung dabei.

Die Strecke war wieder sehr schön, mit vielen Seen, Mooren und auch wieder schönen Ausblicken von den Anhöhen. Irgendwo fand sich auch eine Stelle im Wald zum Übernachten. Am nächsten Morgen gab es neben der Straße eine Quelle mit sehr wohlschmeckendem Wasser. An dem Tag kamen wir nach Älvdalen zum einzigen dortigen Fahrradgeschäft. Der dortige Mechaniker schien sich schon langsam auf seinen Ruhestand einzustellen und meinte, er hätte kein passendes Werkzeug für eine derart aufwendige Reparatur zur Verfügung, obwohl er zum Beispiel gerade einen Speichenschlüssel in der Hand hielt. Mit viel Überredung bot er dann an, am Abend des nächsten Tages damit fertig zu sein, aber letztlich hatte er kein besonderes geschäftliches Interesse an der Sache und schon gar kein Interesse für eine Fahrradtour, bei der wir gerne auch wieder weiterfahren wollten oder zumindest einen Ruhetag mit funktionierenden Fahrrädern einlegen wollten.

Aber das war sein gutes Recht und wir sahen es als unser gutes Recht an, zur Konkurrenz zu fahren, die sich im 40 Kilometer weiter südöstlich gelegenen Mora nach einer Fahrt auf der hügeligen und kurvigen N 70 dann auch finden ließ. Dort bauten wir erstmal das Zelt auf und das Hinterrad aus. Dann machte ich mich mit Karins Fahrrad auf die Suche nach einem Fahrradgeschäft, wobei ich zunächst die Touristeninformation fand. Davor war ein anderer Radler, der zufällig auch aus Deutschland kam und der zufällig auch eine Fahrradwerkstatt gebraucht hatte. Tatsächlich wurde die Sache kurz vor Ladenschluß auch noch in Angriff genommen und kurz nach Ladenschluß ging ich mit einem 36-speichigen zentrierten Hinterrad und einem um einen fairen Preis verminderten Geldbetrag in der Tasche aus dem Laden. Den Hinterradeinbau habe ich dann auch alleine geschafft.

Danach gönnten wir uns gleich zwei Ruhetage, die durch sehr wohlschmeckende Pfannkuchen kulinarisch angereichert wurden. Die Pfanne dazu lag in der Küche des Zeltplatzes herum. Eigentlich wollten wir uns ja mit einem Ruhetag begnügen, an dessen Nachmittag wir nach Orsa fuhren. Dort gab es eine sehr schöne kleine Schlucht zum Wandern. Da floß so ein kleiner Bach einige Dutzend Höhenmeter herunter und man konnte an dessen Ufern ein paar Kilometer weit wandern. Bernhard machte das trotz des recht schwierigen Weges ganz gut selber und Ulrich mußten wir natürlich tragen. Oben kam man plötzlich bei einem winzigen aufgestauten See heraus, in dem man sogar baden konnte. Einheimische benutzten ihn gar zum Haarewaschen, wir aber letztlich doch nur zum Rasten am Ufer. Danach folgten wir dem anderen Ufer des Bächleins wieder zu unseren Rädern zurück. Dabei überholte uns dann auf dem schmalen Trampelpfad auch ein MTB-Fahrer, der offenbar neben unseren Fahrrädern sein Auto geparkt hatte. Weil es langsam spät wurde, mußten wir leider sehr viele Beeren am Wegesrand ungegessen lassen.

Nun hätte es am nächsten Tag am Südufer des Siljansees weitergehen sollen, aber irgendwie fanden wir dafür von der Südostecke des Sees keine so richtig überzeugende Fortsetzung nach Süden. Und wegen des erkennbar näherrückenden Urlaubsendes war Süden so langsam doch die angemessenste Fortsetzungsrichtung der Radtour. Dieses Südufer war uns etliche Tage davor auf irgendeinem Zeltplatz von jemandem, der aus der Gegend stammte, empfohlen worden, weil es viel schöner als das Nordufer sei und weil man da den See sehen könnte. Die Touristeninformation wußte zumindest die Empfehlung bezüglich Asphaltierungszustand zu bestätigen. Also gab es einen zweiten weniger ruhigen Ruhetag, an dem wir dieses Südufer in einem Tagesausflug besichtigten. Die erste Strecke war auch wirklich sehr schön, weil es über Brücken auf eine Insel ging und dann auch wieder herunter. Die zweite Brücke war lang und schmal und wies deshalb eine Richtungsampel auf, die uns aber nicht zu stören brauchte, weil ein Hinweis dabei war, der Radfahrer vom Halten freistellte. Danach war die Strecke auch noch schön, aber vom See war erstmal vorübergehend nur wenig oder, um ehrlich zu sein, gar nichts zu sehen. Als so nach 30 Kilometern die Strecke gefahren war, nach der üblicherweise eine kleine Pause fällig geworden wäre, schoben wir das noch bis zur nächsten Badestelle auf. Die kam aber erst am Zielort der kleinen Tagestour in Siljansnäs, nach insgesamt gut 45 Kilometern. Die Kinder hatten teilweise geschlafen und waren teilweise auch interessierte Fahrgäste. Uns begegnete auf dieser Strecke sogar eine andere vierköpfige Familie, die anscheinend auf einem Tandem mit einem Anhänger unseres Typs, vorderem Kindersitz, und ziemlich viel Gepäck unterwegs war.

Die Pause nutzten wir nach einem kurzen Einkauf dann letztlich zum Baden im Siljansee und zum Essen, was zwar auch direkt am Zeltplatz möglich gewesen wäre, aber was nach einer so langen Fahrt natürlich viel mehr Spaß brachte. Den Aussichtsberg, der die eigentliche Attraktion von Siljansnäs darstellen sollte, schenkten wird uns dagegen. Auf dem Rückweg sparten wir uns die Insel und damit vielleicht knapp 5 Kilometer, wodurch dann immerhin genug Zeit für ein schönes warmes Abendbrot blieb. Das war auf dem Zeltplatz wieder sehr angenehm, weil man in der Küche (und bei dem zu der Zeit so guten Wetter vor allem auch davor) an Tischen essen konnte, was wiederum Gelegenheit zur Begegnung mit anderen Gästen bot. Auf diesem Zeltplatz waren zwar weniger Radler, als etwa in Trollhättan oder Trysil, aber dafür etliche Bahnreisende.

Teil 4: Vom Siljansee zum Vättersee

[Anfang] [Ende]

Nach so vielen Ruhetagen mußten wir nun erst einmal für eine ziemliche Weile erholt sein. So nahmen wir die N 64 nach Süden, die wir ganz ehrlich gesagt noch viel schöner fanden als die am Tag davor benutzte Nebenstraße nach Siljansnäs. In Mora selbst wollten wir uns nicht mehr mit dem Einkauf aufhalten und fuhren bis zum nächsten Laden etwa 40 Kilometer. Da gab es dann aber auch gleich einen Spielplatz, einen Fluß und sogar eine Bahnlinie, die aber nicht im allerbesten Zustand zu sein schien. Am Nachmittag kamen wir dann leider an der einen oder anderen Baustelle vorbei, wo die N 64 anscheinend verbreitert wurde. Weil dabei zunächst der alte Asphalt komplett abgetragen wurde und dann auf der auf normalen Querschnitt gebrachten Trasse ein entsprechend breiteres Asphaltband aufgetragen wurde, mußten wir leider einige Male mehr oder weniger lange Strecken schieben, die zusammen gut 2 Kilometer ausmachten. Ein Stück war auch mit Richtungsampeln versehen und dabei so schmal, daß die nachfolgenden Autos an uns nicht vorbeikommen konnten, während die entgegenkommenden Autos wiederum eine Grünphase auslassen mußten.

Als wir dann den Ort Vansbro erreichten, wo sich mehrere Bahnlinien und mehrere Nationalstraßen kreuzten und wo es sogar einen Zeltplatz gegeben hätte, konnten wir uns doch nicht entschließen, schon dort zu bleiben. So folgten wir der bewährten N 64 weiter in Richtung Filipstad. Nun ging es tendenziell eher bergauf als bergab und wir dachten uns, vielleicht noch die nächste Steigung zu überwinden und danach eine Stelle zum Zelten zu suchen. Weil dann aber doch die Aussicht, in der Dämmerung das Zelt aufzubauen, immer realistischer wurde, entschlossen wir uns schließlich, kurz vor einer Kuppe einen kleinen Waldweg für eine kleine nächtliche Pause zu nutzen. Der Weg bot dann auch irgendwo Platz für das Zelt und unsere Fahrräder. Allerdings gab es da dann gleich so viele Blaubeeren, daß wir uns damit alle ziemlich vollschlagen konnten und außerdem noch eine kleine Schüssel bald reichlich gefüllt war.

Die Kuppe, die man am Abend gesehen hatte, erwies sich letztlich nur als geringfügige Abflachung der Steigung, die eigentlich insgesamt über fast 20 Kilometer anhielt, dabei aber andererseits auch nicht sehr steil war, wenn man davon absieht, daß es mit dem Anhänger natürlich trotzdem nur sehr langsam bergauf ging. Runter ging es dann leider auch nicht viel schneller, weil wir einen ordentlichen Gegenwind als Reisebegleiter bekommen hatten, der die Geschwindigkeit in der Ebene bei etwa 13 km/h festsetzte. Für einen ziemlich langen Abschnitt war die N 64 jetzt mit der N 245 gebündelt und wies dann auch gleich noch einen verengten Fahrbahnquerschnitt auf. Aber zum Glück nahm man auf beiden Seiten der Straße immer noch mehr von den Seen, Flüssen und Bergen wahr, als von Autos auf der Straße. Irgendwann kam dann auch ein Ort, in dem kurioserweise alle Läden zu waren. Das hatten wir an einem Sonntag in Schweden auf dieser Radtour noch nicht erlebt, zumal nicht einmal die Tankstellen Milch verkauften. Ein Kiosk, der normalerweise nur Pizza oder Kebab unter die Kundschaft brachte, hatte dann aber doch noch zwei Liter Milch zu verkaufen. Vielleicht hätte der Zeltplatz in Filipstad das auch gehabt, aber man kann das ja nie wissen.

Der Zeltplatz sollte nach Angaben unseres vor der Reise angeforderten Zeltplatzverzeichnisses einige Kilometer vor Filipstad auf der Ostseite der dort mit der N 63 gebündelten N 64 an einem Seeufer liegen, was uns eigentlich Hoffnungen machte, daß die Wegweiser für die Feinsuche schon sorgen würden. Diesen Dienst verweigerten sie uns und wir rasten schon auf Filipstad zu und hatten die Abzweigung längst hinter uns gelassen, als die Sache klar wurde. Zum Zurückfahren hatten wir aber nun keine Lust mehr und zum Durchfahren von Filipstad war es ehrlich gesagt schon etwas spät geworden. So mußten wir krampfhaft annehmen, daß vielleicht einer der letzten paar Waldwege vor dem Ortsanfang uns den Gefallen tun könnte, den wir von ihm erhofften.

Aber das sah alles traurig aus. Auf der Ostseite war ein lautes Kieswerk und auf der Westseite war auch nichts zu holen, bis endlich ein Waldweg mit gelbem Wegweiser auftauchte, der also offensichtlich eine Art Nebenstraßenfunktion erfüllte. Da gingen wir erst einmal herein und direkt neben dieser "Nebenstraße" hätten wir wohl auch zelten können, was uns aber nicht so recht gefiel, zumal die Stelle recht knapp bemessen war und nur mit sehr viel gutem Willen hinreichend viel Platz bot. Nach einem knappen Kilometer sah es dann besser aus, weil sich der Weg teilte und der Wegweiser nach rechts zeigte. Nach links war es dann echt nur noch Hauseinfahrt oder Waldweg und es gab auch bald wieder eine Abzweigung, die über eine Brücke ein Gleis überquerte. Da war dann gut zu erkennen, daß kein Wohnhaus in der Nähe stand und außerdem war der Platz auch hinreichend groß und nicht durch tote Äste ("widow maker") gefährdet, so daß wir nach dem Zeltaufbau das weitere auf den nächsten Tag verschieben konnten.

In Filipstad selbst füllten wir dann unsere Vorräte wieder etwas nach und fragten auch gleich jemanden, ob eine bestimmte vielversprechende Abkürzung asphaltiert sei. Dann fuhren wir bei ziemlich starkem Rückenwind weiter in Richtung Kristinehamn, bogen aber nach relativ kurzer Fahrt von der N 64 nach links auf die N 237 in Richtung Karlskoga ab. Bald kam die besagte Abkürzung zum Tragen, wo wir wieder nach rechts abbogen, um irgendwo zwischen der N 64 und der N 237 unseren Weg zu finden. Das war auch ein niedliches kleines Sträßchen, das sich dann bald mit einem anderen südlicheren Zubringer von der N 237 vereinigte und nach Kristinehamn führen sollte. Irgendwo ging es über eine Brücke, unter der ein kleiner Kanal hindurchführte und da wollten wir endlich einmal wieder eine kleine Badepause machen. Bernhard hatte mich die ganze Zeit immer wieder gefragt, was mit einem Auto passiere, wenn es ins Wasser fahre. Da hatten wir das endlich. Allerdings war das in Wirklichkeit vorher zu einem Boot umgebaut worden und ging wegen der Schwimmkörper nicht unter. Ich konnte ja auch ohne Schwimmkörper schwimmen und danach spannten wir wegen des aufkommenden Regens unsere Plane auf und machten darunter eine kleine Pause. Dann ging es weiter und der Schauer hörte danach auch bald auf.

Die Abzweigung nach Karlskoga, die wir nehmen wollten, um in Wirklichkeit Karlskoga zu umgehen, kam und war entgegen den Angaben, die wir erhalten hatten, nur ein unbefestigter Feldweg. Nach Kristinehamn wollten wir irgendwie auch nicht und so mußten wir umkehren und den vorher so schönen Rückenwind erstmal von der anderen Seite genießen. Über die N 237 kamen wir dann nach dieser Verlängerung von 15 Kilometern doch noch nach Karlskoga, wo wir wieder die E 18 überquerten. Dann kamen wir südlich davon nach Degerfors, wo unser Zelt sich gut bewährte, als wir es auf dem Zeltplatz am See aufbauten, wo der Wind so richtig kräftig ankam und nur durch einige wenige Bäume gedämpft wurde. Weil es sich so anbot und um für einige Nächte im Wald vorbereitet zu sein, nutzten wir noch schnell die Wäschetrockner aus, auch wenn es nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Die Küche war dagegen wirklich ganz nützlich, während die kalten Duschen durch den See wohl eher redundant waren.

Die N 205, der wir nun folgten, führte an wunderbaren kleinen Seen vorbei. Wir fanden eine schöne Stelle zum Rasten für die erste Pause und kamen dann durch schöne Wälder in die Nähe von Laxå, wo wir noch einen Schweden mit Fahrrad trafen, der von der Radtour mit Kinderanhänger ganz begeistert war. Nach Überquerung der E 3 (neu: E 20) kamen wir dann an einem Ort vorbei, dessen Umgehungsstraße schon fertig asphaltiert, aber noch nicht fertig freigegeben war. Das sparte uns gleichzeitig die ganzen Autos und den Stadtverkehr und wir hatten wirklich Glück damit, daß die Sache tatsächlich durchgängig fertig war. Dann kam ein Zeltplatz, den wir wegen seiner reizvollen Lage auf einer Landenge zwischen zwei Seen gerne für eine kleine Pause nutzten. Da gab es Enten, die so frech waren, daß sie uns das Brot, welches wir gerade selber aßen, aus der Hand wegschnappten. Da hätte man sich direkt mit einer Pekingente schadlos halten sollen und können.

Nun kam so langsam das landwirtschaftlich genutzte Gebiet nördlich des Vättersees zum Vorschein und bald waren wir so ungefähr an dessen Nordende. Da stießen wir auf die N 50/N 49, die sich bald teilten, eine für das Ostufer und eine für das Westufer. Um ein bißchen etwas anderes als auf dem Hinweg zu sehen, der ja immerhin näher am Westufer verlaufen war, folgten wir dem Ostufer auf der N 50 und gingen dann auch bald auf den ersten Zeltplatz, der sich so anbot. Das war ganz schön, um einmal wieder einen Ruhetag einzulegen, die Wäsche zu waschen, zu baden und auch noch einen chinesischen Garten zu besichtigen, der in der Nähe in so einem engen, steilen, kleinen Talkessel lag, von dem man vorher meinte, daß es ihn nur in Karl Mays Phantasie, aber nicht in der Wirklichkeit gebe.

Daneben war dann als Gegenstück auch noch ein Aussichtsberg, den die Kinder mit uns noch besteigen sollten, wobei Ulrich natürlich teilweise getragen wurde.

Teil 5: Durch Südschweden bis nach Rügen

[Anfang] [Ende]

Nach diesem Ruhetag ging es bei zunächst schlechtem, aber immer besser werdendem Wetter weiter auf der N 50 nach Süden am Vätterseeufer entlang. Vom Ufer war nicht viel zu merken, eher von leicht hügeligem felsigem Gelände, das ziemlich bewaldet war. Um die Mittagszeit oder genaugenommen erst am frühen Nachmittag kamen wir nach Motala, wo wir eine längere Pause auf einem Spielplatz einlegten. Dann ging es weiter nach Süden. Wir wollten weiter dem Ufer folgen und blieben so auf der N 50. Bald kamen wir durch ein wirklich landwirtschaftlich genutztes Gebiet. In der Ferne tauchte auf der linken Seite ein riesiger See auf, der natürlich nicht ganz so groß wie der rechts liegende, weniger sichtbare Vättersee war, aber für seinen Vogelreichtum berühmt ist. Vor uns stellte sich eine im Vergleich zum eher hügeligen oder gar flachen Umland bedeutende Erhebung in den Weg. Merkwürdigerweise orientierte sich die Straße immer mehr nach links, fast parallel zu dem Omberg genannten Höhenzug und man hatte das Gefühl, sich vom Vättersee zu entfernen. Aber wir machten erst einmal bei einer schönen romanischen Kirche eine Abendbrotpause und fuhren dann am Omberg vorbei nach Ödeshög. Erstmalig wurde der Einsatz der Lichtanlage erforderlich, wobei wir den Anhänger zusätzlich zu seinen Reflektoren mit einem Leuchtdiodenrücklicht bestückten.

Von Ödeshög hatten wir nur sehr wenig, weil es bei der Ankunft schon sehr spät war und morgens wiederum die Weiterfahrt nach Süden angesagt war. Wir hatten wieder ein sehr schönes Wetter, als wir auf der jetzt mit der E 4 gebündelten N 50 weiter nach Süden fuhren. In Gränna unterbrachen wir diese Fahrt für ein gutes Mittagessen und eine kleine Badepause im Vättersee. In Jönköping, das sich als Autostadt mehr oder weniger als Mannheim des Nordens entpuppte, war es ziemlich schwierig, einen Fahrradladen zu finden, um den vorderen Gepäckträger zu ersetzen, der leider an dem Tag gebrochen war. Zu unserem Glück gab es das Teil nicht und er wurde mit ein paar Drähten repariert und hielt danach gut durch. Ab da verließen wir den Vättersee und kamen nach vielleicht einem Dutzend Kilometern in Lovsjö auf einen kleinen Zeltplatz mit Badesee. Für diese 12 km brauchten wir allerdings unverhältnismäßig lange, weil wir den Fehler machten, hierbei Ordnungswidrigkeiten zu meiden und die Nationalstraßen und Radwege, die die Funktion der E 4 für den Radverkehr erfüllen, zwar existierten, aber überhaupt keine Wegweiser, aber dafür umso mehr Ampeln aufwiesen.

Nach einem kurzen Bad am Morgen zum Aufwachen fuhren wir auf der E 4/N 30 und dann auf der N 30 auf Växjö zu. Die Gegend war jetzt wieder flacher, höchstens ein wenig hügelig, so daß ich wieder der Schnellere war. Schöne Wälder und Seen gab es und auch ein bißchen Regen und einige aggressive Autofahrer, die noch die Nähe von Jönköping erkennen ließen. Abends ergab es sich wieder, in Lammhult, wo wir die Bahnlinie von Stockholm nach Malmö querten, auf einen Zeltplatz zu gehen. Der war eigentlich nicht mehr besetzt und die Anmeldung erfolgte bei einem Schwimmbad. Von da ging ein winziges Sträßchen herunter zum Zeltplatz, wohin auch einige andere vorwiegend deutsche Reisende den Weg gefunden hatten. Das Wäschewaschen kostete nur eine Krone und das Trocknen war sogar umsonst, was wir vorsorglich noch einmal ausnutzten. Ansonsten konnte man in der Küche schön essen und sich mit den anderen Leuten unterhalten.

Der Zeltplatz lag ja irgendwie sehr viel tiefer als die Straße, wobei wir uns nicht die Mühe machten, sein Umfeld näher zu erkunden. Die Straße war so steil, also deutlich über 10 %, so daß ich das Fahrrad schieben mußte, um mit dem Anhänger und dem Gepäck hochzukommen. Als es dann weniger steil aussah, trennte sich die rechte Kurbel beim Anfahren von den beiden Kettenblättern, so daß es nur noch Leerlauf gab. Reparatur war in dem Ort nicht so leicht zu haben, weil der einzige Fahrradhändler in diesem Monat grundsätzlich an Samstagen geschlossen hatte und auch nicht aufzutreiben war. Andere Werkstätten waren technisch nicht in der Lage, Aluminium zu schweißen. Die Züge hielten natürlich auch nicht in Lammhult, sondern erst in dem knapp 40 km weiter südlich gelegenen Alvesta, wo es auch den nächsten Fahrradhändler zu geben schien.

Wir überlegten uns, daß es nicht mehr möglich war, bis zum Montag und dann noch bis zum eventuellen Ende der Reparatur zu warten, ohne dann doch ein Stück mit dem Zug fahren zu müssen, weil das Urlaubsende näherrückte. So entschieden wir uns, am Sonntag nach Trelleborg zu fahren, was nach den mitgenommenen Kursbuchseiten realistisch zu sein versprach, wenn man es schaffte, um 11:00 in Alvesta zu sein. So wurde das Fahrrad zum Laufrad umfunktioniert, indem der Sattel möglichst tief gelegt wurde und die Pedale entfernt wurden.

Da boten uns netterweise ältere Baltendeutsche, die in der Gegend ein Ferienhaus hatten und die von dort gerade zum Einkaufen in Lammhult waren, an, daß wir sie für ein paar Tage besuchen könnten und dann könnte man einmal weitersehen, was sich so machen ließe. Das war sehr nett, brachte uns aber nicht weiter. Wenn wir noch viel Zeit gehabt hätten, dann hätten wir am Montag eine Reparatur und danach eine Weiterfahrt eingeplant, aber die Zugfahrt wäre dann aus zeitlichen Gründen sowieso fällig geworden.

Also bekam Karin den Anhänger und die schweren Gepäckstücke und machte erstmal einen kleinen Einkauf, während ich schon einmal 10 km Strecke zurücklegte. In der Ebene war das Laufrad ein leichter Vorteil gegenüber dem normalen Gehen, bergab sowieso, aber bergauf ging das Schieben besser. Nach 1 1/2 Stunden trafen wir uns bei einer Pause, wobei Karin mich natürlich längst überholt hatte und ich die Pausenstelle nur finden mußte. Die nächste Pause kam nach weiteren 14 Kilometern und dann waren wir schon auf 12 Kilometer an Alvesta herangekommen und es war noch eine gute Zeit am Nachmittag. Für den Rest des Weges fuhr ich das Laufrad in Karins Windschatten und wir machten uns Hoffnungen, möglichst nah an Alvesta eine Stelle zum Wildzelten im Wald zu finden.

Wie das auf dieser Radtour so war, hatten wir Glück und fanden tatsächlich zwischen der nördlichen Umgehungsstraße und dem Ortsrand eine schöne Stelle am Rande eines kleinen sumpfigen Feuchtgebietes. Da stand das Zelt für die eine Nacht ganz gut, wenn man von den paar Mücken, dem wackligen Boden und den etwas großzügigen Maßstäben bezüglich der Unsichtbarkeit gegenüber auf der Straße gehenden Fußgängern absieht. Am Morgen brachen wir für unsere Verhältnisse sehr früh auf und hatten etwa um 10 Uhr schon die letzten guten zwei Kilometer zum Bahnhof zurückgelegt. Die Stunde bis zur Abfahrt des Zuges konnten wir noch gut gebrauchen, um die Fahrkarten zu kaufen, das Gepäck von den Rädern zu nehmen, diese aufzugeben und herauszufinden, wo im Zug der Familienwagen ist. Das Gepäck verschwand möglichst weitgehend in dem jetzt als Kinderwagen fungierenden Anhänger, so daß den Kindern gar kein Platz mehr darin blieb. Im Zug wurde alles verstaut und der Anhänger zerlegt.

In Malmö hatten wir einige Stunden Aufenthalt und da wurde dann der Anhänger mit Handdeichsel als Kinderwagen genommen, als fast alles Gepäck im Schließfach war. Wir gingen eine kleine Runde durch die Altstadt, wo bei einer Baustelle der vorübergehend mit Zäunen von der Fahrbahn abgetrennte Bürgersteig noch von uns verbreitert werden mußte, um überhaupt durchzukommen. Danach sahen wir uns im Schloß noch ein Museum an, in dem es einen Haufen ausgestopfte Tiere gab. Vor allem gab es aber auch jede Menge lebendige Tiere, insbesondere Fische und Nachttiere aus den Tropen. Die Fledermäuse hatten es Bernhard sehr angetan, weil ich vor zwei Jahren auf einer langen Zugfahrt sein Schmusetuch zur Fledermaus erklärt hatte und ihn damit dann auch gut bei Laune gehalten hatte. Seitdem hießen diese Tücher Fledermäuse und waren ein beliebtes Geschenk von der Oma. Das Museum hat also auch besonders den Kindern viel Spaß gemacht. Dann gab es noch ein Seefahrtsmuseum mit einem Seeräuberschiff für die Kinder zum Spielen, aber das war uns nur noch für wenige Minuten gegönnt, weil dann geschlossen wurde und auch der Zug so langsam an die Reihe kam.

In Trelleborg waren natürlich die Fahrräder noch nicht da und wir mußten erst einmal auf den Zeltplatz. So waren wir diesmal unheimlich dekadent und nahmen ein Taxi, das für die Mitnahme von Rollstuhlfahrern ausgelegt war. Da konnte dann der Anhänger mit allem Gepäck hereingerollt werden, um mit uns zusammen in einer einzigen Fuhre zum Zeltplatz gebracht zu werden. Mit den konventionellen Taxis wären es ja mindestens zwei, wenn nicht drei Fahrten geworden. Als Autotour hätten wir die Reise womöglich wegen des Gepäcks nicht machen können.

Auf dem Zeltplatz freundete sich der Bernhard bald mit einem etwas älteren Jungen aus Berlin an. Da dauerte es nicht mehr lange, bis wir die Eltern auch trafen und erfuhren, daß die auch mit dem Fahrrad unterwegs waren, wobei der Kleine allerdings schon selber fahren durfte. Sie hatten in der Gegend um Trelleborg eine kleine Tour mit Zelt gemacht und waren nun so mehr oder weniger in Wartestellung für die Rückreise mit dem Schiff.

Am nächsten Morgen gingen wir zu Fuß zum Hafen und Bahnhof und erhielten tatsächlich die Fahrräder so funktionsfähig, wie man es unter den gegebenen Umständen erwarten konnte, zurück. Auf dem Weg dorthin hatte ein Fahrradhändler die Auskunft gegeben, daß er für 450 Kronen bis 16:00 eine Reparatur machen könnte. Aber mit dem Laufrad fand ich dann einen, der das bis 14:00 für 300 Kronen machen wollte. Nach der Mittagspause hatte ich dann verabredungsgemäß zwar nur noch 6 Gänge, aber es war schon ein tolles Gefühl, wieder richtig fahren zu können. Das mußten wir natürlich sofort ausnutzen und wir fuhren nach Westen auf eine kleine Halbinsel am Meer, die ganz reizvoll war, insbesondere auch die Landschaft auf dem Weg dorthin. Nur waren es ungewohnt viele Autos, vielleicht so viele wie auf einer relativ stark befahrenen Bundesstraße in Deutschland, die alle dort in diese gut ausgebaute Sackgasse hineinfuhren. Die Pause machten wir dann am Strand, wo es herrliche kleine Dünen und dahinter eine eigenartige Feuchtlandschaft gab. In einem Yachthafen lagen auch ein paar Fischkutter und außerdem winzige Bötchen, die wir für den großen Yachten nachgebildete ferngesteuerte Modellboote hielten, die aber tatsächlich bei Benutzung nicht von nebenher schwimmenden, sondern von darin sitzenden Menschen begleitet wurden.

Abends war es einmal wieder dunkel. Kein Wunder, denn Trelleborg ist die südlichste Gemeinde in Schweden. Jahreszeit und Lage waren also schon sehr weit von dem, was die Mitternachtssonne ermöglicht, entfernt. Das merkt man ja auch, denn von der Landschaft fühlt man sich fast halb in Deutschland, halb in Dänemark, aber jedenfalls nicht in dem Land, das man weiter im Norden kennengelernt hatte. Sehr eindruckvoll waren natürlich die Palmen, die wir abends beim Durchfahren von Trelleborg auf dem Weg zu dem am anderen Ende der Stadt liegenden Zeltplatz am Straßenrand vorfanden und die nachts sogar angestrahlt wurden.

Die Sprache (Schonisch) ist auch ein wenig anders als sonst in Schweden, fast möchte man meinen, sie verhalte sich zum Schwedischen wie das Dänische zum Norwegischen, aber andererseits ist das Schonische dafür dann doch noch im Gegensatz zum Dänischen zu gut verständlich gewesen, weil eben nur die Aussprache ein wenig anders ist.

Jedenfalls hatte uns die Reparatur des Fahrrades noch einmal ein sehr schöner Tag ermöglicht.

Der nächste Tag sollte uns wieder in unser Heimatland zurückführen. Es gab drei Fähren zur Auswahl, die nach Rostock, Saßnitz und Travemünde gefahren wären. Ohne lange zu überlegen wählten wir die Saßnitzer Fähre, um noch ein wenig von Rügen zu sehen und um für die geplante nächtliche Zugfahrt die längste Strecke zu haben. Die Berliner, die wir auf dem Zeltplatz getroffen hatten, waren auch an Bord und sie schafften es sogar noch, nach dem Verlassen des Schiffs in Saßnitz den Zug, der dort auch mitgefahren war, mitsamt Rädern zu besteigen.

Wir kauften erstmal Fahrkarten und machten eine Reservierung für das Kleinkindabteil und fuhren dann an der Nordküste entlang. Abgesehen von den Ortsdurchfahrten, die oft so furchtbar schlecht gepflastert waren, daß man mit höchstens 2 km/h schieben konnte, war das sehr schön zu fahren, auch schön leer. Irgendwo gönnten wir uns in einem kleinen Küstenort ein Eischen und danach kamen wir über eine Landzunge nach Altenkirchen zu einem Zeltplatz. Dort gab es sogar Thüringer Bratwurst zu kaufen. Deshalb konnte die auf deutschen Zeltplätzen nun einmal ziemlich grundsätzlich fehlende Küche verschmerzt werden, zumal wir in der Bratwurstbude auch die Milch für die Kinder aufgewärmt bekamen. Als die Kinder schliefen, stiegen wir noch einmal an den ein paar Meter von unserem Zelt liegenden Dünen vorbei zum Strand hinunter. Da genossen wir die herrliche Sicht auf die See, in der sich der Vollmond spiegelte.

Von Altenkirchen versprach die auf dem Schiff erworbene Landkarte die Existenz eines Radwanderweges, den wir nach einer furchtbaren geschobenen Pflasterstrecke auch fanden und von dem wir uns versprachen, wenigstens einen anderen Ort zu umgehen. Irgendwo gab es den Radwanderweg dann nicht mehr in offensichtlicher, asphaltierter Form. Vielmehr war es nur ein Trampelpfad, der abgesehen von der schlechten Oberflächenqualität nicht einmal geometrisch das Befahren mit dem Anhänger ermöglicht hätte. Aber die Straße, mit der er bis dort gebündelt war, führte sowieso schon ziemlich direkt zu der Fähre Wittow.

Der nächste Ort hinter Wittow bot einen öffentlichen Baum, der voller Mirabellen war, wovon wir uns einen Vorrat pflückten und außerdem noch alle vier sofort soviel aßen, wie wir wollten. Die Straße wurde so langsam immer voller, je näher wir an Bergen herankamen. Wahrscheinlich waren es nur höchstens halb so viele Autos pro Stunde wie auf dem Ausflug von Trelleborg aus, aber sicher weniger als halb so viel Straßenbreite. Jedenfalls überholte uns immer eine ganz schön lange Kolonne, wenn es einmal keinen Gegenverkehr gab. Weil der Gegenwind so stark war, beschlossen wir, lieber Bergen etwas näher anzusehen, als wie ursprünglich geplant bis Binz zu fahren. Erstmal aßen wir das beste Hähnchen auf der ganzen Radtour und dann ging es auf den Berg, wo eine alte Kirche lag, die allerdings nur von außen zu sehen war. Früh genug waren wir dann auf dem Bahnhof und der Nachtzug nahm uns mit unseren Fahrrädern, dem Anhänger und allem Gepäck ohne Probleme mit. Die Räder und der zerlegte Anhänger wurden noch im Gepäckwagen vertäut, was den Schaffner überzeugte, daß der Anhänger mit der Fahrradkarte meines Fahrrades bezahlt war.

Die Milch wärmte uns ein Schlafwagenschaffner auf, der wegen seiner eigenen Kinder genau wußte, welche Temperatur man da so bräuchte. In Rostock schliefen die Kinder schon und wir Eltern konnten bei dem dortigen etwas längeren Bahnhofshalt noch etwas Luft schnappen. Morgens kamen wir dann in Heidelberg an, bauten alles zusammen und fuhren zu unserer Wohnung. Ein normaler Arbeitstag begann.

Lassen wir uns überraschen, mit wievielen Teilnehmern wir die nächste Radtour machen.

Tabelle

[Anfang] [Ende]

Für die Fans von Kilometerstatistiken habe ich hier noch eine kleine Tabelle gebastelt, allerdings zunächst einmal ohne die Kilometer... Da wird der Kreis der Interessenten ja noch kleiner.. Wer das langweilig findet, kann die Tabelle einfach überspringen.

DatumWegZiel
1994-07-20 (3)XKiel
1994-07-21 (4)KielStena Fähre
1994-07-22 (5)N 45/E 6 - N 45Trollhättan
1994-07-23 (6)XTrollhättan [Schleusen]
1994-07-24 (7)N 45 - X - N 45Trollhättan [Vänersborg]
1994-07-25 (1)X - N 44 - XLidköping
1994-07-26 (2)XLidköping [Lackö]
1994-07-27 (3)X - N 44 - X - E 20 (alt E 3) - N 64Askevik
1994-07-28 (4)-Askevik
1994-07-29 (5)N 64 - E 18Wald (westl. Kristinehamn)
1994-07-30 (6)E 18 - N 240 - N 245 - N 62Wald (Uddeholm)
1994-07-31 (7)N 62 (Klarälven)Stöllet
1994-08-01 (1)N 62 - X - N 45Stöllet
1994-08-02 (2)N 62 (Klarälven)Höljes
1994-08-03 (3)-Höljes
1994-08-04 (4)N 62Höljes
1994-08-05 (5)N 62 - N 26 (Norwegen) Trysil - XTrysil
1994-08-06 (6)N 26Trysil
1994-08-07 (7)X - N 25 - X (Schweden)Wald (Fulunäs)
1994-08-08 (1)X - N 297 Sälen - N 297 - XWald (Risbergen)
1994-08-09 (2)XMora
1994-08-10 (3)N 45Mora (Cañon bei Orsa)
1994-08-11 (4)N 45/N 64 - X Sollerön X Siljansnäs X - N 45/N 64Mora (Siljansnäs)
1994-08-12 (5)N 64/N 45 - N 64Wald (N 64)
1994-08-13 (6)N 64 - N 64/N 245 - N 64 - N 64/N 63Wald (vor Filipstad)
1994-08-14 (7)N 64/N 63 - N 237 - X - N 237 Karlskoga - N 205südl. Degerfors
1994-08-15 (1)N 205 - N 50Hammar
1994-08-16 (2)zu FußHammar (Kinaparken)
1994-08-17 (3)N 50Ödeshög
1994-08-18 (4)E 4/N 50 - E 4/N 30Lovsjö
1994-08-19 (5)E 4/N 30 - N 30Lammhult
1994-08-20 (6)N 30 - N 126Wald (nördl Alvesta)
1994-08-21 (7)ZugTrelleborg
1994-08-22 (1)X - N 100 Falsterbo N 100 - XTrelleborg [Falsterbo]
1994-08-23 (2)Fähre Saßnitz (Deutschland) - XAltenkirchen (Rügen)
1994-08-24 (3)XZug (ab Bergen/Rügen)
1994-08-25 (4)HeidelbergHeidelberg